Bahnstrecke Rovaniemi–Kirkenes

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Die Bahnstrecke Rovaniemi–Kirkenes ist ein finnisch-norwegisches Projekt, das auch als Arktische Eisenbahn bezeichnet wird.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund der Klimaerwärmung gewinnt der Seeweg entlang der nordsibirischen Küste und durch die Beringstraße an Bedeutung. Diese Verbindung zwischen Europa und dem Fernen Osten ist 40 % kürzer als die durch den Sueskanal. Die Arktische Eisenbahn könnte so zu einem Glied einer neuen globalen Logistikroute werden.[1] Es wäre die erste Eisenbahnstrecke von einem Mitgliedstaat der Europäischen Union zu einem Hafen im Arktischen Ozean.[2] Das Projekt wäre auch eine Verlängerung zu dem Bau eines Eisenbahntunnels zwischen Tallinn und Helsinki und weiter über die Rail Baltica in die Europäische Union. Zu den an einer solchen Verbindung interessierten zählen darüber hinaus die Öl- und Gasindustrie, Fischerei und Forstwirtschaft sowie der Tourismus. Für letzteren entstünden interessante Kombinationsmöglichkeiten mit der Hurtigruten.[3]

Planungsstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das finnische und das norwegische Verkehrsministerium haben 2017 eine Studie mit Kostenschätzung für eine Eisenbahnverbindung zwischen der nördlichen Betriebsspitze des finnischen Eisenbahnnetzes und einem nordnorwegischen Hafen von Norconsult erarbeiten lassen.[4] Geprüft wurden dabei die Varianten:

Die Studie favorisiert die Strecke von Rovaniemi zum eisfreien Tiefwasserhafen von Kirkenes. Sie wäre 465 km lang und würde in der finnischen Breitspur von 1524 mm errichtet werden. Die Kosten werden auf 2,9 Mrd. Euro geschätzt, wobei allein 0,9 Mrd. Euro auf den relativ kurzen, aber sehr gebirgigen norwegischen Abschnitt entfielen.[5] Angeblich besteht chinesischerseits im Rahmen von dessen One Belt, One Road-Politik Interesse, finanziell in das Projekt einzusteigen.[6]

Unter finnischer Federführung sollen nun bis Ende 2018 die mit dem Projekt verbundenen Umweltfragen, dessen Implikationen für die samische Kultur im Allgemeinen und die Rentierzucht im Besonderen prüfen – das Samenparlament ist deshalb eingebunden – und einen Zeitplan aufstellen.[7] Die Strecke könnte frühestens in den 2030er Jahren in Betrieb gehen.[8]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. jst: Arktische Eisenbahn; Breum: Finland.
  2. NN: Finnland/Norwegen.
  3. jst: Arktische Eisenbahn.
  4. Norconsult: Arctic Railway.
  5. jst: Arktische Eisenbahn.
  6. Breum: Finland.
  7. jst: Arktische Eisenbahn; NN: Finnland/Norwegen.
  8. NN: Finnish-Norwegian blueprint.