Balaklija

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Balaklija
Балаклія
Wappen von Balaklija
Balaklija (Ukraine)
Balaklija
Balaklija
Basisdaten
Oblast: Oblast Charkiw
Rajon: Rajon Balaklija
Höhe: 87 m
Fläche: 16,3 km²
Einwohner: 28.552 (2013)
Bevölkerungsdichte: 1.752 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 64200
Vorwahl: +380 5749
Geographische Lage: 49° 27′ N, 36° 51′ O49.45833333333336.85277777777887Koordinaten: 49° 27′ 30″ N, 36° 51′ 10″ O
KOATUU: 6320210100
Verwaltungsgliederung: 1 Stadt, 1 Siedlung
Bürgermeister: Olexander Mykolaiowytsch Litwinow
Adresse: мікрорайон 3 громадський центр
64200 м. Балаклія
Website: http://balakleya.kharkov.ua/
Statistische Informationen
Balaklija (Oblast Charkiw)
Balaklija
Balaklija
i1

Balaklija (ukrainisch Балаклія; russisch Балаклея/Balakleja) ist eine Stadt im Osten der Ukraine und das administrative Zentrum des größten Rajons der Oblast Charkiw mit etwa 30.000 Einwohnern (2013)[1].

Ortseingangsschild Balaklija

Geographie[Bearbeiten]

Balaklija liegt am linken Ufer des Donez rund 100 km südöstlich des Oblastzentrums Charkiw. Die Stadt hat einen Bahnhof an der Bahnstrecke Moskau - Donbass. Zur Stadtgemeinde gehört noch eine Ansiedlung Namens Krejdjanka (ukrainisch Крейдянка)[2] mit 31 Einwohnern.

Geschichte[Bearbeiten]

Karte der Schlacht bei Charkow. Die Stadt Balaklija bildete den nördlichen Eckpfeiler der deutschen Front rund um den Frontbogen von Isjum.

Balaklija wurde als Kosaken-Siedlung im Jahr 1663 gegründet und erhielt ihren Namen von dem hier in den Donez mündenden gleichnamigen Fluss. Von 1796 bis 1891 hieß der Ort nach der russischen Stadt Serpuchow Nowoserpuchow. Seit 1923 ist Balaklija das Zentrum des Rajons und hat seit 1938 den Status einer Stadt. Die Besatzung der Stadt durch die Wehrmacht dauerte vom 10. Dezember 1941 bis zum 5. Februar 1943 [3].

Am 10. Dezember 1941 erreichte das Infanterie-Regiment 131 der 44. Infanterie-Division die Stadt. Zunächst stießen die Wehrmachtseinheiten noch einige Kilometer weiter östlich von Balaklija vor und errichteten dort eine Abwehrstellung gegen die Rote Armee. Am 18. Jänner 1942 begann jedoch eine gewaltige sowjetische Gegenoffensive, welche weiter südlich zu einem 100 km tiefen Einbruch in der deutschen Front führte, der als Frontbogen von Isjum in die Kriegsgeschichte einging. Die 44. Infanterie-Division verlegte ihr Infanterie-Regiment 131 wieder zurück nach Balaklija und führte ihm im Laufe der nächsten Wochen und Monate immer wieder neue Einheiten zu um den Eckpfeiler Balaklija zu halten. Die deutsche Front bog sich südlich der Stadt weit nach Westen zurück und konnte bis in den Mai 1942 gehalten werden, bis sich daraus die Frühjahrsschlacht von Charkow entwickelte, bei der die weit nach Osten vorgedrungenen sowjetischen Einheiten vernichtend geschlagen wurden. Das Halten der Stadt Balaklija war dafür eine wichtige Voraussetzung.[4]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

1959 1970 1979 1989 2001 2005 2013
21.325 30.470 32.820 35.737 32.408 30.949 28.552

Quelle: [1]

Rajon[Bearbeiten]

Balaklea coa.png

Der von Balaklija aus verwaltete Rajon Balaklija hat eine Fläche von 1986,44 km² [5] und eine Bevölkerung von 84.332 Einwohnern. Die Bevölkerungsdichte im Rajon beträgt 42 Einwohner pro km².

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Balaklija – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Seite nicht mehr abrufbar, Suche im Webarchiv:@1 @2 Vorlage:Toter Link/bevoelkerungsstatistik.deBevölkerungszahlen auf World Gazetteer
  2. offiz. Seite des Ortes (ukrainisch)
  3. Stadtgeschichte (ukrainisch)
  4. Friedrich Dettmer, Otto Jaus, Helmut Tolkmitt: Die 44. Infanterie-Division. Reichs-Grenadier-Division Hoch- und Deutschmeister 1938–1945., Seite 186 bis 212, Verlag Austria Press, Wien 1969
  5. Fakten über den Rajon (ukrainisch)