Bahnstrecke Steinbourg–Rastatt

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Steinbourg–Rastatt
Ehemaliger Bahnhof von Bouxwiller, Gleisseite
Ehemaliger Bahnhof von Bouxwiller, Gleisseite
Streckennummer (SNCF): 160 000 Steinb.–Schweigh.

150 000 Haguenau–Rœschw.

162 000 Bouxwiller–Ingwiller
Streckennummer: 4242
Kursbuchstrecke (SNCF): 107 Saverne–Haguenau
Kursbuchstrecke: ? (SNCF)
DR bis 1919:
224 (Zabern–Rastatt)
232a (Buchsweiler–Ingweiler)
DR bis 1945:
282q (Zabern–Rastatt)
284b (Buchsweiler–Ingweiler)
Streckenlänge: (laut Kursbuch 1944
Saverne–Rastatt:)
80 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
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von Paris
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458,01 Saverne (Zabern)
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von/nach Obernai
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459,83 Zornhoff-Monswiller (Zornhof)
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462,46
0,00
Steinbourg (Steinburg)
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nach Strasbourg
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Zorn
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A4
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LGV Est européenne
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4,4 Hattmatt
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8,6 Dossenheim-sur-Zinsel
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8,4 Neuwiller-lès-Saverne (Neuweiler)
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von Sarreguemines
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0,0 Ingwiller (Ingweiler)
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nach Obermodern
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2,7 Obersoultzbach (Obersulzbach)
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Zweigstrecke
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12,9
6,6
Bouxwiller (Buchsweiler)
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von Ingwiller
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18,605 Obermodern
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nach Mommenheim
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23,584 Pfaffenhoffen (Pfaffenhofen)
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25,6 Moder
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28,6 Neubourg (Neuburg)
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von Niederbronn
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32,8 Nördliche Zinsel
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von Niederbronn
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33,471
3,767
Schweighouse s/M (Schweighausen)
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von Wissembourg
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0,000
0,000
Haguenau (Hagenau)
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Industriegebiet Süd
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nach Bischwiller
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Moder
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von Bischwiller
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3,7 Oberhoffen-sur-Moder (Oberhofen)
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11,4 Schirrhein
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16,4 Soufflenheim (Sufflenheim)
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Rountzenheim (Runzenheim-Mühlweg)
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A35
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von Strasbourg
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21,8 Rœschwoog (Röschwoog)
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24,7 Roppenheim
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nach Lauterbourg
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Industriegebiet Beinheim
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28,8
92,3
Rheinbrücke Wintersdorf (528 m), Rhein,
  Staatsgrenze Deutschland / Frankreich
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92,0 Eigentumsgrenze DB Netz / SNCF Réseau
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91,930 Eigentumsgrenze AVG / DB Netz
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90,2 Wintersdorf (Baden)
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80,2 (ca.) ehem. NATO-Benzindepot
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88,5 (ca.) zum Bf. Rennplatz Iffezheim
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78 (ca.) MEG Rastatt–Schwarzach (1000 mm)
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Rastatt Übergabebahnhof MEG
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87,3 Munitionsdepot
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86,6 Eigentumsgrenze DB Netz / AVG
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86,6 Gleisanschluss Daimler AG
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86,4 (ca.) ehemalige Kaserne
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von Baden-Baden
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82,9 Rastatt
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über Muggensturm und
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Durmersheim nach Karlsruhe

Die Bahnstrecken Steinbourg–Obermodern–Schweighouse und Haguenau–Rœschwoog–Rastatt und die Zweigstrecke Bouxwiller–Ingwiller sind bzw. waren normalspurige, bis auf die Zweigstrecke, zeitweise zweigleisige Eisenbahnstrecken im Elsass, die bis zum Zweiten Weltkrieg auch verschiedene strategische Aufgaben hatten. Sie verbinden als zusammenhängende Diagonale Saverne (an der Strecke von Paris nach Strasbourg nahe der zeitweiligen deutsch-französischen Grenze) und Obermodern (an der Strecke von Sarreguemines) über das Mittelzentrum Haguenau mit Lauterbourg und Rastatt nahe der heutigen Grenze. Die Strecke ist nicht elektrifiziert.

Der Abschnitt Steinbourg−Obermodern, die Stichstrecke Bouxwiller–Ingwiller und alle Verbindungskurven sind abgebaut, der Abschnitt Obermodern-Haguenau–Rœschwoog wird, abgesehen von gelegentlicher militärischer Nutzung, nicht mehr befahren, auch der Abschnitt über den Rhein ist, abgesehen von kleineren Unterbrechungen, noch vorhanden.

Steinbourg−Obermodern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Saverne im Sommer 2013

Die Planung der schon zu französischen Zeiten für die Anbindung des „gewerbreichen Ortes Buchsweiler“ konzessionierte, 13 km lange[1] Strecke Steinbourg−Bouxwiller wurde am 18. Juni 1871 von der deutschen Verwaltung zur Anbindung des „fruchtbaren Hanauer Landes“ und des Gewerbes in und um Bouxwiller als nützliche Maßnahme nochmals genehmigt[2] und am 15. Oktober 1877 eröffnet,[1][3] die Strecke Bouxwiller–Obermodern wurde am 9. Juli 1879[2] genehmigt und am 1. November 1881[3][4] von Deutschland zunächst eingleisig erbaut, vermutlich in den 1930er Jahren von Frankreich zweigleisig ausgebaut, kurz nach dem Zweiten Weltkrieg aber nur eingleisig wieder aufgebaut.[5] Beim Bau des ersten Abschnitts ergaben sich Verzögerungen durch Rutschungen eines 18 m hohen Dammes.[1] Mehr als 5‰ Gefälle hatte die Strecke nur kurz vor Bouxwiller mit 10‰.[2] Der letzte Personenzug fuhr auf diesem Abschnitt am 31. März 1970,[6] der letzte Güterzug zwischen Steinbourg und Dossenheim am 3. August 1970, zwischen Dossenheim und Bouxwiller am 28. September 1975, zwischen Bouxwiller und Obermodern am 1. Mai 1987. Die Stilllegung mit Abbau der Strecke wegen des Autobahnbaus zwischen Steinbourg und Dossenheim erfolgte am 26. Juli 1973, bis Bouxwiller (und Obermodern?) wurde sie dagegen erst am 20. September 1991 stillgelegt.[7] Die Verbindungskurve vor Obermodern wurde am 14. Januar 1972 stillgelegt.[8]

Brücke der ehemaligen Bahnstrecke über Feldweg und „le Griesbaechel“ zwischen Hattmatt und Dossenheim-sur-Zinsel

Die Strecke Steinbourg–Obermodern zweigt von der (im Bereich Steinbourg) 1851 eröffneten Hauptstrecke Paris–Strasbourg westlich des Bahnhofes Steinbourg ab, dessen Empfangsgebäude wegen dieses Abzweiges von den heutigen Bahnsteigen der Hauptstrecke weiter zurückgesetzt und nicht parallel zu diesen ist. Sie steigt im Tal der Südlichen Zinsel über Hattmatt bis Dossenheim-sur-Zinsel mit Bahnhöfen am östlichen Ortsrand an. Die alte Trasse liegt dabei in derselben Höhenlage wie die ab 1973 gebaute A4, wegen der die Strecke weichen musste. Kurz nach dieser Kreuzungsstelle kreuzt, etwas höher als die alte Trasse, die 2013 noch in Bau befindliche Schnellfahrstrecke LGV Est européenne. Nach Dossenheim nochmals leicht ansteigend erreicht sie, Neuwiller-lès-Saverne südöstlich passierend, den Ort Bouxwiller. Dieser Abschnitt ist heute zwischen den jeweiligen Ortsrändern ein Radweg, größtenteils auf der alten Bahntrasse. In der Ortslage Bouxwiller ist der Radweg unterbrochen und fängt erst am Ortsrand an, endet dann an der Gemeindegrenze. Richtung Obermodern fällt die Strecke in das Tal der Moder ab. Viele Brücken, Dämme und Einschnitte dieses topographisch bewegtesten Teiles der Strecke sind noch vorhanden, es kreuzen aber einige neugebaute Straßen die alte Trasse auf deren Niveau. In Bouxwiller stehen vereinzelt Gebäude teilweise auf der alten Trasse.

Bouxwiller–Ingwiller[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Bouxwiller zweigte eine 6,6 km lange eingleisige Nebenstrecke über Obersoultzbach als einzigem Zwischenhalt nach Ingwiller ab, die am 16. Dezember 1889 zur Anbindung Ingwillers eröffnet wurde, deren Bedeutung aber schon durch die Eröffnung der Bahnstrecke Mommenheim–Sarreguemines über Ingwiller und Obermodern 1895 sank.[1] Am 4. Oktober 1953 wurde der Personenverkehr eingestellt, am 21. Mai desselben Jahres der Güterverkehr. Die Stilllegung erfolgte am 12. November 1954.[9]

Obermodern−Haguenau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verzweigung der Strecken nach Niederbronn und Obermodern im Bahnhof Schweighouse

Die Strecke Obermodern–Schweighouse wurde am 1. November 1881[3][4] von Deutschland zunächst eingleisig eröffnet, die Strecke Schweighouse–Haguenau schon am 19. Dezember 1864.[3] Durch kaiserlichen Erlass vom 26. März 1893 wurde der zweigleisige Ausbau mit maximalen Steigungen von 5‰ statt 10‰ beschlossen und am 1. April 1895 in Betrieb genommen, vermutlich kurz nach dem Zweiten Weltkrieg aber nur eingleisig wieder aufgebaut.[5][2][1] Der letzte Güterzug fuhr am 1. Oktober 1990.[10] Die Verbindungskurven nach Obermodern und vor Schweighouse wurden am 13. Februar 1964 stillgelegt.[8]

Die Strecke von Saverne kreuzt die am 1. Mai 1895[3] eröffnete „Vogesenbahn“ Strasbourg–Mommenheim–Sarreguemines im Bahnhof Obermodern eben. Beide Strecken haben in diesem eigene Bahnsteige, die mit einer Unterführung verbunden sind. Aktiv bedient werden nur die zwei Bahnsteige der Strecke Strasbourg–Sarreguemines, die Signale sind aber auch noch für die Strecke Saverne-Haguenau in Betrieb. Beide Verbindungskurven östlich und westlich des Bahnhofes sind abgebaut. Die Strecke verläuft im Tal der Moder und hat in der Communauté de communes du Val de Moder den Bahnhof Pfaffenhoffen, wobei von der Communauté auch Niedermodern direkt an und Uberach und la Walck auf der anderen Seite der Moder auch noch nahe der Strecke liegen. Am Bahnhof Neubourg zweigt ein militärisch genutzter Gleisanschluss ab. Laut Streckenkarte der RFF ist der Abschnitt Obermodern−Neubourg außer Betrieb.[11] Am nächsten Bahnhof Schweighouse-sur-Moder trifft die nur noch bis Niederbronn-les-Bains betriebene eingleisige Nebenbahn Haguenau–Sarreguemines auf die ab hier noch zweigleisige Strecke, die dann in den Bahnhof von Haguenau mündet.

Haguenau−Rœschwoog−Rastatt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Roppenheim mit dem ungenutzten Hausbahnsteig am Gleis nach Rastatt

Die Strecke Haguenau−Rœschwoog−Rastatt wurde am 1. Mai 1895[3][4] von Deutschland als strategische Bahn als Teil der badischen Rheinbahn zweigleisig erbaut, kurz nach dem Zweiten Weltkrieg aber nur eingleisig wieder aufgebaut.[5] Der letzte Güterzug zwischen Oberhoffen und Soufflenheim fuhr am 16. Dezember 1973, zwischen Soufflenheim und Rœschwoog am 2. Juni 1991, der Personenverkehr wurde zunächst am 23. August 1938 eingestellt[12] und im Mai 1942 wieder aufgenommen bis zur Sprengung der Rheinbrücke im Januar 1945, danach zumindest über den Rhein hinweg nicht wieder aufgenommen.[5] Die Verbindungskurve Oberhoffen–Bischwiller wurde am 1. Mai 1900 eröffnet, am 23. August 1939 im Personenverkehr eingestellt und am 13. Februar 1964 stillgelegt.[13] Erste Überlegungen zur Anbindung des Militärlagers Oberhoffen gab es bereits 1855.[2]

Die Strecke verlässt den Bahnhof von Haguenau in Verlängerung der Strecke aus Richtung Saverne, kreuzt die Strecke Strasbourg–Wissembourg also nicht, sondern unterquert diese südlich von Haguenau, passiert den Ort Kaltenhouse ohne Haltepunkt und erreicht nach Überbrücken der Moder den Bahnhof Oberhoffen-sur-Moder. Die ehemalige Verbindungskurve nach Bischwiller (eröffnet 1. Mai 1900[3]) mit naher eigener Moderbrücke ist abgebaut. Im Bahnhof Oberhoffen gibt es neben dem Durchgangsgleis zwei weitere Gleise, die den nahen Militäranlagen dienen. Weiter nach Osten ist die Strecke vorhanden, aber nicht mehr im Betrieb.[14] Es folgen die Bahnhöfe Schirrhein (das nahe Schirrhoffen wurde ohne Halt passiert) und Soufflenheim und der Haltepunkt Mühlweg für Rountzenheim. Direkt nach diesem wird die A35 und knapp 1 km später die Bahnstrecke Wörth–Strasbourg überbrückt. Im Bahnhof Rœschwoog besteht heute (nur noch) ein Verbindungsgleis zu dieser Strecke, Richtung Roppenheim schließen sich Abstellgleise an. Ab Rœschwoog wird die Strecke noch aktiv genutzt als Gleisanschluss für das Industriegebiet von Beinheim mit der Stärkefabrik Roquette Frères. Die Gleise sind bis zur Rheinbrücke Wintersdorf vorhanden, aber ab kurz vor der Brücke offenbar entwidmet.[14] Die Brücke über die L 78a nach Wintersdorf ist vorhanden, aber „aufgebockt“, um die notwendige Durchfahrtshöhe zu erreichen, für eine Benutzung durch Schienenverkehr müsste sie abgesenkt werden. Zwischen dem Bahnhof Wintersdorf und Rastatt wurden ein NATO-Treibstofflager und ein Munitionsdepot bedient, des Weiteren bestand ein Gleisanschluss Richtung Iffezheim. Die Mittelbadische Eisenbahnen überbrückte die Trasse für eine meterspurige Strecke nach Rastatt. Aktiv befahren wird die Strecke aktuell nur noch für den Gleisanschluss des Werkes der Daimler AG. Zwischen diesem und der Rheinbrücke gehört die Strecke inzwischen der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft, da dieser Abschnitt Teil von Überlegungen zur Erweiterung des Stadtbahnnetzes nach Iffezheim und zum Baden-Airpark waren, die jedoch zurückgestellt werden mussten. Am 7. Oktober 1950 wurde der Personenverkehr zwischen Rastatt und Wintersdorf eingestellt. Der Abschnitt Haguenau–Rastatt wurde aus militärischen Gründen mit speziell robusten Schienen versehen, die auch schwere Züge tragen konnten.[2]

Betrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Aufgebockte“ Brücke über die L78a bei Wintersdorf, bei Bedarf kann man sie wieder befahrbar machen

Mindestens während des Zweiten Weltkrieges gab es rund ein halbes Dutzend durchgehende Zugpaare zwischen Saverne und Rastatt zuzüglich weiterer Züge auf Teilabschnitten, siehe Kursbuch 1944 in den Weblinks.

Der grenzüberschreitende Verkehr über die Rheinbrücke Wintersdorf (Details siehe dort) war nach dem Ersten Weltkrieg bis 1922 eingestellt. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente die Brücke nur noch dem Militärverkehr mit Ausnahme von einigen Tagen Umleitungsverkehr 1966. Ab 1960 wurde die Brücke vorrangig für den Autoverkehr genutzt. Nach Sperrung der Staustufe Iffezheim für Radfahrer ist sie die einzige Radverbindung ohne Fähren zwischen Karlsruhe und Strasbourg.

Die Linienführung und der zweigleisige Neu- beziehungsweise Ausbau und die Wahl der Trassierungsparameter sowie die teilweise kreuzungsfreie Querung anderer Strecken erfolgte aus militärstrategischen Gründen, damit, je nach aktueller Zugehörigkeit von Elsass-Lothringen. Entweder sollten die deutschen Truppen aus dem Kernland schnell den strategisch wichtigen Vogesenübergang hinter Saverne oder die französischen Truppen aus dem Kernland schnell die Grenze bei Rastatt oder Lauterbourg erreichen können. Die militärische Bedeutung, unter anderem durch an der Strecke gelegene Militäranlagen und die Option eines Rheinübergangs, sorgten bis heute für den Erhalt der meisten Abschnitte.

Darüber hinaus war die Strecke Obermodern–Rastatt Teil eines Gesamtpaketes in Elsass-Lothringen mit dem zweigleisigen Neubau der Strecken (Strasbourg–)Mommenheim–Sarreguemines und Haguenau–Rastatt(–Mannheim) und der Erweiterung auf zwei Gleise der Strecke Obermodern–Haguenau, die zusammen am 1. Mai 1895 in Betrieb gingen[3] und dem Kohlentransport von Sarreguemines über Obermodern nach Baden bzw. Strasbourg dienten.[1]

Die Reaktivierung mindestens des Abschnitts über die Rheinbrücke von Rastatt bis möglichst Haguenau zur Verbesserung des grenzüberschreitenden öffentlichen Nahverkehrs wird von deutschen und französischen Umweltverbänden gefordert.[15] Für den Bundesverkehrswegeplan 2015 hat das Land Baden-Württemberg die Reaktivierung für den Fernverkehr angemeldet auf der Grundlage von Artikel 5 Absatz 4 der Vereinbarung Deutschland und Frankreich über die Schnellbahnverbindung Paris–Ostfrankreich–Südwestdeutschland.[16][17]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f Funke: Die bauliche Entwicklung der Reichseisenbahnen in Elsaſs-Lothringen, 1870 bis 1895. In: Zeitschrift für Bauwesen. XLV. 04, 1895, S. 265ff. (PDF; 7,6 MB), abgerufen am 16. August 2013.
  2. a b c d e f Jean-Marc Dupuy: Gares et tortillards d'Alsace. Éditions Cheminements, 2009, ISBN 978-2-36037-000-9 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. a b c d e f g h Laut bahnstatistik.de GD Strasbourg, abgerufen am 16. August 2013.
  4. a b c Laut elsassbahn.free.fr, abgerufen am 14. August 2013, dort jedoch 1902 statt 1895 für Haguenau–Rastatt genannt
  5. a b c d Aus Diskussionen bei DSO August 2013, noch genauer zu recherchieren ...
  6. Aussage laut Benutzer „Petersbacher“ im Forum Drehscheibe Online als Fahrgast des letzten Zuges
  7. Steinbourg – Bouxwiller Ligne N°31 und Bouxwiller – Schweighouse Ligne N°31, abgerufen am 22. August 2013.
  8. a b fr:Ligne de Steinbourg à Schweighouse-sur-Moder aus der französischen Wikipedia vom 22. August 2013 mit „Journal Officiel de la République Française“ als Quellenangabe
  9. Bouxwiller – Ingwiller Ligne N°32, abgerufen am 22. August 2013.
  10. Bouxwiller – Schweighouse Ligne N°31, abgerufen am 22. August 2013.
  11. Streckenkarte der RFF für das Elsass, Stand 10. Juli 2012 (PDF; 2,6 MB), abgerufen am 1. November 2013.
  12. Haguenau – Rhin Ligne N°34, abgerufen am 22. August 2013.
  13. Bischwiller – Oberhoffen-Camp Ligne 30, abgerufen am 22. August 2013.
  14. a b fr:Ligne de Haguenau à Roeschwoog et frontière in der französischen Wikipedia
  15. U. a. PM von Pro Bahn vom 20. März 2013 und Pressemitteilungen des deutsch-französischen Bündnisses Trans-Pamina
  16. Vereinbarung zwischen dem Bundesminister für Verkehr der Bundesrepublik Deutschland und dem Minister für Ausrüstung, Wohnungsbau und Verkehr der Französischen Republik über die Schnellbahnverbindung Paris–Ostfrankreich–Südwestdeutschland
  17. Anmeldungen des Landes Baden-Württemberg für den Bundesverkehrswegeplan 2015 (BVWP 2015) (PDF; 48 kB)