Ball der Herzogin von Richmond

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
The Duchess of Richmond's Ball von Robert Alexander Hillingford
Before Waterloo von Henry Nelson O’Neil

Der Ball der Herzogin von Richmond fand in Brüssel am 15. Juni 1815, dem Vorabend der Schlacht bei Quatre-Bras und drei Tage vor der Schlacht bei Waterloo statt. Obwohl von den 224 Anwesenden nur 25 % Frauen waren,[1] bezeichnete ihn die britische Historikerin Elizabeth Pakenham als “the most famous ball in history” („den berühmtesten Ball der Geschichte“).[2]

Der Ball[Bearbeiten]

Charlotte, die Herzogin von Richmond, hielt sich mit ihrem Gatten, Charles Lennox, dem vierten Herzog von Richmond, in Brüssel auf, da dieser mit der Verteidigung der Stadt gegen Napoleon während dessen Herrschaft der Hundert Tage betraut war. Schauplatz des gesellschaftlichen Ereignisses war das Erdgeschoss des gemieteten Hauses der Richmonds. Es lag im Norden der Brüsseler Innenstadt, wahrscheinlich in der Rue de la Blanchisserie.

Am gleichen Tag war es bereits zu einem Scharmützel zwischen den Truppen Karl Bernhards von Sachsen-Weimar-Eisenach und Marschall Michel Neys gekommen, in dessen Verlauf es ersterem gelang, die Kreuzung bei Quatre-Bras zu halten.

Noch während der Festlichkeiten erreichten den Herzog von Wellington Depeschen, die von einem Aufeinandertreffen der verbündeten Preußen mit den Franzosen bei Fleurus berichteten. In der am nächsten Tag folgenden Schlacht bei Quatre-Bras gelang es Wellington, seine Stellung zu halten, er konnte sich aber nicht mit den Preußen vereinigen, die zeitgleich in der Schlacht bei Ligny unterlagen. Zwei Tage später kam es zur entscheidenden Schlacht bei Waterloo.

Anwesende[Bearbeiten]

Prominente Gäste waren unter anderem der Herzog von Wellington, Prinz Wilhelm von Oranien-Nassau (der spätere König der Niederlande), Prinz Wilhelm Friedrich Karl von Oranien-Nassau, Herzog Friedrich Wilhelm von Braunschweig-Wolfenbüttel, Fürst Friedrich Wilhelm von Nassau-Weilburg, Herzog Ludwig von Arenberg, General Miguel Ricardo de Álava, General Edward Somerset und General Thomas Picton. Sowohl Picton als auch der Herzog von Braunschweig-Wolfenbüttel sollten in den nächsten drei Tagen den Tod finden: Friedrich Wilhelm von Braunschweig-Wolfenbüttel, genannt der „Schwarze Herzog“, fiel am kommenden Tag bei Quatre-Bras, Picton zwei Tage später bei Waterloo.

Rezeption[Bearbeiten]

Der Ball findet Erwähnung in Sir Walter Scotts Paul's Letters to his Kinsfolk, William Makepeace Thackerays Jahrmarkt der Eitelkeit und Lord Byrons Childe Harold’s Pilgrimage. John Everett Millais malte 1860 das Gemälde The Black Brunswicker, das auf den Ball Bezug nehmen soll. Ebenso verhält es sich mit Henry Nelson O’Neils Gemälde Before Waterloo aus dem Jahr 1868. 1870 malte Robert Alexander Hillingford The Duchess of Richmond's Ball.

In Sergei Bondarchuks Film Waterloo aus dem Jahr 1970 wird der Ball gezeigt.

Bernard Cornwells Buch Sharpes Waterloo nutzt den Ball als Handlungsort.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Elizabeth Longford: Wellington. The Years of the Sword. Weidenfeld and Nicolson, London 1969, ISBN 0-297-17917-9.

Weblinks[Bearbeiten]