Bahnstrecke Schnabelwaid–Bayreuth

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Schnabelwaid–Bayreuth
Abzweig Kreuzstein (links die Ostbahn nach Weiden)
Abzweig Kreuzstein (links die Ostbahn nach Weiden)
Streckennummer: 5001
Kursbuchstrecke (DB): 512, 860
Streckenlänge: 18,2 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Höchstgeschwindigkeit: 140 km/h
Verlauf
Strecke – geradeaus
von Nürnberg Hbf
Bahnhof, Station
0,0 Schnabelwaid (472 m)
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
nach Cheb
Bahnhof, Station
5,6 Creußen (Oberfr) (434 m)
Brücke über Wasserlauf (groß)
9,1 Roter Main (90 m)
Straßenbrücke
9,7 B 2 und B 85
Bahnhof ohne Personenverkehr
9,8 Neuenreuth (b Creußen) (415 m)
Straßenbrücke
12,2 A 9
Straßenbrücke
15,4 B 2 und B 85
   
von Hollfeld (und Thurnau)
   
16,6 Abzw Kreuzstein
Brücke (mittel)
17,2 B 22 (40 m)
Brücke (mittel)
Badstraße
Brücke über Wasserlauf (groß)
Mühlkanal
Brücke (mittel)
17,8 B 2 und
Brücke über Wasserlauf (groß)
17,8 Roter Main (zusammen 110 m)
Brücke (mittel)
Tunnelstraße
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
von Weiden (Oberpf)
Bahnhof, Station
18,2 Bayreuth Hbf (344 m)
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
nach Warmensteinach
Strecke – geradeaus
nach Neuenmarkt-Wirsberg

Die Bahnstrecke Schnabelwaid–Bayreuth (nördlicher Abschnitt der ersten Fichtelgebirgsbahn)[1] ist eine 18,2 Kilometer lange eingleisige Hauptbahn, die von Schnabelwaid über Creußen nach Bayreuth führt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fichtelgebirgsbahn wurde gebaut, um Bayreuth direkt mit Nürnberg zu verbinden, nachdem die Stadt bereits 1853 mittels einer Stichbahn von Neuenmarkt aus an die Ludwigs-Süd-Nord-Bahn angeschossen worden war. Die Bahnstrecke Nürnberg–Bayreuth wurde am 15. Juli 1877 auf ihrer gesamten Länge eröffnet,[2] der abzweigende Abschnitt Schnabelwaid–Holenbrunn erst zehn Monate danach in Betrieb genommen. Heute stellt die durchgehend zweigleisige Strecke von Nürnberg nach Marktredwitz die bedeutendere Achse dar, die eingleisige Hauptbahn Schnabelwaid–Bayreuth wird als Zweigstrecke betrachtet. Der südliche Teil der Fichtelgebirgsbahn von Nürnberg nach Pegnitz wird heute auch als Pegnitztalbahn bezeichnet.

Ab dem 12. April 1945 ruhte infolge der Kriegshandlungen gegen Ende des Zweiten Weltkriegs der Verkehr auf der Strecke, nachdem die Züge wegen der Angriffe durch Tiefflieger nur noch nachts unterwegs gewesen waren.[3] Am 8. Juni 1945 verkehrte zwischen Bayreuth und Pegnitz wieder der erste Zug.[4]

siehe auch: Geschichte der Eisenbahn in Bayreuth

Streckenbeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Strecke zweigt im Bahnhof Schnabelwaid von der Bahnstrecke Nürnberg–Cheb ab und verläuft entlang des Roten Mains und der hier gebündelten Bundesstraßen 2 und 85 nach Norden bis Bayreuth. Sie ist auf gesamter Länge eingleisig und besitzt an den Bahnhöfen Creußen und Neuenreuth Ausweichstellen zur Zugkreuzung. Die streckenbezogene Höchstgeschwindigkeit beträgt 140 km/h.

Am südlichen Stadtrand von Bayreuth mündete am Abzweig Kreuzstein bis 1998 vom Bahnhof Altstadt kommend das gemeinsame Gleis der ehemaligen Nebenbahnen nach Hollfeld und Thurnau. Hier stößt, von Osten her, auch die Bahnstrecke Weiden–Bayreuth auf die Trasse, beide Strecken verlaufen bis zum Hauptbahnhof ohne Weichenverbindung parallel. Das Stromtal des Roten Mains durchqueren sie auf einem knapp 1,5 km langen Damm. Von Süden kommend führt die Trasse zunächst über die B 22 (Wieland-Wager Straße), dann den Mühlkanal und schließlich, unmittelbar vor der Einfahrt in den Hbf Bayreuth, erst über die B 2 (Albrecht-Dürer Straße) und direkt daran anschließend den Roten Main.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über die Strecke fahren alle 2 Stunden Regional-Express-Züge mit Dieseltriebwagen der Baureihe 612 (Regioswinger) von Nürnberg über Pegnitz, Bayreuth und Münchberg nach Hof. Bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2013 wurden diese Züge als Interregio-Express-Züge gefahren und verkehrten weiter bis nach Dresden. Seit der Elektrifizierung der Sachsen-Franken-Magistrale zwischen Hof und Dresden wurde die Linie in Hof gebrochen, sodass ein Umstieg erforderlich ist. Daneben verkehren stündlich Triebwagen der Baureihe 612 als Regionalexpress von Nürnberg nach Bayreuth sowie im Schülerverkehr auf der Strecke. Seit Dezember 2013 gibt es darüber hinaus eine Direktverbindung mit der Baureihe 612 von Lichtenfels nach Nürnberg über Kulmbach, Neuenmarkt-Wirsberg und Bayreuth. Die Strecke ist seit dem Beitritt des Landkreises und der Stadt Bayreuth vollständig in den Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) integriert und wird durch die Regionalbahnlinie R3 bedient.

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Kundmann: „100 Jahre Fichtelgebirgsbahn“ Nürnberg–Marktredwitz–Eger/Marktredwitz–Hof/Schnabelwaid–Bayreuth u. Holenbrunn–Wunsiedel. Herausgeber: MEC Modell Eisenbahn Club/Hofer Eisenbahnfreunde e. V., Hof (Saale) 1976 bzw. 1985
  • Robert Zintl: Bayreuth und die Eisenbahn. Gondrom, Bindlach 1992, ISBN 3-8112-0780-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Robert Zintl: Bayreuth und die Eisenbahn, S. 53 ff
  2. Bernhard Ücker: Die Bayerische Eisenbahn 1835-1920, S. 145
  3. Peter Engelbrecht: Der Krieg ist aus. Frühjahr 1945 in Oberfranken. Späthling, Weißenstadt 2015, ISBN 978-3-942668-23-1, S. 50.
  4. Peter Engelbrecht, op. cit., S. 47