Baker Motor Vehicle Company

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Logo der Baker Motor Vehicle Company (1912)
Baker Suburban (Runabout), am Steuer Walter C. Baker (1909)
Baker-Modell von 1908 im Deutschen Museum
Baker Electric Coupe 1912–15

Die Baker Motor Vehicle Company war ein Hersteller von Elektroautos um die Jahrhundertwende von 1899 bis 1914 in Cleveland, Ohio. Die Fabrik lag in der Euclid Avenue.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das erste Auto war der Baker Electric ein Zweisitzer, der zum Preis von 850 US-Dollar verkauft wurde, dies entspräche inflationsbedingt 23.593 US-Dollar im Jahr 2019. Eines der Fahrzeuge wurde an Thomas Edison als dessen erstes Fahrzeug verkauft.[1]

1904 erweiterte Baker seine Produktpalette um zwei Zweisitzer mit verstärkter Holzkarosserie, zentral montierten Elektromotoren und zwölfzelligen Bleiakkumulatoren. Der Stanhope kostete 1.600 Dollar, hat ein Gewicht von 431 kg, einen Motor mit 1,75 kW und ein Dreiganggetriebe. Das Auto erreichte eine Geschwindigkeit von 23 km/h.

Im Jahr 1906 fertigte Baker 800 Autos, was ihn zum größten Elektroautomobilhersteller damaliger Zeit machte.[1]

Im Jahr 1907 baute Baker 17 verschiedene Automodelle vom kleinsten Stanhope bis zum größten Wagen, dem Inside Drive Coupe. So z. B. auch den 4.000 Dollar schweren Extension Front Brougham, dessen Fahrersitz sich hoch hinter den Passagieren befand und einem Hansom Cab nachgebildet war.

Baker baute auch eine Reihe von Lastwagen mit einer Kapazität bis zu 5 Tonnen.

Nach dem 1914 erfolgten Zusammenschluss mit dem Elektroauto- und Karosseriehersteller Rauch and Lang aus Cleveland lautete die Firma Baker, Rauch & Lang.[1] Die letzten PKW von Baker wurden 1916 gebaut, elektrische Nutzfahrzeuge noch ein paar Jahre länger.

Der Baker Torpedo, das Rennfahrzeug von Gründer Walter C. Baker, war das erste Auto mit Sicherheitsgurt. Der Wagen fuhr mehr als 120 km/h.

Walter Baker wurde 1919 Mitglied des Aufsichtsrates der Peerless Motor Car Corporation.[1]

Owen Magnetic[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1912 wurde Walter C. Baker auf Justus B. Entz und sein elektromagnetisches Getriebe aufmerksam. Er kaufte die Rechte daran. Gemeinsam mit den Brüdern Raymond M. und Ralph R. Owen verbesserte er das Auto, brachte es zur Serienreife und gründete mit ihnen die R. M. Owen and Company in New York City. Hier sollten Automobile mit dieser benzinelektrischen Kraftübertragung unter dem Markennamen Owen Magnetic hergestellt werden. Die Owens waren seit über zehn Jahren in der Autobranche tätig und waren bereits 1910–1911 mit der Owen Motor Car Company (Markenname Owen) in Detroit (Michigan) als Automobilhergesteller aktiv gewesen. Bevor die Produktion anlief, kam es zur Fusion von Baker und Rauch and Lang. Die neue Gesellschaft erwarb R. M. Owen and Company und verlegte das Unternehmen nach Cleveland. Nachdem die Baker Motor Vehicle Co. die Automobilproduktion aufgegeben hatte, wurden die Anlagen an der West 83rd Street nun genutzt, um den Antriebsstrang des Owen Magnetic zu produzieren. 1916 beteiligte sich auch General Electric und lieferte die elektrischen Komponenten des Fahrzeugs. Die meisten Karosserien fertigte Rauch and Lang, zu deren Kernkompetenz der Serienkarosseriebau gehörte. Owen Magnetic wurden bis 1922 hergestellt, zuletzt nach einem Management-Buy-out. Letztlich scheiterte das Fahrzeug an der komplexen und daher teuren Technik.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Frank Leslie's Popular Monthly (Januar 1904)
  • David Burgess Wise: The New Illustrated Encyclopedia of Automobiles ISBN 0-7858-1106-0

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Baker Motor Vehicle Company – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d N. Georgano: Beaulieu Encyclopedia of the Automobile. HMSO, London 2000, ISBN 1-57958-293-1.
  2. Coachbuilt: Baker Rauch & Lang.