Bahnstrecke Pressath–Kirchenthumbach

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Pressath–Kirchenthumbach
Streckennummer (DB): 5052
Kursbuchstrecke (DB): 421d
Streckenlänge: 20,7 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Betriebsstellen und Strecken[1]
Strecke – geradeaus
Strecke von Weiden
Bahnhof, Station
0,0 Pressath
   
Strecke nach Bayreuth
Brücke über Wasserlauf (groß)
Haidenaab
Straßenbrücke
B 299
Straßenbrücke
B 470
BSicon .svgBSicon xABZgl+xl.svgBSicon KDSTeq.svg
2,5 Grafenwöhr Lager
   
0,0
5,5
Grafenwöhr
   
8,6 Trag
   
11,4 Eschenbach (Oberpf)
   
13,5 Stegenthumbach
   
17,7 Metzenhof
   
20,7 Kirchenthumbach

Die Bahnstrecke Pressath–Kirchenthumbach war eine Stichbahn im früheren Landkreis Eschenbach in der Oberpfalz in der nördlichen Oberpfalz und besaß einen kurzen Abzweig zum Truppenübungsplatz Grafenwöhr.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von der bereits 1863 durch die AG der Bayerischen Ostbahnen eröffneten Bahnstrecke Weiden–Bayreuth wurde erst nach der Jahrhundertwende das damalige bayerische Bezirksamt Eschenbach an das Schienennetz angeschlossen. Von der Kleinstadt Pressath aus führte eine Lokalbahnstrecke in westlicher Richtung über Grafenwöhr nach Eschenbach, die am 20. Juli 1904 durch die Bayerische Staatsbahn in Betrieb genommen wurde. Am 7. Dezember 1904 erreichte sie nach 21 Kilometern den Endpunkt Kirchenthumbach, damals ein Markt mit wenig mehr als 900 Einwohnern.

Aus rein militärischen Gründen eröffnete die bayerische Armee am 1. Oktober 1910 eine 2,5 Kilometer lange Zweigbahn vom Bahnhof Grafenwöhr zum Lagerbahnhof des noch heute bedeutenden Truppenübungsplatzes Grafenwöhr. Diese stand jedoch zunächst dem öffentlichen Verkehr nicht zur Verfügung und ist jetzt ein „Privatgleis“ der Bundesrepublik.

Betrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den fünfziger Jahren erlebte die Lokalbahn ihre Blütezeit. Täglich verkehrten fünf Zugpaare, davon einige von und bis Weiden. Im Winterfahrplan 1949/50 gab es erstmals zivilen Verkehr zum Lagerbahnhof. Dies war ein D-Zug für die US-Armee (DUS) mit dem Zusatz: „Nur für Zeitkarteninhaber“. Es handelte sich damit um einen Schnellzug für die US-Army, der ferner Wagen für deutsche Reisende mitführte. Im folgenden Sommerfahrplan 1950 verkehrten zwei Eilzugpaare von Nürnberg über Neukirchen und Weiden nach Grafenwöhr Lager. Von dort gab es Personenzüge nach Kirchenlaibach.

Der Rückgang der Fahrgastzahlen setzte früh ein und führte ab 1. Juli 1962 zur Einstellung des Personenverkehrs zwischen Grafenwöhr und Kirchenthumbach. Auf der Reststrecke gab es ein kümmerliches Angebot an Zügen, das bis 23. Mai 1966 den Lagerbahnhof berührte und am 30. Mai 1976 vollkommen endete. Gleichzeitig endete der Güterverkehr Grafenwöhr–Eschenbach, während Kirchenthumbach schon ab 1. Juni 1969 nicht mehr bedient worden war.

Heutiger Zustand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heute ist die Strecke Pressath–Grafenwöhr Lager allein dem zeitweilig starken Militärverkehr vorbehalten, der übrige Abschnitt ist abgebaut worden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gerald Hoch, Andreas Kuhfahl: Nebenbahnen in der Oberpfalz. 1. Auflage 2000. Resch-Verlag, Neustadt bei Coburg, 2000, ISBN 3-9805967-7-X.