Bahnstrecke Pressath–Kirchenthumbach

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Pressath–Kirchenthumbach
Brücke über die Haidenaab in Pressath
Brücke über die Haidenaab in Pressath
Streckennummer (DB):5052 (Pressath–Grafenwöhr)
5053 (Grafenwöhr–Grafenwöhr Lager)
Kursbuchstrecke (DB):845 (1976), 421d (1944)
Streckenlänge:20,7 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse:C4
Höchstgeschwindigkeit:50 km/h
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von Weiden (Oberpf)
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0,000 Pressath 424 m
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nach Bayreuth
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Haidenaab (55 m)
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Bundesstraße 299
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Bundesstraße 470
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Creußen (43 m)
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5,226
-0,033
Grafenwöhr
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2,163 Grafenwöhr Lager
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8,6 Trag
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11,4 Eschenbach (Oberpf)
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13,5 Stegenthumbach
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17,7 Metzenhof
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20,7 Kirchenthumbach

Quellen: [1][2]

Die Bahnstrecke Pressath–Kirchenthumbach ist eine Nebenbahn in Bayern. Sie zweigt in Pressath von der Bahnstrecke Weiden–Bayreuth ab und führte über Grafenwöhr nach Kirchenthumbach. In Betrieb ist heute nur noch der Abschnitt von Pressath bis Grafenwöhr einschließlich der kurzen Zweigbahn bis Grafenwöhr Lager. Sie dient heute ausschließlich dem militärischen Transportbedarf des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von der bereits 1863 durch die AG der Bayerischen Ostbahnen eröffneten Bahnstrecke Weiden–Bayreuth wurde erst nach der Jahrhundertwende das damalige bayerische Bezirksamt Eschenbach an das Schienennetz angeschlossen. Von der Kleinstadt Pressath aus führte eine Lokalbahnstrecke in westlicher Richtung über Grafenwöhr nach Eschenbach, die am 20. Juli 1904 durch die Bayerische Staatsbahn in Betrieb genommen wurde. Am 7. Dezember 1904 erreichte sie nach 21 Kilometern den Endpunkt Kirchenthumbach, damals ein Markt mit wenig mehr als 900 Einwohnern.

Aus rein militärischen Gründen eröffnete die bayerische Armee am 1. Oktober 1910 eine 2,5 Kilometer lange Zweigbahn vom Bahnhof Grafenwöhr zum Lagerbahnhof des noch heute bedeutenden Truppenübungsplatzes Grafenwöhr. Diese stand jedoch zunächst dem öffentlichen Verkehr nicht zur Verfügung und ist jetzt ein „Privatgleis“ der Bundesrepublik.

In den fünfziger Jahren erlebte die Lokalbahn ihre Blütezeit. Täglich verkehrten fünf Zugpaare, davon einige von und bis Weiden. Im Winterfahrplan 1949/50 gab es erstmals zivilen Verkehr bis Grafenwöhr Lager. Dies war ein D-Zug für die US-Armee (DUS) mit dem Zusatz: „Nur für Zeitkarteninhaber“. Es handelte sich damit um einen Schnellzug für die US-Armee, der zusätzliche Wagen für deutsche Reisende mitführte. Im folgenden Sommerfahrplan 1950 verkehrten zwei Eilzugpaare von Nürnberg über Neukirchen und Weiden nach Grafenwöhr Lager. Von dort gab es Personenzüge nach Kirchenlaibach.

Der Rückgang der Fahrgastzahlen setzte früh ein und führte ab 1. Juli 1962 zur Einstellung des Personenverkehrs zwischen Grafenwöhr und Kirchenthumbach. Auf der Reststrecke gab es ein kümmerliches Angebot an Zügen. Bis 23. Mai 1966 fuhren Reisezüge noch in der Relation Pressath–Grafenwöhr Lager, danach endeten sie im Bahnhof Grafenwöhr. Am 30. Mai 1976 wurde der Reiseverkehr dann gänzlich eingestellt. Gleichzeitig endete der Güterverkehr Grafenwöhr–Eschenbach, während Kirchenthumbach schon ab 1. Juni 1969 nicht mehr bedient worden war.

Heute ist die Strecke Pressath–Grafenwöhr Lager allein dem zeitweilig starken Militärverkehr vorbehalten, der übrige Abschnitt ist abgebaut worden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gerald Hoch, Andreas Kuhfahl: Nebenbahnen in der Oberpfalz. 1. Auflage 2000. Resch-Verlag, Neustadt bei Coburg, 2000, ISBN 3-9805967-7-X.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. DB Netze - Infrastrukturregister
  2. Eisenbahnatlas Deutschland. 9. Auflage. Schweers+Wall, Aachen 2014, ISBN 978-3-89494-145-1.