Balša II.

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Wappen der Balšić

Balša II. (albanisch Ballsha II.; † 18. September 1385[1] in der Schlacht von Savra) war ein Fürst aus dem Adelsgeschlecht Balšić.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeta von 1372–1378

Nach dem Tod seines Vaters Balša I., dem Herrn von Zeta, im Jahr 1362[2] herrschte er gemeinsam mit seinen Brüdern Stracimir und Đurađ I. (zu dt. Georg) über Shkodra (im heutigen Nordalbanien), Bar, Kotor und Ulcinj (im heutigen Montenegro), Trau und Šibenik (im heutigen Kroatien).[2]

Nach dem Tod seines Bruders Đurađ im Jahr 1378[3] wurde er Alleinherrscher über den Familienbesitz, indem er seinen Neffen Đurađ II. Balšić, der eigentlich Miterbe war, einkerkern ließ. In der Zeta schlug Balša II. einen Aufstand verschiedener Adliger nieder. Die Adelsfamilien Muzaka und Dukagjin in Albanien machte er zu seinen Vasallen.

Seit 1382 führte Balša II. Krieg gegen seinen Schwager Karl Thopia, dem er 1385 (in anderen Quellen: 1383)[4] die wichtige Hafenstadt Durrës entreißen konnte, was den Höhepunkt der Balšić darstellte. Balša schmückte sich mit dem Titel Dux Dyrrachii.[5] Es schien, als könnte er sich zum alleinigen Herren eines Fürstentums aufschwingen, das von Montenegro bis nach Himara im Süden des heutigen Albaniens reichte.

In der Schlacht von Savra in der Myzeqe an der Vjosa am 18. September 1385 behielt Karl Thopia jedoch mit osmanischer Hilfe die Oberhand. Balša II. wurde getötet und sein Kopf als Trophäe in die osmanische Hauptstadt Edirne gebracht.[6]

Das Fürstentum wurde unter der Witwe Comita Muzaka (Schwester von Theodor II. Muzaka) und dem aus der Gefangenschaft entflohenen Đurađ II. aufgeteilt. Comita regierte über Vlora, Kanina, Himara und Berat im Süden, während die Zeta und die Region um Skadar an Đurađ II. fielen (1385–1403). Comita Muzaka regierte von Berat aus bis zu ihrem Tod im Jahr 1396. Ihre Tochter Ruđina Balšić, Herzogin von Vlora, Kanina, Himara und Berat konnte das Gebiet bis 1417 halten, als es von den Osmanen erobert wurde und sie nach Korfu flüchten musste.[6]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Allgemeine Encyklopädie der Wissenschaften und Künste. Erste Section A–G, Theil 86. Hermann Brockhaus, Leipzig 1868, S. 42 f. (Online-Version in der Google-Buchsuche).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Edwin E. Jacques: The Albanians. An ethnic history from prehistoric times to the present. Hrsg.: MacFarland. Jefferson, 1995, ISBN 0-89950-932-0, S. 167 (englisch).
  2. a b Allgemeine Encyklopädie der Wissenschaften und Künste, S. 42
  3. William Miller: Essays on the Latin Orient. University Press, Cambridge 2015, ISBN 978-1-107-45553-5, S. 435 (englisch, Online-Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. Balšić in: Treccani, Enciclopedia Italiana online, abgerufen am 8. November 2016
  5. Revista bimestrale di Scienze, Lettere ed Arti. Ateneo Veneto, Venedig 1908, S. 17 (italienisch).
  6. a b Edwin E. Jacques, S. 169

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]