Bandai Namco Holdings

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Bandai Namco Holdings

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Rechtsform Kabushiki kaisha (Aktiengesellschaft) (TYO: 7832)
ISIN JP3778630008
Gründung Bandai: 1950;
Namco: 1955;
Bandai Namco Holdings: 2005
Sitz 4-5-15, Higashi-Shinagawa, Shinagawa-ku, Tokio 140-8590,
JapanJapan Japan
Leitung Takeo Takasu (Vorsitzender, daihyō-torishimariyaku-kaichō), Shukuo Ishikawa (Präsident und CEO)[1]
Mitarbeiterzahl 1.900 (April 2011)
Website www.bandainamco.co.jp

K.K. Bandai Namco Holdings (jap. 株式会社バンダイナムコホールディングス, Kabushiki kaisha Bandai Namuko Hōrudingusu, engl. Namco Bandai Holdings Inc.) ist ein japanischer Spielwaren- und Entertainmentkonzern, das durch Fusion des Videospielunternehmens Namco und des Spielwarenherstellers Bandai entstand. Die Produktpalette umfasst Spielwaren, Computerspiele, Animes, Spielhallen und Freizeitparks. Stand 2019 war Bandai Namco der nach Umsatz größte Spielwarenhersteller der Welt.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Konzernzentrale in Minato
Alte Firmenzentrale von Bandai Namco Games in Shinagawa

Im Mai 2005 stimmte Bandai dem Zusammenschluss mit Namco zu. Namco wurde in diesem Prozess für umgerechnet 1,7 Milliarden US-Dollar übernommen.[3] Aktionäre von Namco erhielten ihre Anteile im Wert 1:1 umgetauscht, Bandai-Anteilseigner erhielten für jede bisherige Aktie 1,5 Anteile an der neuen Holding.[4] Bis zum 1. April 2014 bezeichnete die Holding ihre internationalen Vertriebstöchter als Namco Bandai, da Namco international größere Bekanntheit besaß, während Bandai auf dem japanischen Heimatmarkt und gemäß Firmenwert die bedeutendere Firma war. Mit dem Geschäftsjahr 2014 wurden die unterschiedlichen Bezeichnungen aufgehoben und auf Bandai Namco vereinheitlicht.[5][6] In den Geschäftsfeldern, in denen Namco und Bandai früher nicht beide tätig waren, wurden die alten Markennamen weitergeführt. So blieb Bandai die Marke für Spielzeuge und Namco die Marke für Arcade-Spiele. Die Bereiche des alten Unternehmens, die für Videospiele zuständig waren, firmierten von Januar 2006 bis März 2015 als Bandai Namco Games. Am 1. April 2015 erfolgte die Umbenennung in Bandai Namco Entertainment.[7]

2008 erwarb Bandai Namco zur Stärkung seines internationalen Vertriebsnetzes einen 34-%igen Anteil an den europäischen und asiatischen Vertriebstöchtern des angeschlagenen französischen Publishers Infogrames / Atari, mit der Option auf den Kauf der verbleibenden 66 % in den folgenden Jahren.[8] Diese Option zog Bandai Namco bereits ein Jahr später, im Mai 2009.[9][10]

2018 gab das Unternehmen bekannt, den Anteil seiner außerhalb Japans entwickelten Produkte und Franchises auf 50 % steigern zu wollen.[11] Im Rahmen dieser Offensive wurden mit den Slightly Mad Studios und Tarsier Studios 2020 jedoch zwei strategische Partner von Mitbewerbern aufgekauft. Das führte zu dem Beschluss, künftige Partnerschaften unter anderem von einer Unternehmensbeteiligung abhängig zu machen.[12] Im Frühjahr 2020 erlangte Bandai Namco durch den Erwerb der Werbeagentur Sotsu, zu deren Tochterunternehmen unter anderem das Animestudios Sunrise zählt, die vollen Rechte am Gundam-Franchise. Für die Übernahme zahlte Namco Bandai 87 Milliarden Yen.[13][14] Im September 2020 erwarb Bandai Namco im Rahmen seiner westlichen Expansionsstrategie 50 % am kanadischen Entwickler Reflection Entertainment, der mit Unknown 9 einem auf cross-mediale Vermarktung angelegten Franchise arbeitete.[15] Im Februar 2021 erwarb Bandai Namco eine Minderheitsbeteiligung am deutschen Entwicklerstudio Limbic Entertainment.[16]

Bandai Namco Games[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einige Spiele, die unter der kombinierten Marke K.K. Bandai Namco Games (株式会社バンダイナムコゲームス, Kabushiki-gaisha Bandai Namuko Gēmusu, engl. Namco Bandai Games Inc.) bzw. K.K. Bandai Namco Entertainment (株式会社バンダイナムコエンターテインメント, Kabushiki Gaisha Bandai Namuko Entāteinmento, engl. Bandai Namco Games Inc. und aktuell Bandai Namco Entertainment Inc.) vertrieben werden, lauten:

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Japan erhalten Mitarbeiter von Bandai Namco für ihr drittes Kind einen Bonus von zwei Millionen Yen, um der Überalterung und Kinderlosigkeit in Japan vorzubeugen. Zudem bietet das Unternehmen mit dem „Kid’s Room“ eine Gratisbetreuung für Grundschüler während der Sommer- und Winterferien an.[17]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Bandai Namco Group – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Offizielle Website. Bandai Namco, abgerufen am 5. November 2010 (englisch).
  2. Largest toy companies worldwide. In: Statista. Abgerufen am 18. April 2021 (englisch).
  3. Todd Zaun: Power Rangers Meet Pac-Man in $1.7 Billion Deal. In: The New York Times. 3. Mai 2005, ISSN 0362-4331 (nytimes.com [abgerufen am 18. April 2021]).
  4. Kyoko Hasegawa, Robin Elsham: Bandai, Namco to merge in Sept to form Japan's No 3 toy, game group - UPDATE 2. In: Forbes. 5. Februar 2005, archiviert vom Original am 14. August 2011; abgerufen am 2. April 2021.
  5. http://www.bandainamco.co.jp/files/E5AD90E4BC9AE7A4BEE381AEE88BB1E69687E8A1A8E8A898E5_2.pdf
  6. Ron Duwell: Namco Bandai Changing its Name to Bandai Namco. In: Technobuffalo. 27. Januar 2014, abgerufen am 18. April 2021.
  7. http://www.bandainamco.co.jp/files/1217E5AD90E4BC9AE7A4BEE7A4BEE5908DE5A489E69BB4%28E88.pdf
  8. Mark Schilling: Namco Bandai buys Infogrames stake. In: Variety. 11. September 2008, abgerufen am 18. April 2021 (amerikanisches Englisch).
  9. Tom Ivan: Namco Bandai To Swallow Atari Europe. In: Edge. 14. Mai 2009, archiviert vom Original am 1. November 2013; abgerufen am 2. April 2021.
  10. Goodbye Atari, hello Namco. In: MCV/DEVELOP. 14. Mai 2009, abgerufen am 18. April 2021 (britisches Englisch).
  11. James Batchelor: Bandai Namco: “We want 50% of our games to be new IP”. In: Gamesindustry.biz. 23. Juli 2018, abgerufen am 18. April 2021 (englisch).
  12. Marie Dealessandri: Bandai Namco: How long can we sustain working with independent studios? In: Gamesindustry.biz. 13. August 2020, abgerufen am 18. April 2021 (englisch).
  13. Scott Baird: Bandai Namco Is Trying To Buy The Entire Gundam Franchise. In: The Gamer. 13. Oktober 2019, abgerufen am 18. April 2021 (amerikanisches Englisch).
  14. Ryosuke Arasawa & Takako Fujiju: Bandai Namco takes page from Sony to leverage intellectual property. In: Nikkei Asia. 3. Januar 2021, abgerufen am 18. April 2021 (britisches Englisch).
  15. James Batchelor: Bandai Namco acquires Unknown 9 developer Reflector Entertainment. In: Gamesindustry.biz. 18. September 2020, abgerufen am 18. April 2021 (englisch).
  16. James Batchelor: Bandai Namco take minority stake in Might & Magic dev Limbic Entertainment. In: GamesIndustry.biz. 23. Februar 2021. Abgerufen am 23. Februar 2021.
  17. Alexander Göricke: Namco Bandai und der Kampf gegen Bevölkerungsschrumpfung. In: Next Gamer. Abgerufen am 14. April 2019 (deutsch).