Bahnstrecke Schliersee–Bayrischzell

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Schliersee–Bayrischzell
Strecke der Bahnstrecke Schliersee–Bayrischzell
Übersicht der Bahnstrecken südlich von Holzkirchen
Streckennummer (DB):5621
Kursbuchstrecke (DB):955
Streckenlänge:16,659 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse:CE
Minimaler Radius:215 m
Höchstgeschwindigkeit:60 km/h
Zugbeeinflussung:PZB
Kopfbahnhof – Streckenanfang
0,000 Schliersee 785 m
   
nach Holzkirchen
Brücke über Wasserlauf (mittel)
Schlierach
   
Glashütte
Haltepunkt, Haltestelle
4,799 Fischhausen-Neuhaus (ehem. Bf) 801 m
Strecke – geradeaus
Übergang zur Neuhauser Bockerlbahn (1919–1922)
Haltepunkt, Haltestelle
9,464 Fischbachau (ehem. Bf) 754 m
Brücke über Wasserlauf (mittel)
Leitzach
Haltepunkt, Haltestelle
12,469 Geitau
Haltepunkt, Haltestelle
14,280 Osterhofen (Oberbay) 792 m
Kopfbahnhof – Streckenende
16,659 Bayrischzell 804 m

Quellen: [1][2]

Die Bahnstrecke Schliersee–Bayrischzell ist eine eingleisige, nicht elektrifizierte Nebenbahn in Bayern. Die Bahnstrecke verbindet Schliersee mit Bayrischzell und wird heute von der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) bedient.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 15. Oktober 1903 begannen die Planungen, die Bahnstrecke Holzkirchen–Schliersee nach Bayrischzell zu verlängern. Anfangs existierten mehrere Möglichkeiten zur Anbindung Bayrischzells, von Westerham durch das Leitzachtal, von Miesbach über Fischbachau, von Gmund über Hausham nach Bayrischzell. Letztendlich fiel die Entscheidung für die heutige Streckenführung. Im Mai 1910 begannen schließlich die Bauarbeiten. Am 14. August 1911 konnte der erste Streckenabschnitt von Schliersee nach Fischbachau in Betrieb genommen werden. Am 1. Oktober desselben Jahres wurde auch der Abschnitt nach Bayrischzell fertiggestellt, die Strecke wurde nun feierlich eröffnet. Von 1925 bis 1930 wurde die Elektrifizierung der Strecke beantragt, diese wurde aber von der Deutschen Reichsbahn abgelehnt. 1945 war die Bahnstrecke für über ein Jahr unterbrochen, nachdem sich südlich von Schliersee am Westerberg ein Erdrutsch ereignete. In den 1950er und 1960er Jahren fuhren an Winterwochenenden bis zu 6 vom Sporthaus Scheck gecharterte Sonderzüge morgens aus München nach Bayrischzell und abends zurück.[3] Ab den 1970er Jahren wurde wegen sinkender Fahrgastzahlen die Stilllegung der Strecke diskutiert. Ein deutlicher Rückbau der Gleisanlagen im Bahnhof Schliersee erfolge in den 1980er Jahren. Im März 1989 wurde der zuletzt sehr schwache und nur noch bei Bedarf – mit Lokomotiven der Baureihe 333 abgewickelte – Güterverkehr eingestellt. Am 1. November 1998 übernahm die Bayerische Oberlandbahn den Betrieb auf der Strecke;[4] sie konnte in kurzer Zeit die Fahrgastzahlen verdreifachen. An schönen Wochenenden ist der Ansturm der Ausflügler zuweilen so groß, dass Fahrgäste nicht mehr zusteigen können. Sowohl eine Elektrifizierung der Strecke als auch eine vom Landkreis Miesbach geforderte Verdichtung auf einen Halbstundentakt werden vom Landesverkehrsministerium trotz dringender Notwendigkeit abgelehnt. Eine angedachte Erprobung von E-Tendern oder Akku-Lokomotiven ist finanziell noch nicht abgesichert und könnte außerdem an einem fehlenden Produzenten scheitern.[5]

Aktueller Betrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bayerische Oberlandbahn bietet ab München Hbf von 6:04 bis 0:04 Uhr einen Stundentakt über Schliersee nach Bayrischzell an. In der Gegenrichtung verkehren die Züge ab Bayrischzell von 4:49 bis 22:32 Uhr.[6]

Das Bahnunternehmen setzt seit Juni/Juli 2020 Fahrzeuge des Typs LINT 54 ein. Davor wurden Fahrzeuge der Typen Integral und Talent eingesetzt.

Streckenbeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausgehend vom Bahnhof Schliersee, einem Kopfbahnhof, wird der Schliersee westlich umfahren. Ab dem Haltepunkt Fischbachau folgt die Bahnstrecke dem Tal der Leitzach bis zum Endbahnhof Bayrischzell. Vor dem Haltepunkt Osterhofen (Oberbay) überquert die Wendelstein-Seilbahn die Bahnstrecke.

Zukunftsaussichten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Konzept der Bayerischen Staatsregierung für mehr Elektromobilität auf der Schiene in Bayern hat Innenminister Joachim Herrmann Anfang 2018 die Strecke aus bayerischer Sicht für die Elektrifizierung vorgeschlagen.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Infrastrukturregister. In: geovdbn.deutschebahn.com. DB Netz AG, abgerufen am 30. August 2020.
  2. Eisenbahnatlas Deutschland. 11. Auflage. Schweers + Wall, Köln 2020, ISBN 978-3-89494-149-9.
  3. Quelle: Dauerausstellung im Bahnhof Bayrischzell.
  4. Kursbuchstrecke 955 Schliersee–Bayrischzell
  5. Katrin Hager: Abfuhr für den Halbstunden-Takt. In: merkur.de. Münchner Merkur, 16. September 2016, abgerufen am 26. Dezember 2018.
  6. BOB Fahrplan München-Holzkirchen-Schliersee-Bayrischzell, gültig ab 29.04.17. (PDF) Abgerufen am 29. April 2017.
  7. Mehr Elektromobilität auf der Schiene. Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration, 23. Januar 2018, abgerufen am 2. Juni 2019.