Balbronn

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Balbronn
Wappen von Balbronn
Balbronn (Frankreich)
Balbronn
Region Elsass
Département Bas-Rhin
Arrondissement Molsheim
Kanton Saverne
Koordinaten 48° 35′ N, 7° 26′ OKoordinaten: 48° 35′ N, 7° 26′ O
Höhe 209–450 m
Fläche 10,18 km²
Einwohner 635 (1. Jan. 2013)
Bevölkerungsdichte 62 Einw./km²
Postleitzahl 67310
INSEE-Code
Website http://www.balbronn.fr/

Mairie
Evangelische Kirche
Pfarrhaus der evangelischen Kirche
Synagoge

Balbronn (deutsch: Ballbronn, elsässisch: Bàlvere) ist eine Gemeinde mit 635 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013) im Arrondissement Molsheim und im Kanton Saverne im Département Bas-Rhin in der Region Elsass in Frankreich. Die Gemeinde ist Mitglied des Gemeindeverbands Communauté de communes des Coteaux de la Mossig.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Weinort befindet sich am Rande des Naturparks der Nordvogesen etwa 25 km westlich von Straßburg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burg und Dorf Balbronn waren Lehen des Reichs an die Herren von Lichtenberg.[1] Die Erstbelehnung erfolgte am 21. Oktober 1302.[2] In der Herrschaft Lichtenberg war Balbronn dem Amt Westhofen zugeordnet[3], im 15. Jh. zwischenzeitlich auch dem Amt Wörth.[4] Als 1480 mit Jakob von Lichtenberg das letzte männliche Mitglied des Hauses verstarb, wurde das Erbe zwischen seinen beiden Nichten, Anna und Elisabeth, geteilt. Anna hatte Graf Philipp I. (d.Ä.) von Hanau (1417–1480) geheiratet, über die das Amt Westhofen an die aus dieser Ehe entstehende Grafschaft Hanau-Lichtenberg kam.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Graf Philipp IV. von Hanau-Lichtenberg führte 1545 in seiner Grafschaft die Reformation durch, die nun lutherisch wurde.

Mit der Reunionspolitik Frankreichs unter König Ludwig XIV. kamen das Amt Westhofen und Balbronn unter französische Oberhoheit. Die romanische Dorfkirche stand nun nach einer Verfügung König Ludwigs XIV. seit 1687 auch dem römisch-katholischen Gottesdienst zur Verfügung. Das Simultaneum wurde mit dem Bau einer eigenen römisch-katholischen Kirche 1905 beendet.

Nach dem Tod des letzten Hanauer Grafen, Johann Reinhard III., fiel das Erbe – und damit auch Balbronn – 1736 an den Sohn seiner einzigen Tochter, Charlotte, den Erbprinzen und späteren Landgrafen Ludwig (IX.) von Hessen-Darmstadt. Mit dem durch die Französische Revolution begonnenen Umbruch wurde das Amt Westhofen Bestandteil Frankreichs und in den folgenden Verwaltungsreformen aufgelöst.

Bevölkerungsentwicklung[5][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1798[6] 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2009. 2011 2013
Einwohner 1.057 954 600 587 563 581 602 657 631 633 635

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die historische, heute evangelische Dorfkirche entstand an der Stelle eines keltischen Heiligtums; das Kirchenschiff stammt aus dem 11., der Kirchturm aus dem 12. Jahrhundert. 1747 erhielt die Kirche eine Orgel von Johann Andreas Silbermann. In der Kirche wird auch ein Nachbau der Balbronner Hand ausgestellt, einer eisernen Armprothese aus dem 16. Jahrhundert.[7]
  • Die römisch-katholische Kirche Sainte-Catherine wurde 1905 im neugotischen Stil errichtet.
  • Die Synagoge wurde im Jahr 1895 erbaut und diente der seit dem 17. Jahrhundert in Balbronn nachgewiesenen jüdischen Gemeinde. Seit dem Holocaust wird sie nicht mehr als für Gottesdienste genutzt. 1999 wurde sie als Monument historique registriert.[8]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fritz Eyer: Das Territorium der Herren von Lichtenberg 1202–1480. Untersuchungen über den Besitz, die Herrschaft und die Hausmachtpolitik eines oberrheinischen Herrengeschlechts = Schriften der Erwin von Steinbach-Stiftung 10. 2. Aufl. Bad Neustadt an der Saale 1985 [Nachdruck des Werks von 1938]. ISBN 3-922923-31-3
  • Friedrich Knöpp: Territorialbestand der Grafschaft Hanau-Lichtenberg hessen-darmstädtischen Anteils. [maschinenschriftlich] Darmstadt 1962. [Vorhanden in Hessisches Staatsarchiv Darmstadt, Signatur: N 282/6].
  • Alfred Matt: Bailliages, prévôté et fiefs ayant fait partie de la Seigneurie de Lichtenberg, du Comté de Hanau-Lichtenberg, du Landgraviat de Hesse-Darmstadt. In: Société d’Histoire et d’Archaeologie de Saverne et Environs (Hrsg.): Cinquième centenaire de la création du Comté de Hanau-Lichtenberg 1480 – 1980 = Pays d’Alsace 111/112 (2, 3 / 1980), S. 7–9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Balbronn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Knöpp, S. 17; Eyer, S. 57.
  2. Eyer, S. 130.
  3. Eyer, S. 239.
  4. Eyer, S. 98.
  5. Soweit nicht anders angegeben nach: Balbronn auf der Site des INSEE.
  6. Matt, S. 9.
  7. Kirche von Balbronn auf itinerairesprotestants.fr
  8. Monuments historiques