Bairoda

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Bairoda
Koordinaten: 50° 48′ 10″ N, 10° 22′ 16″ O
Höhe: 342 (340–360) m
Einwohner: 200
Eingemeindung: 1. Juli 1950
Postleitzahl: 36448
Vorwahl: 036961
Karte
Lage von Bairoda in Bad Liebenstein
Die Ortslage von Bairoda (2011)
Die Ortslage von Bairoda (2011)

Bairoda ist ein Stadtteil von Bad Liebenstein im Wartburgkreis in Thüringen mit etwa 200 Einwohnern.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bairoda befindet sich am Oberlauf des Farnbachs, dieser kleine Zufluss mündet bei Herrenbreitungen von rechts in die Werra. Der Fluss markierte seit dem Spätmittelalter einen Grenzabschnitt der Burgherrschaften Liebenstein und Wallenburg, er wurde später zur Landesgrenze zwischen Sachsen-Meiningen und der Herrschaft Schmalkalden (Hessen-Kassel, später preußische Provinz Hessen-Nassau). Zu beiden Seiten des Flusses entstanden Höfe, der am rechten Ufer befindliche Teil wurde Grossendorf genannt, er hatte schon im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts 34 Wohnhäuser und Gehöfte.[1]

Der am linken Flussufer befindliche Ortsteil bildete das ursprüngliche Beierode (auch Bayerode). Vom Ortsrand bis auf die Hohe Klinge verläuft eine teilweise noch gut im Gelände erkennbare Grenzbefestigungsanlage – die „Bairodaer Landwehr“, Hinweisschilder markieren das Bodendenkmal im Steilhang des Dorngehege. Der Grenzverlauf ist auch heute noch im Ortsbild durch die am Wirtshaus stehende „Bairodaer Linde“ (Naturdenkmal) und einem hessisch-preußischen Grenzstein aus dem 19. Jahrhundert präsent. Das kleine Schlösschen Bairoda dient heute als Seniorenresidenz.

Am 1. Juli 1950 wurde Bairoda zusammen mit Schweina nach Bad Liebenstein eingemeindet. Beide Orte wurden am 1. April 1974 ausgegliedert. Während Schweina wieder selbständig wurde, kam Bairoda zu Meimers. Am 13. August 1993 wurde Meimers nach Bad Liebenstein eingemeindet.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alljährlich am 1. Mai findet ein Backhausfest im Ort statt, das vom Feuerwehrverein Bairoda organisiert wird. Gleichzeitig wird vor dem Feuerwehrhaus ein Schleppertreffen mit anschließendem Fahrzeugkorso durch die Ortslage organisiert.
  • Die jetzt als Altersheim genutzte Villa wird im Ort wegen ihrer architektonischen Details als Schlösschen bezeichnet, sie wurde bereits 1860 erbaut und wurde in der Weltwirtschaftskrise in den 1920er Jahren verkauft. Zeitweise diente sie als Internat und Heim. Seit 1998 wird der Gebäudekomplex mit einem weitläufigen Park als Alterswohnheim betrieben.[2]
  • Auf dem Storchsberg südwestlich der Ortslage befindet sich die Sängerhütte mit dem Festplatz von Bairoda. Der Berg bietet eine gute Aussicht auf die Trusetaler und Brotteroder Berge und ist ein beliebtes Wanderziel für Bad Liebensteiner Kurgäste, da der Kurkomplex nur drei Kilometer entfernt liegt.
  • Am Osthang des Storchsberges befindet sich der kleine Dorffriedhof mit dem Gefallenendenkmal des Ortes.
  • Die in der Ortsmitte befindliche 1000-jährige Linde ist das Wahrzeichen des Ortes.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als der Dorfpolizist (Sachsen-Meiningen) die Sperrstunde verkündete, wechselte man im Wirtshaus lediglich die Tische. Dort hatte er dann keine Rechte.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bairoda – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Beiträge zur Statistik des Herzogthums Meiningen. Erster Band. Kesselring'sche Hof-Buchhandlung, Meiningen und Hildburghausen 1838, S. 55 (als Digitalisat).
  2. (sach): Lebensabend im Märchenschloss. Seniorenpark Bairoda – „Nicht einsam, sondern gemeinsam“. Südthüringer Zeitung (Redaktion Bad Salzungen), 22. September 2009, abgerufen am 1. Oktober 2012: „Im Jahr 2000 konnte das Bairodaer Schloss als Pflegeheim eröffnet werden. In einem neuen Anbau wurde unter anderem ein Fahrstuhl eingebaut. Auf insgesamt 2000 Quadratmetern ist nun hinreichend Platz für 40 Senioren, die pflegebedürftig sind und ihren Lebensabend hier verbringen. Der Wohnbereich mit Einzel- und Doppelzimmern ist sehr unterschiedlich gestaltet, jeder Bewohner kann im Rahmen der Möglichkeiten auch eigene Möbel oder kleine Dinge aus dem Alltag mit in die neue Wohnumgebung nehmen.“