Bakkagerði

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Bakkagerði
Bakkagerði (Island)
(65° 31′ 34″ N, 13° 48′ 44″W)
Koordinaten 65° 32′ N, 13° 49′ WKoordinaten: 65° 32′ N, 13° 49′ W
Basisdaten
Staat Island

Region

Austurland
Gemeinde Múlaþing
Einwohner 77 (1. Januar 2019)
Bakkagerdi.jpg
Hafen von Bakkagerði
Kirche in Bakkagerði

Bakkagerði ist ein Ort in der Gemeinde Múlaþing im Osten Islands. Am 1. Januar 2019 hatte der Ort 77 Einwohner[1]. Mit den ebenfalls an der Küste liegenden Ortschaften Seyðisfjörður, Djúpivogur und Fljótsdalshérað ist man seit 2020 zur Großgemeinde Múlaþing verbunden.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bakkagerði liegt am Fjord Borgarfjörður eystri, nach dem der Ort manchmal auch Borgarfjörður eystri genannt wird, und verfügt über einen kleinen Hafen, der 1974 ausgebaut wurde. Der Ort ist etwa 70 km von Egilsstaðir sowie 725 Straßenkilometer von Reykjavík entfernt. Nach und von Egilsstaðir besteht werktags einmal je eine Busverbindung.

Die Straße nach Bakkagerði führt von der Bucht Héraðsflói über die ungeteerte Pass-Straße Vatnsskarð eystra und um ein Kap.

An der Straße Borgarfjarðarvegur S94 kommt man an dem Holzkreuz Naddakross vorbei. Es wird seit 1306 immer wieder neu errichtet und soll der Sage nach die Reisenden vor dem Ungeheuer Naddi, das halb Menschen- und halb Tiergestalt hat, auf diesem gefährlichen Weg direkt an der Küste schützen.[2]

Die Umgebung mit ihren bunten Rhyolith-Bergen und dem in der Mitte gespaltenen Gebirgszug der Dyrfjöll ist mittlerweile ein bekanntes Wandergebiet.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Álfaborg

Der Ort Bakkagerði galt seit jeher als besonderer Sitz von Elfen. Dicht beim Ort befindet sich nach der Überlieferung eine der Residenzen des Elfenkönigs und seines Hofstaates unter dem Felsen Álfaborg.

Der bekannte Maler Jóhannes Sveinsson Kjarval wuchs in diesem Ort auf und schuf 1914 sein Hauptwerk, eine recht ungewöhnliche Version der Bergpredigt als Altargemälde der 1901 geweihten und 2001 renovierten Holzkirche Bakkagerðiskirkja.[3] Das Gemälde zeigt Jesus auf dem Felsen Álfaborg mit dem Höhenzug Dyrfjöll im Hintergrund und ist eine der Hauptsehenswürdigkeiten des Ortes.[4] Die Kirche stand ursprünglich auf dem Gehöft Desjarmýri wenige Kilometer südöstlich von Bakkagerði und wurde 1901 an den heutigen Standort verlegt.[5] In der Mitte des Dorfes, in dem noch viele Menschen in mit Gras gedeckten Holzhäusern wohnen, steht das renovierte Torfgebäude Lindarbakki, das ursprünglich 1899 erbaut wurde. Der Keller, in dem sich ein Brunnen befindet, ist originalgetreu erhalten. Borgarfjörður eystri war Schauplatz und Drehort des preisgekrönten dänisch-isländischen Films Herzstein (Originaltitel: Hjartasteinn) von Guðmundur Arnar Guðmundsson.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bakkagerði verfügt über eine Grundschule mit Kindergarten, verschiedene Unterkünfte für Touristen, Restaurants, eine Tankstelle, einen Sportplatz mit Sporthalle und einen Campingplatz. Bekannt ist auch der Dorfladen Búðin Borgarfirði. Die Umgebung wird durch verschiedene Wanderwege erschlossen. Im Verkaufs- und Ausstellungsraum der Firma Álfasteinn gibt es Dekoratives und Nützliches aus Stein.

Umgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Landstraße 94 (Borgarfjarðarvegur) nach Egilsstaðir ist 20 km südwestlich von Bakkagerði die 1881 geweihte Holzkirche Hjaltastaðakirkja des Gehöftes Hjaltastaður beachtenswert, in ihr befindet sich ein Altargemälde vom Ende des 19. Jahrhunderts, das Jesus im Garten Getsemane zeigt.[6] Unweit westlich davon erhebt sich etwas abseits der Landstraße 94 die stilreine Holzkirche Kirkjubaejarkirkja von 1851 mit einem weithin sichtbaren Dachreiter und einer reichverzierten Kanzel, die während der Amtszeit von Guðbrand Þorláksson, eines der bedeutendsten Bischöfe von des Bischofssitzes Hólar, im 16. Jahrhundert angefertigt wurde.[7] Die Kanzel der 1980 renovierten Kirche gilt als die älteste noch erhaltene Kanzel in Island.[8] Das Altargemälde von 1894 zeigt Jesus und Maria Magdalena vor dem Grabe Christi.

6 km entfernt steht in der kaum besiedelten Ebene Hróarstunga, in der 1997 die Reste eines von einem Wall aus Torf umgebenen Gehöftes aus der Wikingerzeit – bestehend aus einem Langhaus, einer Torfkirche und zwei kleineren Gebäuden – die nicht minder sehenswerte Geirsstaðakirkja. Es handelt sich hierbei um eine Torfkirche, die 1999–2001 originalgetreu im Stil der Wikingerzeit wieder aufgebaut wurde[9]

An der Landstraße 94 ist auch die 1886 erbaute Kirche Eiðakirkja des Gehöftes Eiðar, das 12 km nördlich von Egilsstaðir liegt, sehenswert.[10]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Bakkagerði – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Commons: Borgarfjörður eystri – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. unter der Bezeichnung Borgarfjörður eystri, in; Hagstofa (Statist. Amt Islands) (englisch); Zugriff: 26. Januar 2018
  2. Barbara Titz u. Jörg-Thomas Titz: Island, S. 433. Bielefeld 2005.
  3. https://www.borgarfjordureystri.is/is/ferdathjonusta/forsida-ferdamala/ahugaverdir-stadir
  4. http://www.kirkjukort.net/kirkjur/bakkagerdiskirkja_041.html
  5. https://is.nat.is/bakkagerdiskirkja/
  6. http://www.kirkjukort.net/kirkjur/hjaltastadakirkja_038.html
  7. http://www.kirkjukort.net/kirkjur/kirkjubaejarkirkja_039.html
  8. https://www.mbl.is/greinasafn/grein/619804/
  9. http://www.kirkjukort.net/kirkjur/geirsstadakirkja_0396.html
  10. http://www.kirkjukort.net/kirkjur/eidakirkja_0131.html