Bahnstrecke Schwandorf–Furth im Wald

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Schwandorf–Furth im Wald
Strecke der Bahnstrecke Schwandorf–Furth im Wald
Streckennummer:5800
Kursbuchstrecke (DB):875
Streckenlänge:67,23 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Höchstgeschwindigkeit
mit Neigetechnik:
160 km/h
Zugbeeinflussung:PZB, ZUB122
Zweigleisigkeit:nein
Strecke – geradeaus
von Weiden (Oberpf)
   
von Nürnberg Hbf
Bahnhof, Station
0,000 Schwandorf 358,41 m
   
nach Regensburg Hbf
   
Privatgleisanschluss (PA) Bayernwerk
Straßenbrücke
Bundesautobahn 93
Bahnhof ohne Personenverkehr
7,040 Wackersdorf (Oberpf) (Pv bis 1984)
   
Industriegleis
   
Industriegleis
Bahnhof ohne Personenverkehr
12,739 Altenschwand (Pv bis 2001) 399,72 m
   
von Rötz
   
von Nittenau
Bahnhof, Station
20,129 Bodenwöhr Nord 378,65 m
   
24,500 Neukirchen-Balbini (bis 1984) 389,58 m
Bahnhof, Station
29,610 Neubäu 387,82 m
Bahnhof, Station
36,384 Roding 368,30 m
Haltepunkt, Haltestelle
39,250 Pösing 364,46 m
   
von Waldmünchen
Bahnhof, Station
48,035 Cham (Oberpf) 372,99 m
Straßenbrücke
Bundesstraße 22
   
50,627 Cham (Oberpf) Schwedenschanze
   
nach Lam
Bahnhof, Station
54,880 Kothmaißling 376,74 m
Straßenbrücke
Bundesstraße 20
Haltepunkt, Haltestelle
58,859 Weiding 377,53 m
Bahnhof, Station
62,313 Arnschwang 389,44 m
Straßenbrücke
Bundesstraße 20
Bahnhof, Station
67,230 Furth im Wald 404,57 m[1]
Strecke – geradeaus
nach Plzeň (vorm. BWB)

Quellen: [2][3]

Die Bahnstrecke Schwandorf–Furth im Wald ist eine 67 Kilometer lange eingleisige Hauptbahn in Bayern. Sie führt von Schwandorf über Cham nach Furth im Wald. Sie ist Teil einer überregionalen Fernverbindung zwischen Deutschland und Tschechien.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die AG der Bayerischen Ostbahnen erhielt am 12. April 1856 von König Maximilian II die Konzession zum Bau der Strecke. Am 7. Januar 1861 wurde der erste Teilabschnitt von Schwandorf nach Cham eröffnet. Zwischen Cham und Furth im Wald folgte die Eröffnung am 20. September 1861. Einen Monat später am 15. Oktober 1861 erreichte die Bahnstrecke Pilsen–Furth im Wald diesen Bahnhof, so dass eine durchgängige Verbindung Nürnberg–Prag hergestellt wurde. Nachdem die Strecke 15 Jahre von den Bayerischen Ostbahnen AG betrieben wurde, ging sie durch Verstaatlichung der AG an die Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen über.[4] Zwischen 1892 und 1907 wurden insgesamt vier Nebenstrecken gebaut, die von dieser Hauptstrecke abzweigen. Im Bahnhof Cham (Oberpf) zweigen die beiden erstgebauten Bahnstrecken nach Lam und Bahnstrecke Cham–Waldmünchen (Eröffnung: 1. August 1895) ab. In Bodenwöhr Nord zweigt seit dem 3. August 1896 die Bahnstrecke Bodenwöhr–Rötz ab, der am 5. November 1907 die Bahnstrecke Bodenwöhr–Nittenau folgte.

Seit 2001 wurde der Zugverkehr von der Regentalbahn AG (RAG) unter dem Namen Oberpfalzbahn im Auftrag der DB Regio betrieben. Nach dem Gewinn der Ausschreibung durch die Bayerische Eisenbahngesellschaft 2011 betreibt die Regentalbahn diese Strecke seit Dezember 2014 direkt im Auftrag des Aufgabenträgers.[5] Neben den bisherigen Regio-Shuttle sollten auch zweiteilige Triebwagen des Typs LINK II zum Einsatz kommen. Aufgrund von Zulassungsproblemen kamen jedoch nicht PESA LINK II zum Einsatz, sondern es wurden Alstom Lint 41 bestellt, die seit Mitte 2016 nicht auf dieser Strecke, aber anderweitig im Netz der Oberpfalzbahn, eingesetzt werden.

Aufgrund des schlechten Ausbauzustands wurde 2012 der Fernverkehr Nürnberg–Prag auf der Strecke eingestellt und durch IC-Busse ersetzt.[6]

Von Juli bis Dezember 2014 wurde der Bahnsteig des Bahnhofs Roding in Richtung Westen verlegt und am neuen Standort eine Bus-Haltestelle zum Umstieg zwischen Bus und Bahn gebaut – dies erfolgte in Zusammenarbeit zwischen DB Station&Service und den Verkehrsbetrieben Roding. Der neue Mittelbahnsteig ist 170 m lang und hat eine Höhe von 55 cm über Schienenoberkante. Der zuvor ebenerdige Bahnsteigzugang wurde durch eine Fußgängerüberführung ersetzt, so dass keine Reisendensicherungsmaßnahmen mehr durchgeführt werden müssen.[7]

Der Grenzbahnhof Furth im Wald wurde 2020 barrierefrei umgebaut.[8] Die Deutsche Bahn entschied sich für einen Inselbahnsteig[9], der durch eine Überführung/Aufzug auch mit Rollstuhl erreichbar ist.[10][11] Anschließend wurde auch der Hausbahnsteig mit einer Höhe von 55 Zentimetern neugebaut.

Streckenbeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Strecke verlässt den Schwandorfer Bahnhof an seinem Südkopf und führt unter der A 93 hindurch Richtung Osten aus dem Schwandorfer Becken hinaus, wobei Kreuzberg und Tannenschlag südlich umfahren werden. Nördlich von Wackersdorf, das sich rechts der Strecke befindet, erstreckt sich das Oberpfälzer Seenland, welches 1982 nach Aufgabe des Braunkohle-Tagesbaus entstand und an seinem Südsaum tangiert wird. Das Gelände der ehemaligen (geplanten) Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf liegt dabei unmittelbar rechts der Trasse bei Altenschwand. Ab hier verläuft die Strecke durch den Naturpark Oberer Bayerischer Wald, durchquert den Taxölderner Forst und erreicht den ehemaligen Eisenbahnknoten Bodenwöhr, an dem die heute stillgelegte Bahnstrecke nach Rötz abzweigte und das inmitten der Bodenwöhrer Bucht bereits im oberen Einzugsgebiet des Sulzbachs liegt. Auf der ebenfalls in Bodenwöhr abzweigenden Strecke nach Nittenau findet bis heute Güterverkehr statt.

Weiter führt die Trasse südostwärts in der weiten Senke durch den Neubäuer Forst und trifft bei Roding auf den Regen, dem sie weitgehend an seinem nördlichen Talflankenfuss bis Cham folgt. Bei Chammünster zweigt die Strecke von der Bahnstrecke Cham – Lam nach Nordosten ab und folgt der Chamb an deren nordwestlichem Talhang durch die Cham-Further Senke bis Furth im Wald. Der dortige Bahnhof wurde an der Altstadt quer zur Senke der Kalten Pastritz angelegt. Hernach wendet sich die Trasse wieder an den Westhang des Chambtals, um von dort aus nordwärts in die Furche der Warmen Pastritz hinein eine Kehrschleife an die Abhänge des Diebergs auszufahren. Der Höhengewinn, dem auch die dann südliche Umfahrung des Diebergs in die Senke des Passendorfer Baches dient, ist für die spätere Erreichung der Europäischen Wasserscheide bei Česká Kubice, bereits hinter der Staatsgrenze, erforderlich. Von dort aus führt die Bahn weiter nach Pilsen.

Ausbauzustand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

alex nahe Cham Richtung Prag

Die Strecke ist durchgehend eingleisig und nicht elektrifiziert. Kurzfristig ist geplant, die Strecke durch kleinere Maßnahmen auch im weiteren Verlauf bis Pilsen zu ertüchtigen. Im Rahmen des Projektes Donau-Moldau-Bahn ist eine weitläufige südöstliche Umgehungskurve Schwandorfs geplant, die den bisherigen Richtungswechsel der von München nach Prag verkehrenden Züge überflüssig macht und somit zu einer Fahrzeitverkürzung führen soll. Bisherigen Überlegungen zufolge soll die Neubaustrecke von Regensburg über Nittenau führen und bei Roding auf die bisherige Bahnverbindung treffen.[12] Östlich von Furth im Wald soll die bisherige kurvenreiche Streckenführung ebenfalls abgekürzt werden.

Verkehrsverbünde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dieser Bahnstrecke gelten zwischen Neubäu und Furth im Wald die Tarife der Verkehrsgemeinschaft Landkreis Cham (VLC). Ebenso auf ein- und ausbrechende Fahrten in den Landkreis Cham von Bodenwöhr und Schwandorf. Seit 1. Juli 2011 gelten hier auch GUTi- und VLC-Kurkarten als Fahrscheine.

Zwischen diesen beiden im Landkreis Schwandorf gelegenen Bahnhöfen gilt der DB-Tarif.

Züge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regio-Shuttle im Bahnhof Kothmaißling

Bis in die 1970er Jahre erbrachten Dampflokomotiven den größten Teil der Verkehrsleistung. Hier waren diverse bayerische Länderbahntypen sowie Einheitslokomotiven der Deutschen Reichsbahn anzutreffen. In Furth im Wald waren auch verschiedene tschechische Dampflokomotiven unterwegs. In den 1950er Jahren wurden die ersten Dieseltriebwagen eingesetzt. Unter anderem der VT 66 der WUMAG.

Die Regionalbahnen auf dieser Linie werden mit Dieseltriebwagen vom Typ Stadler Regio-Shuttle RS1 gefahren. Der Regional-Express-Verkehr wird mit zwei Zugpaaren der DB Regio Bayern zwischen Nürnberg und Furth im Wald durchgeführt, die mit Neigetechnik-Dieseltriebwagen der BR 612 gefahren werden. Dazu verkehren sieben Expresszugpaare des alex zwischen München und Prag.

Die Zugleistungen der Bahnstrecke sind Teil der als „Regionalzügenetz Ostbayern“ bezeichneten Ausschreibung durch die Bayerische Eisenbahngesellschaft. Die Regentalbahn hat diese Ausschreibung für sich entscheiden können.[13]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Höhenangaben nach: Siegfried Bufe: Eisenbahnen in der Oberpfalz
  2. DB Netze - Infrastrukturregister
  3. Eisenbahnatlas Deutschland. 9. Auflage. Schweers+Wall, Aachen 2014, ISBN 978-3-89494-145-1.
  4. Siegfried Bufe: Eisenbahnen in der Oberpfalz
  5. Zuschlag Regionalzüge Ostbayern geht an die Regental Bahnbetriebs-GmbH. In: Pressemitteilung der Bayerischen Eisenbahngesellschaft. 22. Juli 2011, abgerufen am 18. Oktober 2018.
  6. Busse machen Konkurrenz: Zugverbindung Prag–Nürnberg wird eingestellt. FR, 30. Mai 2012
  7. Rodinger Kurier: „Im Juli 2014 beginnt die Bahn den Umbau“, 26. Oktober 2013
  8. Bahnhof Furth im Wald ist barrierefrei auf deutschebahn.com am 18. Dezember 2020, abgerufen am 9. Januar 2021
  9. Evi Paleczek: Übergang am Bahnhof kommt jetzt doch. In: mittelbayerische.de. 22. April 2016, abgerufen am 17. Januar 2019.
  10. Grenzenlos und barrierefrei reisen: Spatenstich für Umbaumaßnahmen am Bahnhof in Furth im Wald. In: Pressemitteilung des Bayerischen Innenministeriums auf wochenblatt.de. 3. April 2018, abgerufen am 18. Oktober 2018.
  11. Evi Paleczek: Furths neue Bahnbrücke schwebt ein. In: mittelbayerische.de. 16. November 2018, abgerufen am 17. Januar 2019.
  12. Ergebnisse der Machbarkeitsstudie Donau-Moldau-Bahn. Stadt Regensburg, abgerufen am 18. Oktober 2018.
  13. Bahnland Bayern – Wettbewerbsprojekte (Memento vom 28. September 2015 im Internet Archive)