Bank of China

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Bank of China Limited
中國銀行

Rechtsform Zentral Verwaltetes Unternehmen
ISIN CNE1000001Z5
Gründung 1912
Sitz Peking, Volksrepublik China
Leitung Liu Liange[1]
(Chairman of the Board of Directors)
Wang Jiang[1]
(Vice Chairman and President)
Mitarbeiterzahl 309.084 (Mai 2021)[2]
Umsatz 134 Mrd. USD (Mai 2021)[3]
Branche Banken
Website www.boc.cn
Stand: 2022
Die Zentrale in Peking
Filiale in Hamburg

Bank of China Limited (BOC, chinesisch 中國銀行股份有限公司 / 中国银行股份有限公司, Pinyin Zhōngguó Yínháng Gǔfèn Yǒuxiàn Gōngsī, kurz 中行, Zhōngháng oder 中银, Zhōngyín) ist ein Finanzunternehmen aus China. Der Firmensitz des Unternehmens befindet sich in Peking. Die BOC gehört, neben der ICBC, China Construction Bank und der Agricultural Bank of China, zu den vier großen staatlichen Banken in China. Oft auch als „Vierer-Bande“ (englisch Big Four) bezeichnet.

Die Bank ist eine der 30 Großbanken, die vom Financial Stability Board (FSB) als „systemically important financial institution“ (systemisch bedeutsames Finanzinstitut) eingestuft wurden.[4] Sie unterliegt damit einer besonderen Überwachung und strengeren Anforderungen an die Ausstattung mit Eigenkapital.[5]

Mit einem Umsatz von 134 Milliarden US-Dollar, bei einem Gewinn von 27,9 Mrd. USD, steht die Bank of China laut den Forbes Global 2000 auf Platz 14 der weltgrößten Unternehmen (Stand Mai 2021). Die Bank kam Anfang 2021 auf eine Marktkapitalisierung von 116,7 Mrd. USD.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen wurde 1912 gegründet, um die Ta Ching Government Bank (大清銀行, Dà Qīng Yínháng ursprünglich Ta-Ching Bank of the Ministry of Revenue 大清戶部銀行; 1905–1912) abzulösen, die älteste Bank in China.

Von seiner Gründung 1912 bis 1942 gab es Banknoten heraus in der Bankengruppe der „Big Four“, wozu des Weiteren die Finanzunternehmen Central Bank of China, Agricultural Bank of China und Bank of Communications gehörten. Obgleich es als Zentralbank anfangs für die Regierung Chinas diente, wurde es 1928 von der Central Bank of China abgelöst. Mit der Zeit wurde BOC zu einer kommerziellen Bank.

Nach dem chinesischen Bürgerkrieg, der 1949 endete, wurde die Bank of China in zwei Bereiche geteilt. Ein Teil der Bank wurde in Taiwan unter der Regierung der Kuomintang angesiedelt. 1971 wurde dieser Teil in Taiwan privatisiert und erhielt den Bankennamen International Commercial Bank of China. Mittlerweile fusionierte diese wiederum mit dem taiwanischer Ableger der chinesischen Bank of Communications (dort "Bank of Transportation") zur Mega International Commercial Bank.

Der andere Teil der BOC in China entwickelte sich zur zweitgrößten Darlehensbank in China landesweit und zur achtgrößten Bank in Marktkapitalisierung weltweit.[6]

Die Bank blieb lange Zeit zu 100 Prozent in Besitz des chinesischen Staates und wurde kontrolliert durch Central Huijin Investment und National Council for Social Security Fund (SSF).

Im August 2005 wurde eine strategische Partnerschaft mit der Royal Bank of Scotland (RBS) vereinbart. Im Rahmen dieser Vereinbarung kaufte die RBS 10 % der BOC für 3,1 Milliarden US-Dollar.

Diese Anteile wurden im Jahr 2009 wieder für 2,4 Milliarden US-Dollar im Rahmen der Reduktion der Investitionsvorhaben im Ausland aufgrund der Finanzkrise 2008 veräußert[7].

Dann erfolgte im Juni 2006 ein Börsengang eines Anteils an BOC, der einen Gegenwert von rund 25 % beträgt. Der erstmalige Börsengang der BOC war der größte Börsengang seit 2000 weltweit und bis dato der Viertgrößte in der Börsengeschichte.

Eigentümerstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stand: 2009:

Tochterunternehmen und Beteiligungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Tochterunternehmen der Bank of China ist das mit Firmensitz in Hongkong ansässige Bankenunternehmen Bank of China (Hong Kong).

Niederlassungen in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland unterhält Bank of China sechs Niederlassungen. Diese sind in Berlin, Düsseldorf, Hamburg, München, Frankfurt am Main und Stuttgart.[8]

Zweigniederlassung in der Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bank of China hat eine Zweigniederlassung in Genf und im Jahr 2021 von der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (FINMA) die Lizenz erhalten, um in der Schweiz die Geschäftstätigkeit aufzunehmen. Im Jahr 2022 wurde sie Mitglied der Schweizerischen Bankiervereinigung.[9]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Bank of China – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Bank of China Directors and Board of Directors. In: boc.cn. Bank of China, abgerufen am 2. Mai 2022 (chinesisch, englisch).
  2. a b Bank of China on the Forbes Global 2000 2021 List. In: Forbes. (englisch, forbes.com [abgerufen am 2. Mai 2022]).
  3. Andrea Murphy, Eliza Haverstock, Antoine Gara, Chris Helman und Nathan Vardi: Gobal 2000 – How The World's Biggest Public Companies Endured The Pandemic. In: forbes.com. Forbes, 13. Mai 2021, abgerufen am 2. Mai 2022 (englisch): „Rank: 14. Name: Bank of China; Country: China; Sales: $134 B; Profit: $27.9 B; Assets: $3,731.4 B; Market Value: $116.7 B“
  4. Policy Measures to Address Systemically Important Financial Institutions. In: Financial Stability Board (FSB) vom 4. November 2011 (PDF; 102 kB). Abgerufen am 2. Mai 2022. (englisch)
  5. Update of group of global systemically important banks (G-SIBs). (PDF; 42 kB) vom 1. November 2012. Abgerufen am 2. Mai 2022. (englisch)
  6. http://money.cnn.com/2006/06/01/news/international/bc.financial.china.boc.reut/?section=money_news_international@1@2Vorlage:Toter Link/money.cnn.com (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  7. RBS sells $2.4 billion Bank of China stake: sources. In: Reuters. 13. Januar 2009 (reuters.com [abgerufen am 12. August 2020]).
  8. Zweigniederlassungen. In: bankofchina.com. Bank of China, abgerufen am 9. Mai 2020.
  9. SBVg begrüsst drei neue Mitglieder. In: swissbanking.ch. Schweizerische Bankiervereinigung, 20. Juni 2022, abgerufen am 25. Juni 2022.