Bahnstrecke Salva–Vișeu de Jos

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Salva–Vișeu de Jos
Viadukt bei Telciu
Viadukt bei Telciu
Strecke der Bahnstrecke Salva–Vișeu de Jos
Kursbuchstrecke (CFR): 409
Streckenlänge: 60,428 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Strecke – geradeaus
von Beclean pe Someș
Bahnhof, Station
0,000 Salva
   
nach Rodna Veche
Haltepunkt, Haltestelle
9,484 Coșbuc
Brücke über Wasserlauf (groß)
Sălăuța
Haltepunkt, Haltestelle
12 Bichigiu
Bahnhof, Station
15,201 Telciu
Haltepunkt, Haltestelle
20 Fiezel
Haltepunkt, Haltestelle
24,559 Fiad
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
Haltepunkt, Haltestelle
31,260 Romuli
Bahnhof, Station
37,033 Dealul Ștefăniței
Tunnel
Tunnel (2388 m Länge)
Tunnel
Brücke über Wasserlauf (groß)
Iza
Haltepunkt, Haltestelle
45,187 Săcel
Bahnhof, Station
52,255 Iza
Tunnel
Tunnel (ca. 700 m Länge)
   
von Borșa
Bahnhof, Station
60,428 Vișeu de Jos
Strecke – geradeaus
nach Valea Vișeului

Die Bahnstrecke Salva–Vișeu de Jos ist eine Hauptbahn in Rumänien. Sie verläuft vom Norden Siebenbürgens in das Maramureș-Becken.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bau der Strecke machte sich durch politische Gegebenheiten erforderlich. Im Jahre 1872 wurde die Bahnstrecke Satu Mare–Sighetu Marmației eröffnet. Damit war das Maramureș-Becken durch das Tal der Theiß an das Eisenbahnnetz angebunden. Damals gehörte die gesamte Region zum Königreich Ungarn innerhalb der habsburgischen Doppelmonarchie. Durch die Linien Sighetu Marmației–Iwano-Frankiwsk (1895) und Valea Vișeului–Borșa (1913) wurden weitere Gebiete der Maramureș erschlossen.

Am Ende des Ersten Weltkrieges zerfiel Österreich-Ungarn. Im Vertrag von Trianon gelangte Siebenbürgen an Rumänien; das Komitat Máramaros (Maramureș) wurde zwischen Rumänien und der Tschechoslowakei geteilt. Dabei überquerte die neue Staatsgrenze auch die Strecke Satu Mare–Sighetu Marmației, so dass die Bahnlinien im rumänischen Teil der Maramureș keine Verbindung zum übrigen Eisenbahnnetz des Landes hatten.[1]

In der Zwischenkriegszeit wurden von Seiten der rumänischen Regierung Überlegungen angestellt, von Siebenbürgen aus eine Bahnlinie in das Maramureș-Becken zu errichten. Ende der 1930er Jahre begann man von Salva an der Bahnstrecke Beclean pe Someș–Rodna Veche aus mit dem Bau einer Linie im Tal der Sălăuța, um über den Șetref-Pass den Ort Vișeu de Jos zu erreichen. Im Jahr 1939 wurde der 15 km lange Abschnitt von Salva nach Telciu in Betrieb genommen. Die Weiterführung erforderte den Bau mehrerer Brücken und Tunnel, so dass man sich zunächst zum Bau einer Schmalspurbahn entschloss, die von Telciu ausging und die Bahnstrecke Valea Vișeului–Borșa in der Nähe der Ortschaft Moisei erreichte. Sie wurde 1940 eröffnet.[2]

Im Ergebnis der Wiener Schiedssprüche 1939/1940 kamen sowohl Nordsiebenbürgen als auch die gesamte Maramureș (d. h. sowohl der rumänische als auch der tschechoslowakische Teil) wieder zu Ungarn; die Verbindung zwischen Salva und Vișeu de Jos verlor an Bedeutung. Die Fertigstellung der Normalspurbahn wurde von den ungarischen Behörden nicht weiter verfolgt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Maramureș in der Pariser Friedenskonferenz 1946 erneut geteilt; der Südteil gelangte wieder an Rumänien, der Nordteil diesmal nicht an die Tschechoslowakei, sondern an die Sowjetunion. Dadurch gewann für Rumänien der in der Vorkriegszeit begonnene Bau wieder an Aktualität.[1]

In den Jahren 1948 und 1949 wurde der noch fehlende Abschnitt zwischen Telciu und Vișeu de Jos fertiggestellt. Dabei war der Bau von mehreren Viadukten und fünf Tunneln erforderlich,[3] von denen der Tunnel unter dem Șetref-Pass zwischen dem Țibleș- und dem Rodna-Gebirge mit einer Länge von 2.388 m der längste war. Die feierliche Eröffnung erfolgte am 28. Dezember 1949 in Dealul Ștefăniței.[1]

Heutige Situation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Strecke ist eingleisig und nicht elektrifiziert. Es verkehren täglich mehrere Schnell- und Nahverkehrszüge.

Höhenprofil

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c ADZ.ro vom 26. März 2009, abgerufen am 17. Mai 2009
  2. David Turnock: Railway Network Development in Inter-war Romania: Economic and Strategic Motives. In: Geographica Pannonica. Nr. 8, 2004, ISSN 0351-3238, S. 16–24, online (PDF; 2,09 MB).
  3. Website der CFR, abgerufen am 17. Mai 2009

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]