Bandung

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Stadt in Indonesien. Zum gleichnamigen Landkreis in Thailand, siehe Ban Dung.
Bandung
Bandung (Indonesien)
Red pog.svg
Koordinaten 6° 55′ S, 107° 36′ OKoordinaten: 6° 55′ S, 107° 36′ O
Symbole
Wappen
Wappen
Flagge
Flagge
Basisdaten
Staat Indonesien

Geographische Einheit

Java
Provinz Jawa Barat
Höhe 768 m
Fläche 168 km²
Metropolregion 1877 km²
Einwohner 1.651.840 (2007)
Metropolregion 6.965.655 (2010)
Dichte 9.832,4 Ew./km²
Metropolregion 3.711,1 Ew./km²
Gründung 1810
Postleitzahl 40111 – 40973
Sonstiges
Gouverneur Ridwan Kamil
Telefonvorwahl (+62) 22
Kfz-Kennzeichen DVorlage:Infobox Ort/Wartung/Anmerkung
Montage of Bandung.jpg
Der Vulkan Tangkuban Perahu
Der Gedung Sate aus der Kolonialzeit
Eine Mädchengruppe beim Angklung spielen in Bandung
Groote Postweg Straße um 1938, heute Jalan Asia-Afrika
Die Große Moschee am Alun-Alun
Pasupati-Brücke
Bahnhof
Das Museum Geologi auf einer indonesischen Sonderbriefmarke von 2004

Bandung (bis 1972: Bandoeng), genannt „Stadt der Blumen“ (indonesisch Kota Kembang), ist die Provinzhauptstadt von Jawa Barat (Westjava).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bandung ist mit 3 Millionen Einwohnern Indonesiens viertgrößte Stadt nach Jakarta, Surabaya und Medan. Von 1940 bis 1961 wuchs die Bevölkerung der Stadt von 230.000 auf 1 Million Einwohner, bis 1990 wuchs die Stadt auf 2 Millionen. Seit 1987 ist der Bandung Raya-Plan in Kraft, durch den die Stadt kontrolliert außerhalb des Stadtzentrums, hauptsächlich westlich und südlich, zum Beispiel im Stadtteil Kopo und Richtung Cimahi, wachsen soll, doch gerade diese Stadtviertel leiden aktuell unter massiven Verkehrsproblemen, da die wichtigen Verbindungsstraßen (zum Beispiel Jalan Kopo) nicht ausreichend dimensioniert wurden. Inoffiziell ist heute von drei bis vier Millionen Einwohnern die Rede. Die lokale Sprache der Einwohner Bandungs ist das Sundanesische, jedoch spricht fast jeder auch Indonesisch.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Urgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Besiedlung der Hochebene von Bandung geht bis zum Java-Menschen (Homo erectus) zurück. Noch heute werden im Bereich von Dago gelegentlich archäologische Funde aus dieser Epoche geborgen. Sie sind im Geologischen Museum von Bandung ausgestellt.

Frühe Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die älteste erhaltene schriftliche Erwähnung von Bandung stammt aus dem Jahr 1488. 1614 hatte Bandung 25 bis 30 Häuser. Der Aufschwung fand ab 1786 statt, als im Zuge des militärischen Ausbaus der Insel Java durch die Niederländer eine Straße von Batavia (Jakarta) durch das Preanger-Gebirge nach Cirebon gebaut wurde, um das Land besser gegen die Engländer schützen zu können. Dieser Groote Postweg führte zunächst etwa 19 km nördlich des heutigen Stadtzentrums (Alun Alun) vorbei, erst später wurde sein Verlauf über die Hauptstraße Bandungs, den heutigen Jalan Asia-Afrika, verlegt.

Kolonialzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitte des 19. Jahrhunderts begann in der Region um Bandung der Anbau von Chinarindenbäumen, Assam-Tee und Kaffee. Bandung wurde das Zentrum der Plantagenregion. 1880 erhielt die wachsende Stadt eine Eisenbahnverbindung mit Jakarta, womit die Industrialisierung und der erste Tourismus begannen. Chinesen siedelten sich an. Die ersten Hotels und Cafés eröffneten, und die Stadt erarbeitete sich ihren Ruf als Paris des Ostens. 1920 wurde das Militär-Hauptquartier der Kolonie Niederländisch-Indien von Batavia nach Bandung verlegt. In dieser Zeit entstanden auch die berühmten Art-déco-Gebäude und die Jalan Braga wurde Flaniermeile der Kolonialherren. Es wurde die Technische Hogeschool gegründet und das Regierungszentrum mit dem Gedung Sate nordöstlich des Alun Alun gebaut.

Im unabhängigen Indonesien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom 18. bis 24. April 1955 fand in Bandung die historisch bedeutsame Tagung der Regierungschefs aus 29 asiatischen und afrikanischen Staaten statt, die insgesamt 1,4 Mrd. Menschen vertraten (Bandung-Konferenz). Die Tagung verabschiedete unter anderem ein 10-Punkte-Programm, in dem sich diese Staaten zur friedlichen Koexistenz, zum Prinzip der nationalen Selbstbestimmung und zum Eintreten gegen Neokolonialismus bekannten. Die Konferenz gab den nationalen Befreiungsbewegungen starke Impulse.[1]

Am 11. April 1963 ereignete sich bei Bandung ein schwerer Eisenbahnunfall, als die Lokomotive und die beiden ersten Wagen eines Schnellzugs von Jakarta nach Bandung entgleisten. Einer der Wagen überschlug sich und stürzte in eine Schlucht. 37 Menschen starben.[2]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wasserfälle von Maribaya, nordöstlich vom Stadtteil Dago
  • Vulkan Tangkuban Perahu („gekentertes Boot“) nördlich von Lembang
  • Vulkan Kawah Putih, südlich von Bandung
  • Heiße Quellen von Ciater, nördlich von Lembang
  • Der Zoo von Bandung

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Museum Geologi, geologisches Museum
  • Museum Jawa Barat, Archäologie und Kultur der Provinz West-Java
  • Museum Mandala Wangsit Siliwangi, Armeemuseum
  • Museum Gedung Merdeka oder Asia-Afrika Museum, erinnert an die Asia-Afrika Konferenz von 1955

Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bandung weist einen Bestand tropischer Art-déco-Architektur aus den 1920er Jahren auf. Die bedeutendsten Art-déco-Gebäude der Stadt sind die Villa Isola, das Grand Hotel Preanger und das Savoy Homann Bidakara Hotel, darüber hinaus gibt es weitere sehr sehenswerte Gebäude dieses Baustils.

  • Der Jalan Asia-Afrika mit dem Asia-Afrika-Konferenzgebäude „Gedung Merdeka“, diversen Art-Déco-Hotels wie zum Beispiel das „Savoy Homann“
  • Der Jalan Braga mit seinen Restaurants, Kolonialarchitektur und Kneipen
  • Villenviertel Ciumbuleuit, Cipaganti, Setrasari nördlich der Jalan Asia-Afrika mit Häusern aus der Kolonialzeit
  • Für Eisenbahnfans: der belebte Bahnhof
  • Gedung Sate, das Verwaltungsgebäude der Regierung West-Java, welches wegen seiner wie ein Sate-Spieß aussehenden Spitze diesen Namen trägt
  • Jalan Cihampelas, Textilgeschäfte
  • Jalan Riau, Outlet-Straße

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Saung Angklung Udjo, mit Aufführung von Angklung Musik, Tänzen und Wayang Golek
  • Institut Teknologi, Bandung, Technische Universität

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etwa 5 km nordwestlich des Stadtzentrums befindet sich der Flughafen Bandung (BDO/WICC).

Die Stadt ist an das Schienennetz angeschlossen.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Bandung ist neben einigen anderen Universitäten das in Indonesien hoch angesehene ITB (Institut Teknologi Bandung) ansässig, das Ingenieure verschiedener Fachrichtungen ausbildet.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Persib Bandung, Fußballverein

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bandung – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Meyers Neues Lexikon in acht Bänden, Erster Band, Leipzig 1961, S. 600.
  2. Peter Semmens: Katastrophen auf Schienen. Eine weltweite Dokumentation. Stuttgart 1996, ISBN 3-344-71030-3, S. 168.