Bahnstrecke Worb Dorf–Worblaufen

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Worb Dorf–Worblaufen
Fahrplanfeld: 307
Streckenlänge: 9,81 km
Spurweite: 1000 mm (Meterspur)
Stromsystem: 1250 Volt =
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9,86 Worb Dorf
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nach Bern
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10,25 Worbboden
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11,69 Vechigen
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12,79 Boll-Utzigen
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14,73 Stettlen
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15,57 Deisswil
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Anschluss Kartonfabrik
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16,11 Bolligen B-Anlage
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17,54 Bolligen
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18,58 Ittigen bei Bern
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nach Bern Kornhausplatz
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Eyfeld
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Übergang zur Strassenbahn Bern
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19,23 Papiermühle
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19,80 BKW
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von Solothurn und von Unterzollikofen
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20,87 Worblaufen
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nach Bern

Die Bahnstrecke Worb Dorf–Worblaufen, nicht zu verwechseln mit der südlich verlaufenden Bahnstrecke Bern–Worb Dorf ist eine 11,19 Kilometer lange, meterspurige und elektrifizierte Bahnstrecke im Schweizer Kanton Bern.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Züge von und nach Worb Dorf im Bahnhof Worblaufen
Der Ausgangspunkt Worb Dorf

Im Bahnhof Worblaufen trifft sie mit den Bahnstrecken Bern–Unterzollikofen und Solothurn–Worblaufen zusammen. Von hier verkehren alle Züge weiter über eine Doppelspurstrecke bis in die Schweizer Bundesstadt Bern. Alle drei Strecken werden heute vom Regionalverkehr Bern–Solothurn (RBS) betrieben und die darauf verkehrenden Reisezüge sind seit 2004 in die S-Bahn Bern integriert.

Bedient wird die Strecke nach Worb Dorf heute von der Linie S7. Von 1974 bis 2004 war dies die Linie W, wobei bis Ittigen kurzgeführte Züge mit einem rot durchgestrichenen Liniensignal gekennzeichnet waren. Betriebsmittelpunkte sind Worblaufen, Worb Dorf und Worbboden, wo sich jeweils Depots befinden, in Worbboden zusätzlich eine Werkstätte. Als Besonderheit ist der Streckenabschnitt BKW –Worblaufen(–Oberzollikofen) für den Güterverkehr als Dreischienengleis ausgeführt.

Die Strecke von Worb über Ittigen nach Papiermühlestrasse (heute Guisanplatz) sowie die damalige Zweigstrecke zwischen Ittigen und der Pulverfabrik, wo Anschluss an die BZB-Strecke Pulverfabrik-Worblaufen bestand, wurden am 23. August 1913 durch die Worblentalbahn eröffnet. Auf der damaligen Zweigstrecke von Ittigen nach Worblaufen war der Personenverkehr zwischen 1923 und 1974 eingestellt, und sie wurde als reine Güterverkehrsstrecke benutzt. Mit der Verlegung der Endstation Bern in den Tunnelbahnhof unter dem Hauptbahnhof Bern wurde die Strecke Ittigen nach Guisanplatz (Kornhaus) eingestellt und abgebrochen. Der Abschnitt Worblaufen–Papiermühle–Ittigen wurde zwischen 1968 und 1985 etappenweise neu gebaut und von der Strasse wegverlegt und bis 2007 durchgehend auf Doppelspur ausgebaut. Das Teilstück Worblaufen–Pulverfabrik (spätere Dienststation BKW, heute Anschlussgleis Betonwerk) wurde ursprünglich von der Bern–Zollikofen-Bahn (BZB) erbaut und schon 1912 eröffnet, die Strecke Pulverfabrik–Ittigen 1913 von der Worblentalbahn (WT). 1923 bis 1969 fand auf diesem Abschnitt kein Personenverkehr statt, er diente lediglich dem Güterverkehr zu den damals ausgedehnten Anschlussgleisanlagen. Erst 1972 wurde das Betonwerk Worblaufen mit einem Anschlussgleis erschlossen, dieses wurde als letztes noch bis 2012 bedient, nachdem 2010 die Kartonfabrik Deisswil geschlossen worden war und die beförderten Mengen zusammenbrachen. Heute dient das Gleis beim Betonwerk noch dem Baudienst des RBS; bis dorthin können Normalspurwagen mit Schotter, Schienen, Schwellen und anderen Materialien noch gebracht werden.

Am 26. April 1985 starben vier Menschen beim Zusammenstoss zweier Züge bei Deisswil, 16 Personen wurden verletzt. Ein Zug aus Bern hat die Kreuzung des Gegenzuges aus Worb nicht abgewartet.[1] Nach dem Unfall wurde mit grossem Aufwand das Zugsicherungssystem ZSL 90 entwickelt.[2]

Betriebsstellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Betriebsstelle Gleisanlage Inbetriebnahme Bemerkungen
Worblaufen Verzweigungsbahnhof mit 6 Gleisen, Depotanlage, Abstell- und Gütergleise 1912 Verschiedene Um- und Ausbauten
Pulverfabrik Haltestelle bis 1923, Anschlussgleise
Eigentumsgrenze Bern–Zollikofen-Bahn und Worblentalbahn
1912–1968 Ersatz durch Dienststation BKW (neue Linienführung)
Anschlussgleis Betonwerk (ehemals Dienststation BKW) Dienststation, Anschlussgleise 1968 Bis 2007 Beginn der Doppelspur nach Ittigen
Papiermühle zwei Gleise, Aussenperrons je nach dem Bahnübergang 1985 Linienverlegung
Ittigen bei Bern zwei Gleise, ein Aussenperron und ein Mittelperron 1913 bis 200X ein Abstellgleis für die Adhesa AG
Bolligen zwei Gleise 1913 ein kurzes Abstellgleis für Dienstfahrzeuge
Bolligen B-Anlage Dienststation 1953 Ausweichgleis

2 Abstellgleise

Deisswil Haltestelle, ein Gleis 1913
Stettlen Bahnhof, zwei Gleise 1913
Boll-Utzigen Bahnhof, zwei Gleise 1913
Vechigen Haltestelle, ein Gleis 1913
Worbboden Haltestelle, ein Gleis 2006 Depotwerkstätte (1972)
Worb Dorf Kopfbahnhof, zwei Gleise 1913 Bahnhofshalle (2002)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Claude Jeanmaire: Die Überlandbahn von Bern nach Worb. Geschichte und Rollmaterial zweier Berner Vorortsstrecken. Verlag für Eisenbahn- und Strassenbahnliteratur, Basel 1971.
  • Theo Stolz, Paul Bucher: Solothurn-Zollikofen-Bern-Bahn. Geschichte und Rollmaterial. Solothurn-Zollikofen-Bern-Bahn, Worblaufen 1979.
  • Jürg Aeschlimann: Regionalverkehr Bern–Solothurn; Teil 1: Linien G und W. Prellbock Druck & Verlag, Leissigen 1998, ISBN 3-907579-07-0.
  • Hans G. Wägli: Bahnprofil Schweiz ’05. Diplory Verlag, Grafenried 2004, keine ISBN.
  • Hans G. Wägli: Bahnprofil Schweiz CH+. Diplory Verlag, Grafenried 2010, keine ISBN.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bahnstrecke Worb Dorf–Worblaufen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Collision de trains près de Berne: quatre morts. Journal de Genève, Genf, 27. April 1985, S. 15, abgerufen am 14. November 2013 (Le Temps – archives historiques, französisch).
  2. Peter Scheidegger: Unfälle lösen Verbesserungen aus. In: Schweizer Eisenbahn-Revue. Nr. 11/2004. Minirex, ISSN 1022-7113, S. 497.