Bahnstrecke Worms–Gundheim

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Worms–Gundheim
Streckennummer (DB): 3565
Streckenlänge: 11 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Betriebsstellen und Strecken[1]
   
11,2 Gundheim
   
A 61
   
8,0 Abenheim
   
3,3 Herrnsheim
BSicon exSTR+l.svgBSicon eSTRr+l.svgBSicon .svg
Strecke von Mainz
BSicon exSTR.svgBSicon STR.svgBSicon .svg
BSicon exSTR.svgBSicon STR.svgBSicon STR+l.svg
Strecke von Biblis,
 ehem. Strecke von Weinheim
BSicon exSTR.svgBSicon STR.svgBSicon STR.svg
BSicon KBHFxa.svgBSicon BHF.svgBSicon KBHFe.svg
0,0 Worms Hbf
BSicon xABZgr.svgBSicon STR.svgBSicon .svg
Rheinhessenbahn nach Monsheim
BSicon exSTRr.svgBSicon STR.svgBSicon .svg
ehem. Strecke nach Grünstadt
Strecke – geradeaus
Strecke nach Ludwigshafen

Die Bahnstrecke Worms–Gundheim war eine rund elf Kilometer lange Nebenbahn in Rheinhessen. Sie wurde von 1903 bis 1961 im Personenverkehr betrieben.

Streckenverlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Eisenbahnstrecke begann in Worms Hauptbahnhof und führte in nordwestlicher Richtung über die Wormser Stadtteile Neuhausen, Herrnsheim und Abenheim nach Gundheim. Die Strecke war durchgehend eingleisig und nicht elektrifiziert. Sie wies keine nennenswerten Steigungen auf.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beabsichtigt war, von Worms über Gundheim, Westhofen, Gau-Odernheim und Nieder-Olm bis nach Ingelheim zu bauen. Das Projekt wurde deshalb auch als „Gaubahn“ bezeichnet.[2] Die Trassenführung der Strecke von Worms Hauptbahnhof über mehrere Gemeinden, die heute Wormser Stadtteile sind, nach Gundheim war anfangs sehr umstritten. Einige rheinhessische Gemeinden, die ebenfalls einen Eisenbahnanschluss wollten, fühlten sich benachteiligt. Schließlich kam es, vor allem durch starke Unterstützung des damaligen Herrnsheimer Landtagsabgeordneten Freiherr von Heyl, zu einer Streckenführung über Herrnsheim mit dem Endbahnhof Gundheim. Die Strecke wurde am 1. Oktober 1903 eröffnet.

Eisenbahnunfall von 1954[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 24. Juli 1954 ereignete sich der bis heute schwerste Eisenbahnunfall in Rheinhessen auf der Strecke Worms–Gundheim: Als ein Zug und ein voll besetzter Bus mit Betriebsangehörigen der Worms-Hochheimer Firma Schramm & Möller auf einem unbeschrankten Bahnübergang zwischen Herrnsheim und Abenheim kollidierten, kamen 25 Menschen ums Leben.

Einstellung des Bahnverkehrs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einstellung des Personenverkehrs erfolgte am 28. Mai 1961. Güterzüge befuhren die Strecke weiter bis zum 4. März 1968.

Die Strecke heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fahrradweg bei Worms-Herrnsheim auf ehemaliger Bahnstrecke Worms–Gundheim

Der Gleisrückbau begann fünf Jahre nach Einstellung des Güterverkehrs und dauerte bis 1990. Zwischen Worms-Neuhausen und Worms-Abenheim wurde nach dem Gleisrückbau ein circa fünf Kilometer langer Fahrradweg eingerichtet. Ein Teil dieses Radweges ist auch Bestandteil des Rheinradweges.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jakob Gander: Eisenbahn Worms - Gundheim in: Wir Herrnsheimer - 1994, Jan., S. 13–15
  • Ralph Häussler: Eisenbahnen in Worms. Hamm 2003. ISBN 3-935651-10-4
  • Rainer Hartwein: Die Nebenbahn Worms - Gundheim in: Deutsche Gesellschaft für Eisenbahngeschichte: DGEG-Nachrichten - Januar 1985

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bahnstrecke Worms–Gundheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eisenbahnatlas Deutschland. 9. Auflage. Schweers+Wall, Aachen 2014, ISBN 978-3-89494-145-1.
  2. Häussler, S. 142.