Banca (Pyrénées-Atlantiques)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Banca
Banka
Banca (Frankreich)
Banca
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Pyrénées-Atlantiques
Arrondissement Bayonne
Kanton Montagne Basque
Gemeindeverband Agglomération du Pays Basque
Koordinaten 43° 8′ N, 1° 22′ WKoordinaten: 43° 8′ N, 1° 22′ W
Höhe 231–1.275 m
Fläche 49,60 km2
Einwohner 331 (1. Januar 2014)
Bevölkerungsdichte 7 Einw./km2
Postleitzahl 64430
INSEE-Code
Website www.garazibaigorri.com/fr/le-territoire/banca.html

Blick auf Banca

Banca (baskisch Banka [1]) ist eine französische Gemeinde mit 331 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014) im Département Pyrénées-Atlantiques in der Region Nouvelle-Aquitaine (vor 2016: Aquitanien). Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Bayonne und zum Kanton Montagne Basque (bis 2015: Kanton Saint-Étienne-de-Baïgorry).

Die Einwohner werden Bankars genannt.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick Richtung Süden auf dem Gipfel des Argarai (1.229 m) an der Grenze zu Spanien

Banca liegt ca. 60 km südlich von Bayonne im Vallée des Aldudes im französischen Teil des Baskenlands. Die Gemeinde grenzt im Westen, Osten und Süden an die Autonome Gemeinschaft und Provinz Navarra im Norden Spaniens. Die höchste Erhebung im Gebiet der Gemeinde ist nahe dem Gipfel des Laurigna (1278 m).[3]

Umgeben wird der Ort von den Nachbargemeinden:

Saint-Étienne-de-Baïgorry Anhaux
Lasse
Baztan (Spanien) Nachbargemeinden Valcarlos (Spanien)
Aldudes
Urepel
Erro (Spanien)

Banca liegt im Einzugsgebiet des Flusses Adour. Die Nive des Aldudes, ein Zufluss der Nive, durchquert mit ihren zahlreichen Zuflüssen die Gemeinde:

  • Belechiko erreka
  • Antchignoko erreka
  • Latcharrako erreka,
  • Bihuntzeguiko erreka
  • Hairako erreka, auch Hyra genannt, und seine Zuflüsse
    • Legarzuko erreka und
    • Zaminarteko erreka.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Menschen der Urgeschichte haben Spuren in Gestalt von Cromlechs hinterlassen an den Höhen des Ellorrieta (831 m), nordwestlich des Ortszentrums, und des Mehatze (1.133 m), südlich des Ortszentrums. Bergbau und Metallurgie begleiteten die Geburt der Gemeinde. 1747 wurde ein Werk zur Verhüttung des gewonnenen Kupfererzes errichtet und beschäftigte bald mehrere hundert Arbeiter. Das Werk wurde ab 1790 „La Fonderie“ genannt. 1823 wurde ein Hochofen errichtet zur Verhüttung des Eisenerzes aus den Nachbargemeinden. Dennoch schwanden nach und nach Bergbau und Metallverarbeitung. Die entlegene Lage des Ortes behinderte Handel und Transport und aus den benachbarten Wäldern konnte nicht mehr genug Brennstoff gewonnen werden. 1864 wurde die Mine bei Banca schließlich geschlossen.

Das Dorf wurde lange Zeit als ein Ortsteil namens La Fonderie von Saint-Étienne-de-Baïgorry angesehen und ist in diesem Toponym auf der Karte von Cassini 1750 eingetragen, wurde aber 1793 selbständig und nahm den heutigen Namen im Jahre 1874 an. Die Herkunft des Namens ist nicht gesichert, könnte aber vom baskischen Wort banca für Eisenschmiede stammen.[3][5][6][7][8]

Am 11. Dezember 1973 verübte die baskische Untergrundbewegung Iparretarrak in Banca ihren ersten Anschlag.[9]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Höhepunkt in der Mitte des 19. Jahrhunderts mit über 1.400 Einwohnern ist die Zahl aufgrund des Niedergangs des Bergbaus bis heute auf ungefähr nur noch ein Viertel gesunken.

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2009 2014
Einwohner 672 634 524 450 426 373 351 336 331
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 1999,[10] INSEE ab 2006[11][12]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortskirche Saint-Pierre
Ehemaliger Hochofen
  • Ortskirche von Banca, gewidmet dem Apostel Simon Petrus, um 1830 erbaut. Das Gebäude wurde bereits 1858 umgebaut, wie eine Inschrift über dem Eingang belegt und während des 20. Jahrhunderts restauriert. Der Eingang wird überragt von einem zweistöckigen Kirchturm mit einem schiefergedeckten polygonalen Turmhelm. Im Innern des einschiffigen Baus erstrecken sich zwei Ebenen von Emporen, wie sie in allen Kirchen des Baskenlandes anzutreffen sind. Diese sind traditionell den Männern während einer Messe vorbehalten. Zugang zu dem Emporen bieten zwei Treppen, eine im Innern, eine außen. Das große Gemälde in der Mitte des Altaraufsatzes ist um 1860 entstanden und zeigt Jesus Christus mit erhobener rechter Hand. Es ist flankiert von zwei vergoldeten Säulenpaaren mit Pflanzenornamenten. In den Nischen zwischen den Säulen befinden sich eine Statue mit Josef von Nazaret mit Jesuskind auf der linken Seite und mit Maria auf der rechten Seite.[13][14]
  • Hilarri. Auf dem Friedhof von Banca stehen mehrere dieser scheibenförmigen Grabstelen, die zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert eine große Beliebtheit im Baskenland erfuhren. Diese traditionellen Stelen sind aus einem Stein gemeißelt, teilweise mit pflanzlichen, religiösen oder Sonnenornamenten versehen, und wurden am Kopf des Toten gegen die aufgehende Sonne aufgestellt. Der Name des Verstorbenen bleibt aber stets ungenannt.[15]
  • Kupfermine. 1747 begann der Abbau des Kupfers. Eine Schmelze, Fonderie wurde errichtet, einer der größten in Frankreich der damaligen Zeit und mit 400 Arbeitern im Jahre 1789 besetzt. Nach einer kurzen Stilllegung wurde die Anlage 1802 in eine Anlage zur Verhüttung von Eisenerz umgewandelt. Der Hammer und das Gebläse für den Ofen wurden dabei von Wasserkraft betrieben. 1823 wurde ein Hochofen errichtet, der heute noch betriebsfähig ist. 1864 wurde die Anlage geschlossen angesichts der entlegenen Lage des Ortes und weil aus den benachbarten Wäldern nicht mehr genug Brennstoff gewonnen werden konnte.[16]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ossau-Iraty Käse

Nach der Schließung der Mine und der Eisenhütte liegt der Schwerpunkt auf der Landwirtschaft. Diese basiert auf der Zucht von Schafen einer lokalen Milchschafrasse (Manech Tête Rousse, Manech Tête Noire), der Rinderrasse Blonde d’Aquitaine und des baskischen Schweins. Ein Fischzuchtbetrieb befindet sich am Ortsausgang. Drei Wasserkraftwerke nutzen die Strömung der Nive zur Stromerzeugung. Das Dorf beherbergt eine Einrichtung zur Pflege von 30 behinderten Kindern.[5]

Banca liegt in den Zonen AOC des Ossau-Iraty, ein traditionell hergestellter Schnittkäse aus Schafmilch, sowie der Schweinerasse und des Schinkens „Kintoa“.[17]

Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2014[18]
Gesamt = 31

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Banca wird durchquert von der Route départementale 948 (ehemalige Route nationale 648).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Banca – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lieux - toponymie: Banka (Baigorri-Ortzaize) (fr) Königliche Akademie der Baskischen Sprache. Abgerufen am 18. Februar 2017.
  2. Pyrénées-Atlantiques Gentilé (fr) habitant.fr. Abgerufen am 18. Februar 2017.
  3. a b géoportail (fr) Institut national de l’information géographique et forestière. Abgerufen am 18. Februar 2017.
  4. Ma commune : Banca (fr) Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne. Abgerufen am 18. Februar 2017.
  5. a b BANCA: La commune (fr) Communauté d’agglomération du Pays Basque. Abgerufen am 18. Februar 2017.
  6. Conseil régional d’Aquitaine: Banca (fr) Visites en Aquitaine. Abgerufen am 18. Februar 2017.
  7. France 1750 (en) David Rumsey Map Collection: Cartography Associates. Abgerufen am 18. Februar 2017.
  8. Jean-Baptiste Orpustan: Nouvelle toponymie basque (fr) Universität Bordeaux. S. 165. 2006. Abgerufen am 18. Februar 2017.
  9. L’histoire sanglante d’Iparretarrak (fr) Libération. 15. Februar 2007. Abgerufen am 18. Februar 2017.
  10. Notice Communale Banca (fr) EHESS. Abgerufen am 18. Februar 2017.
  11. Populations légales 2006 Commune de Banca (64092) (fr) INSEE. Abgerufen am 18. Februar 2017.
  12. Populations légales 2014 Commune de Banca (64092) (fr) INSEE. Abgerufen am 18. Februar 2017.
  13. Conseil régional d’Aquitaine: Église Saint-Pierre (fr) Visites en Aquitaine. Abgerufen am 18. Februar 2017.
  14. Conseil régional d’Aquitaine: Retable de l’église Saint-Pierre (fr) Visites en Aquitaine. Abgerufen am 18. Februar 2017.
  15. Conseil régional d’Aquitaine: Cimetière à stèles discoïdales de Banca (fr) Visites en Aquitaine. Abgerufen am 18. Februar 2017.
  16. Mine de Banca (fr) Ministerium für Kultur und Kommunikation. Abgerufen am 18. Februar 2017.
  17. Liste des produits par commune (fr) Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 18. Februar 2017.
  18. Caractéristiques des établissements en 2014 Commune de Banca (64092) (fr) INSEE. Abgerufen am 18. Februar 2017.