Ballwil

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Ballwil
Wappen von Ballwil
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Luzern (LU)
Wahlkreis: Hochdorf
BFS-Nr.: 1023i1f3f4
Postleitzahl: 6275
Koordinaten: 666592 / 22248547.1499938.316662515Koordinaten: 47° 9′ 0″ N, 8° 19′ 0″ O; CH1903: 666592 / 222485
Höhe: 515 m ü. M.
Fläche: 8,77 km²
Einwohner: 2577 (31. Dezember 2012)[1]
Einwohnerdichte: 294 Einw. pro km²
Website: www.ballwil.ch
Karte
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Ballwil, schweizerdeutsch Baubu [ˈbɑʊbʊ], ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Hochdorf des Kantons Luzern in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt am westlichen Abhang des Lindenbergs, dem Reusstal zugeneigt, und bildet den Eingang zum Luzerner Seetal. Zur Gemeinde gehört das Dorf, zahlreiche Weiler, Häusergruppen und Einzelgehöfte. Die grössten Ortsteile nach dem Dorf (mit verschiedenen Quartieren) sind Gibelflüh (499 m. ü. M.; 2,5 km östlich des Dorfs), Gerligen (476 m. ü. M.; 1,1 km südöstlich), Wald (475 m. ü. M.; 2,5 km südöstlich) und Wissenwegen (2,1 km östlich). In der Gemeinde gibt es wenig Waldflächen (Gerligenwald, Fäjerenwald, Gorgenwald und Teile des Eibeler- und des Hiltigwalds). Der Hiltigbach (der in Ballwil Gerligenbach heisst), der von Oberebersol (Hohenrain) herkommend Ballwil durchfliesst, mündet bei St. Kathrinen (Inwil) in die Reuss. Der Hiltigbach nimmt auf seinem (kurzen) Lauf einige Nebenbäche auf (auf Ballwiler Boden den Moosbach). Beim Quartier Sagi befindet sich ein kleiner Weiher. Ein noch grösserer, der Gütschweiher, liegt westlich des Dorfs. Nördlich von diesem war einst ein weiterer Weiher, der Weiherhausweiher.

Der Gemeindebann von Ballwil misst 876 ha; diese teilen sich auf in überbaute Flächen (Gebäude, Strassen, Plätze) mit 51 ha (5,8 Prozent), Wies- und Ackerland mit 729 ha (83,2 Prozent), Wald mit 80,6 ha (9,2 Prozent) und übriges Gebiet (Gewässer, Kiesabbaugebiet) mit 15,4 ha (1,8 Prozent).

Nachbargemeinden sind im Uhrzeigersinne von Norden her: Hohenrain, Sins im Kanton Aargau, Inwil, Eschenbach und Hochdorf.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1850 1'004
1870 890
1888 770
1900 805
1950 1'180
1970 1'327
1980 1'552
1990 1'823
2000 2'112
2010 2'524

In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts sank die Bevölkerung massiv infolge Abwanderung (1850-1888: -23,3 %). Seither steigt sie ununterbrochen an. Zwischen 1888 und 1970 war das Wachstum stetig, aber gering (1888-1970:+ 557 Personen oder 72,3 %). Seither hat ein anhaltender und starker Zuwachs eingesetzt (1970-2010:+ 1197 Personen oder 90,2 %). Dies ist nicht zuletzt auf die Nähe zu den Städten Luzern und Zug zurückzuführen.

Sprachen[Bearbeiten]

Die Bevölkerung spricht als Alltagssprache eine hochalemannische Mundart. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 gaben 95,64 % Deutsch, 1,04 % Albanisch und 0,90 % Serbokroatisch als Hauptsprache an.

Religionen[Bearbeiten]

Früher waren alle Bewohner Mitglied der römisch-katholischen Kirche. Durch Kirchenaustritte und Zuwanderung aus anderen Regionen der Schweiz und dem Ausland hat sich dies geändert. Heute (Stand 2000) sind: 81,96 % römisch-katholische, 7,72 % evangelisch-reformierte, 1,18 % orthodoxe und 1,14 % freikirchliche Christen. Daneben gibt es 4,55 % Konfessionslose und 0,57 % Muslime.

Herkunft und Nationalität[Bearbeiten]

Ende 2010 zählte die Gemeinde 2524 Einwohner. Davon waren 2381 Schweizer Staatsangehörige und 143 (=5,67 %) anderer Nationalität. Bei der letzten Volkszählung waren 92,90 % (einschliesslich Doppelbürger 94,27 %) Schweizer Staatsangehörige. Die grössten Einwanderergruppen kommen aus Serbien-Montenegro(Albaner aus dem Kosovo und Serben), Italien, Deutschland und Bosnien-Herzegowina.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat arbeitet nebenamtlich und besteht aus folgenden Mitgliedern [2] [3]:

  • Benno Büeler (CVP), Gemeindepräsident
  • Petra Jenni (CVP)
  • Gabriela Käch (SVP)
  • Anton Kaufmann (FDP)
  • Roger Mathis (CVP)

Wahlen[Bearbeiten]

Bei den letzten Wahlen zum Kantonsparlament (2011) erreichten die Parteien folgende Wähleranteile: CVP 40,6 %, SVP 33,1 %, FDP 11,2 %, Grüne 6,0 %, SP 5,0 %, glp 3,4 % und andere Parteien 0,6 %.

Verkehr[Bearbeiten]

Mit der Seetalbahn, wie die Bahnlinie Luzern-Lenzburg im Volksmund genannt wird, ist Ballwil verkehrstechnisch durch den Öffentlichen Verkehr gut erschlossen. Seit einigen Jahren verkehrt zudem der TransSeetalExpress, eine Buslinie von Hochdorf nach Rotkreuz. Dadurch erhält die Gemeinde Anschluss an die S-Bahn Zürich.

Das Dorf liegt an der wichtigen Verkehrsverbindung von Luzern nach Lenzburg. Der Ortsteil Gibelflüh liegt an der Strasse Ballwil-Sins - während Gerligen und Wald an der Strasse von Ballwil nach Inwil zu finden sind. Die nächstgelegenen Autobahnanschlüsse sind Sempach und Emmen-Nord an der A2 und Buchrain[4] an der A14.

Schulen[Bearbeiten]

In Ballwil wird der Kindergarten in drei Abteilungen und die Primarschule in elf Abteilungen geführt. Die Real- und Sekundarschule besuchen die Kinder in dem Oberstufenzentrum Eschenbach. Die Kantonsschule befindet sich in Baldegg. Der Primarschulkreis Ballwil ist nicht mit der Politischen Gemeinde deckungsgleich. Ballwiler Kinder der Gehöfte Lohren, Wald, Meiengrüne und Singeln gehen in Inwil zur Schule. Kinder der Gehöfte Eien, Dünkel, Belletz, Süessholz, Roggwil, Untergerligen, Alp und Laterne besuchen die Schule in Eschenbach. Im Gegenzug kommen die Kinder der Höfe Aegerten und Neuaegerten (Gemeinde Hochdorf) sowie diejenigen von Ottenhusen, Grüt, Oberfeld und Kramis (Gemeinde Hohenrain) in die Schulen von Ballwil.

Geschichte[Bearbeiten]

Dorfkirche

Wie Funde beim Gehöft Höchweid (südöstlich des Dorfes; Reste einer römischen Siedlung) und 1978 beim Gehöft Bälletz (nordöstlich von Eschenbach; römische Ziegel) belegen, waren Teile der Gemeinde bereits früh besiedelt. Germanische Namen geben einen Hinweis auf alemannische Besiedelung. Erstmals unter dem heutigen Namen, in der Form Paldiwilare, wird der Ort im Jahr 893 unter den Besitztümern der Fraumünsterabtei Zürich erwähnt. Im Jahr 1210 wird ein adliger Dienstmann namens Hartmann von Ballwil (Baldewile) genannt. Dieses Geschlecht erbaute eine Burg und war als lokale Verwalter vorerst für die Grafen von Kyburg und nach deren Aussterben für die Habsburger tätig. Ein Bruno von Ballwil kam 1315 in der Schlacht bei Morgarten auf österreichischer Seite ums Leben. Das Geschlecht starb im Jahr 1381 aus. Teile der Gemeinde gehörten zum habsburgischen Amt Richensee - Andere zum ebenfalls habsburgischen Amt Rothenburg. Zwischen 1385 und 1413 gerieten alle Ortsteile unter die Herrschaft der Stadt Luzern - und wurden bis 1798 der Landvogtei Rothenburg angeschlossen. Danach gehörten sie bis 1803 zum Distrikt Hochdorf. Anschliessend wurde Mettenwil (wie die Gemeinde bis zu ihrer Umbenennung auf den heutigen Namen bis 1814 hiess) dem damals neu geschaffenen Amt Hochdorf zugeschlagen. In Ballwil wurde im Jahr 2006 ein Mammutzahn gefunden, der ungefähr 45000 Jahre alt ist. Es kam vier Jahre später zu einem Quarzfund im Quartier Schönfeld (Oberdorf). Darauf folgte eine kurzzeitig Diskussion über den kommerziellen Quarzabbau. Dieser wurde jedoch an einer Abstimmung im Jahre 2012, aufgrund des siedlungsbaulichen Aspektes, von der Gemeinde verworfen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Der Gütschweiher ist ein kleines Naturreservat und steht unter dem Schutz der Gemeinde. Es ist sowohl durch seinen Pflanzenwuchs als auch wegen der hier heimische Tierwelt interessant. Der Insektenreichtum ist sehr vielseitig.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

Die Wasserversorgungsgenossenschaft Ballwil bezieht Wasser aus dem Grundwasserstrom, der das Seetal in nördlicher Richtung durchfliesst. Das Pumpwerk steht westlich von der Kantonsstrasse in der Nähe der Wassergass, das Reservoir im Grüt, oberhalb von Ottenhusen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ballwil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Ergebnis der Wahlen 2012, 1. Wahlgang (PDF; 13 kB)
  3. Stille Wahl statt 2. Wahlgang
  4. a14-buchrain-rontal.lu.ch: A14 Anschluss Buchrain mit Zubringer Rontal - Kanton Luzern, Zugriff am 11. August 2011