Bandau

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Bandau
Gemeinde Beetzendorf
Wappen von Bandau
Koordinaten: 52° 40′ 17″ N, 11° 6′ 43″ O
Höhe: 45 m ü. NN
Fläche: 15,17 km²
Einwohner: 489 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 32 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2009
Postleitzahl: 38489
Vorwahl: 039000
Bandau (Sachsen-Anhalt)
Bandau
Bandau
Lage von Bandau in Sachsen-Anhalt

Bandau ist ein Ortsteil der Gemeinde Beetzendorf im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt, Deutschland.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das altmärkische Kirchdorf liegt rund sieben Kilometer nordwestlich der Stadt Klötze in der Jeetzeniederung.[1] Südöstlich liegt das Waldgebiet Der Lelchow.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf Bandau wird erstmals 1420 urkundlich als dat dorpp Bandow erwähnt, als Markgraf Friedrich Günzel von Bartensleben belehnt.[3]

Im 16. und 17. Jahrhundert lag der Ort wüst. Aus einigen wüsten Höfen des Dorfes Bandau und der wüsten Mark Lelchow und entstand in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts ein Gut, das nach einer Urkunde aus dem Schulenburgischer Archiv Wolfsburg am 23. Mai 1681 als ein Afterlehn von den von der Schulenburg dem Amtmann Koven überlassen wurde. Das Gut namens Lelchau oder Lerchau hatte im Jahre 1804 zwei Feuerstellen mit 14 Einwohnern.[4] Das von der Schulenburgische Rittergut wurde 1816 ohne die Lelchower Feldmark an die Bauern in Bandau verkauft, daraus entstand das heutige Dorf Bandau. Die Gemeinden Hohenhenningen und Peertz kauften die Lelchower Feldmark, das vormalige Vorwerk Lelchow.[5] Dieses Lelchow lag südöstlich von Peertz in der Nähe der Ruine der alten Kirche.

Die Siedlung Bandau befand sich in der Jeetzeniederung im Gebiet des heutigen Alt-Bandau (Haufendorf). 1818 wurde hier eine kleine Dorfkirche errichtet. Der Ortskern dieses Dorfes brannte am 6. Juni 1832 nieder, nur 6 Wohngebäude und die Kirche konnten gerettet werden. Noch im gleichen Jahr wurde mit dem Aufbau einer neuen Ortslage 600 m ostwärts am Weg von Klötze nach Beetzendorf auf trockenerem Grund und in großzügigerer Bebauung begonnen (Straßendorf). Der Umzug der Dorfkirche und zweier weiterer Gehöfte folgte 1850.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1950 wurden die bis dahin eigenständigen Gemeinden Peertz und Poppau aus dem Landkreis Salzwedel eingegliedert. Am 25. Juli 1952 wurde die Gemeinde Bandau in den Kreis Klötze eingliedert. Am 1. Juli 1994 kam Bandau zum Altmarkkreis Salzwedel.[6]

Ab 2005 gehörte Bandau zur Verwaltungsgemeinschaft Beetzendorf-Diesdorf.

Durch einen Gebietsänderungsvertrag beschloss der Gemeinderat der Gemeinde Bandau am 27. Oktober 2008, dass die Gemeinde Bandau in die Gemeinde Beetzendorf eingemeindet wird. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Januar 2009 in Kraft.[7][8][9]

Nach Eingemeindung der bisher selbstständigen Gemeinde Bandau wurden Bandau, Poppau und Peertz Ortsteile der Gemeinde Beetzendorf. Eine Ortschaft wurde nicht gebildet.

Seit 1. Januar 2010 gehört Bandau auch zur Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1801 83
1818 108
1840 136
Jahr Einwohner
1885 144
1892 148
1900 159
Jahr Einwohner
1910 193
1925 203
1933 196
Jahr Einwohner
1939 166
1946 821
1993 463
Jahr Einwohner
2005 512

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der letzte Bürgermeister der Gemeinde war Helmut Fehse.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Blau ein achteckiger, von einer goldenen Kette umschlossener silberner Stein, belegt mit einer blauen Windrose, überhöht von 2 goldenen Windrosen.“

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • In Bandau stand vermutlich ursprünglich eine Kapelle, die 1818 einstürzte. Die heutige Kirche ist ein rechtecker Putzbau mit Fachwerkdachreiter. Sie soll aus der Zeit um 1850 stammen.[10]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelische Kirchengemeinde Bandau gehörte zur Pfarrei Jeeben.[11] Heute gehört die Kirchengemeinde zum Pfarrbereich Beetzendorf [12] des Kirchenkreises Salzwedel im Propstsprengel Stendal-Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Nähe befindet sich das Ökodorf Sieben Linden, eine sozial-ökologische Modellsiedlung.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)
  2. Karte des Deutschen Reiches, 1:100 000, Teil II/IV: Blatt 264: Klötze. Preußisches Statistisches Landesamt, 1906, abgerufen am 26. Januar 2018.
  3. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Hauptteil 1. Hrsg.: Berlin. Band 17, 1859, S. 274 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10000995_00282~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  4. Geschichtsquellen der Provinz Sachsen und angrenzender Gebiete. Die Wüstungen der Altmark. Band 43. Hendel, Halle a.S. 1909, S. 7, 120–121, 485.
  5. J. A. F. Hermes, M. J. Weigelt: Historisch-geographisch-statistisch-topographisches Handbuch vom Regierungsbezirke Magdeburg. Topographischer Teil. Hrsg.: Verlag Heinrichshofen. Band 2, 1842, S. 325 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3DHB4_AAAAcAAJ%26pg%3DPA325~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7, S. 357, 362.
  7. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2009, 1. Liste
  8. „Transformationsprozesse öffentlicher Daseinsvorsorge in der Altmark“
  9. Gebietsinformationen Gemeindegebietsveränderungen seit dem 01.07.2007
  10. Thomas Hartwig: Alle Altmarkkirchen von A bis Z. Elbe-Havel Verlag, Havelberg 2012, ISBN 978-3-9814039-5-4, S. 31.
  11. Haase, Hilbert: Pfarr-Almanach oder die evangelischen Geistlichen und Kirchen der Provinz Sachsen der Grafschaften Wernigerode, Rossla und Stolberg. 19. Jahrgang, 1903, ZDB-ID 551010-7, S. 24 (wiki-de.genealogy.net [abgerufen am 27. Januar 2018]).
  12. Pfarrbereich Beetzendorf. Abgerufen am 27. Januar 2018.