Ballstädt

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Ballstädt
Ballstädt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ballstädt hervorgehoben
Koordinaten: 51° 2′ N, 10° 43′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Gotha
Verwaltungs­gemeinschaft: Mittleres Nessetal
Höhe: 270 m ü. NHN
Fläche: 11,86 km2
Einwohner: 667 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 56 Einwohner je km2
Postleitzahl: 99869
Vorwahl: 036255
Kfz-Kennzeichen: GTH
Gemeindeschlüssel: 16 0 67 003
Adresse der Verbandsverwaltung: Hauptstr. 15
99869 Goldbach
Webpräsenz: www.gemeinde-ballstaedt.de
Bürgermeister: Horst Dünkel[2] (CDU)
Lage der Gemeinde Ballstädt im Landkreis Gotha
Ballstädt Bienstädt Brüheim Bufleben Crawinkel Dachwig Döllstädt Drei Gleichen Emleben Waltershausen Eschenbergen Friedrichroda Friedrichswerth Friemar Georgenthal Gierstädt Goldbach Gotha Gräfenhain Großfahner Günthersleben-Wechmar Haina Herrenhof Hochheim Hohenkirchen Hörsel (Gemeinde) Leinatal Luisenthal Molschleben Nesse-Apfelstädt Nottleben Ohrdruf Petriroda Pferdingsleben Remstädt Schwabhausen Sonneborn Bad Tabarz Tambach-Dietharz Tonna Tröchtelborn Tüttleben Waltershausen Wangenheim Warza Westhausen Wölfis Zimmernsupra Thüringen Erfurt Ilm-Kreis Landkreis Schmalkalden-Meiningen Wartburgkreis Eisenach Unstrut-Hainich-Kreis Landkreis SömmerdaKarte
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Ballstädt ist eine etwa 700 Einwohner umfassende Dorfgemeinde im Landkreis Gotha in Thüringen (Gothaer Land). Sie gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Mittleres Nessetal.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ballstädt liegt im Thüringer Becken, an den westlichen Ausläufern der Fahner Höhen, etwa in der Mitte zwischen Gotha, Erfurt und Bad Langensalza. Die Nachbarorte sind Hausen und Pfullendorf im Süden, Westhausen im Südwesten, Eschenbergen im Südosten, Aschara im Nordwesten und Burgtonna im Norden.

Östlich der Ortslage erstrecken sich Wiesen und Felder bis zum Ballstädter Holz. Die Ballenstädter Flur ist Teil der Wasserscheide von Elbe und Weser. In der sumpfigen Niederung am Südrand des Ortes entspringt die Tonna (früher Ballstedter Wasser), an der westlichen Flurgrenze liegt die Quelle des Seltengrabens, der unweit der Kirche und der Obermühle in die Tonna einmündet.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flur von Ballstädt wurde bereits in frühgeschichtlicher Zeit besiedelt. Lesefunde führten 2003 zur Entdeckung eines Brandgräberfeldes aus der römischen Kaiserzeit.[4][5]

Als (gesicherte) Ersterwähnung wird der 20. März 1143 genannt.[6] Aufgrund einer anderen Erwähnung aus dem Jahr 822 feierte das Dorf aber bereits 1997 ein Dorffest zur 1175-Jahr-Feier. Der Ort lag im Amt Gotha, das seit 1640 zum Herzogtum Sachsen-Gotha, seit 1672 zum Herzogtum Sachsen-Gotha-Altenburg und seit 1826 zum Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha gehörte.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):

  • 1994: 751
  • 1995: 768
  • 1996: 765
  • 1997: 766
  • 1998: 765
  • 1999: 759
  • 2000: 758
  • 2001: 762
  • 2002: 752
  • 2003: 744
  • 2004: 739
  • 2005: 721
  • 2006: 732
  • 2007: 720
  • 2008: 703
  • 2009: 697
  • 2010: 691
  • 2011: 696
  • 2012: 686
  • 2013: 683
  • 2014: 669
  • 2015: 667
Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wirtschaft besteht nur aus Kleingewerben. Seit 1990 gibt es kaum noch bäuerliche Betriebe. Der nordwestlich des Dorfes gelegene Bahnhof ist Haltepunkt der Bahnstrecke Gotha–Leinefelde und war bis 1947 Endpunkt der Bahnstrecke Ballstädt–Straußfurt. Ballstädt wurde im November 2008 Teilnehmer eines Pilotprojektes zum Ausbau der Telekommunikationstechnik im ländlichen Raum.[7] Dabei wurde durch das Telekommunikationsunternehmens Arcor ein VDSL Breitband-Internetzugang mit einer Bandbreite von bis zu 50 MBit/s eingerichtet.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche
Bockwindmühle bei Ballstädt
Das neue Taubenhaus mit dem davor liegenden Teich in der Rittergut-Parkanlage
  • Sehenswert ist der Wehrkirchturm der St.-Petri-Kirche. Sie ging 1497 aus einer Kapelle hervor. Dies geht aus einer an der Südwand der Kirche angebrachten Schrifttafel hervor: Am 3. März 1497 Kirche erneuert. 1696 wurde die Kirche erneuert. Gleichzeitig erhielt sie eine neue Orgel, die wiederum 1836 erneuert wurde. 1855 erhielt die Kirche eine Turmuhr[8]
  • Die Mühlen: Das Mühlrad im Wappen weist auf die Bedeutung des Müllerhandwerks für das Dorf hin. Außer der Windmühle gab es in Ballstädt auch drei Wassermühlen. Sie wurden durch die Tonna angetrieben, einem Bach, der am Südrand des Dorfes entspringt und ein paar Kilometer nördlich in die Unstrut mündet. Entsprechend ihrer Lage entlang des Bachlaufs hießen sie Ober-, Mittel- und Untermühle. Diese Namen werden innerhalb des Dorfes auch heute noch verwendet, auch wenn bei keinem der drei Häuser die Mühlenanlagen erhalten sind. Die Untermühle ist gar völlig abgerissen.
  • Wenige hundert Meter nördlich des Dorfes in der Nähe des Bachlaufs der Tonna steht (Straße: Am Eselsstieg) eine Bockwindmühle. Sie wurde 1834 erbaut und 1933 aus Hoheneggelsen zum heutigen Standort umgesetzt.[9] Alljährlich am Deutschen Mühlentag (Pfingstmontag) ist sie zur Besichtigung geöffnet. Die Mühle ist ein geschütztes Kulturdenkmal des Landkreises Gotha.
  • Die Waidmühle: Aus einem Dokument über die Zahlung von „Waidgeld“ geht hervor, dass in Ballstädt spätestens seit 1378 Färberwaid angebaut und verarbeitet wurde. Ein Mühlstein einer Waidmühle ist bis in die Gegenwart erhalten geblieben. 2014 wurde, finanziert durch private Spenden und öffentliche Gelder, die Waidmühle funktionstüchtig und originalgetreu, jedoch nicht am ursprünglichen Standort, wieder aufgebaut. Im Sommer 2015 fand die feierliche Eröffnung und Erprobung statt.
  • In der Umgebung befinden sich Ausläufer des Hainich, die Fahner Höhe, mit ausgedehntem Mischwald und reicher Flora.
  • Unweit der Kirche ist das Areal eines ehemaligen Rittergutes, das in den Jahren 1200 bis 1500 im Besitz von Herrmann und Heinrich von Ballstädt war. Nachdem es baufällig geworden war, wurde es im Jahre 2004 durch die Gemeinde aufgekauft und 2005 abgerissen. Lediglich die Grundmauern und Keller, die für die Besucher verkehrssicher hergerichtet wurden, erinnern heute noch an das Anwesen. Das alte Taubenhaus wurde 2006 durch einen Neubau im Fachwerkstil erneuert und ein Teich davor angelegt. Am 8. September 2007 wurde das neue Parkgelände feierlich eingeweiht.[10]
  • Siehe auch : Liste der Kulturdenkmale in der Verwaltungsgemeinschaft Mittleres Nessetal

Partnergemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Partnergemeinde von Ballstädt ist Miehlen, eine Ortsgemeinde im Rhein-Lahn-Kreis in Rheinland-Pfalz. Der "Miehlener Platz" in Ortsmitte (eigentlich Hauptstraße 4 bis 8) erinnert daran.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Klaus Kühnel: Chronik von Ballstädt 822–1997. Eigenverlag Dorfgemeinschaftsverein Ballstädt, 1997.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik (Hilfe dazu).
  2. Mitteilung der Gemeinde auf ihrer Website: Erika Reisser ist am 3. März 2016 verstorben.
  3. Amtliche topographische Karten Thüringen 1:10.000. Wartburgkreis, LK Gotha, Kreisfreie Stadt Eisenach. In: Thüringer Landesvermessungsamt (Hrsg.): CD-ROM Reihe Top10. CD 2. Erfurt 1999.
  4. Thomas Grasselt: Archäologische Ausgrabungen auf zwei neu entdeckten Fundplätzen der augusteischen Übergangsperiode in Thüringen. In: Lehrstuhl für Ur- und Frühgeschichte der Humboldt-Universität zu Berlin (Hrsg.): Ethnographisch-Archäologische Zeitschrift. Heft 2. Druckhaus Köthen, 2007, ISSN 0012-7477, S. 163–185.
  5. Ch. G. Schmidt: Krieger, Kessel und ein Löwe. In: Archäologie in Deutschland. Theiss Verlag, 2005, ISSN 0176-8522, S. 61.
  6. Peter Acht (Bearb.): Die Urkunden seit d. Tode Erzbischof Adalberts I. (1137) bis z. Tode Erzbischof Konrads (1200). In: Historischer Verein für Hessen (Hrsg.): Mainzer Urkundenbuch. Band II-1 (1137–1175 ). Darmstadt 1968.
  7. Heise Newsticker: Arcor testet VDSL in Thüringer Gemeinde
  8. August Beck: Geschichte des Gothaischen Landes. Band III, Teil I, 1875.
  9. Beschriftung eines Bildes der Mühle bei Google Earth
  10. Website der Gemeinde Ballstädt
  11. l. u.: Martersteck, Johann. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 20, Duncker & Humblot, Leipzig 1884, S. 472.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ballstädt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien