Bankensektor

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Bankensektor ist der Oberbegriff für den Wirtschaftszweig des gesamten Bankgewerbes (Kreditinstitute einschließlich Sparkassen).

Der Bankensektor gliedert sich in die Bereiche Universalbanken, Sparkassen, Genossenschaftsbanken, Teilzahlungsbanken, Hypothekenbanken, Schiffshypothekenbanken, Investmentbanken, Spezialbanken und Bausparkassen. Finanzdienstleistungsinstitute, wie z. B. Warenterminbroker sind im weitläufigeren Sinne, sofern sie für den direkten Handel mit Wertpapieren von der BAFin zugelassen sind, auch dem Bankensektor zuzurechnen. Alle Institute in Deutschland die den direkten bzw. eigenen Handel mit Geld, Krediten, Wertpapieren, Bürgschaften etc. vornehmen, müssen durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zugelassen sein. Personen und Gesellschaften, die eine Vermittlungstätigkeit für im Bankensektor tätige Institute vornehmen, bedürfen in der Regel nur einer Erlaubnis nach § 34c Gewerbeordnung (GewO).

Begriffsbestimmungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Universalbanken, Sparkassen, Genossenschaftsbanken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

dürfen das

vornehmen.

Teilzahlungsbanken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

sind Kreditinstitute, die das

  • Einlagengeschäft (die Annahme von fremden Geldern),
  • Kreditgeschäft (die Gewährung von Gelddarlehen),

vornehmen dürfen.

Hypothekenbanken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

sind Kreditinstitute, die

  • hypothekarische (grundbuchlich gesicherte) Hypothekendarlehen gewähren und
  • das Einlagengeschäft in der Form der Ausgabe von Hypothekenpfandbriefen (siehe Pfandbrief)

betreiben.

Schiffshypothekenbanken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

sind Kreditinstitute, die

  • schiffshypothekarische (an den Schiffen gesicherte) Darlehen ausreichen und
  • das Einlagengeschäft in der Form der Ausgabe von Schiffspfandbriefen (siehe auch Pfandbrief)

betreiben.

Investmentbanken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

sind Banken, die den Handel mit

Bausparkassen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

sind Kreditinstitute, die das

  • Einlagengeschäft (die Annahme von fremden Geldern) in Form von Bausparbeiträgen und das
  • Kreditgeschäft in Form von Bauspardarlehen

betreiben.

Genossenschaftliche Zentralinstitute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

sind Kreditinstitute, die als Zentralinstitute der Volks- und Raiffeisenbanken agieren und

  • für die genossenschaftlichen Banken Dienstleistungen erbringen, die die kleinen Volks- und Raiffeisenbanken nicht erbringen können (z. B. Großkredite).
  • den Zahlungsverkehr innerhalb und außerhalb des genossenschaftlichen Bankwesens abwickeln. In Deutschland sind das die WGZ-Bank und DZ Bank.

Genossenschaftliche Hypothekenbanken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • die als genossenschaftliche Hypothekenbanken das Hypothekengeschäft - insbesondere mit Großkunden - abwickeln. In Deutschland ist das die insbesondere die DG HYP.

Landesbanken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • sind Banken, die für die Sparkassen im Wesentlichen die gleiche Funktion übernehmen wie die Genossenschaftlichen Zentralinstitute für die Volks- und Raiffeisenbanken.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Tiwari, Rajnish und Buse, Stephan (2006): The German Banking Sector: Competition, Consolidation and Contentment (PDF; 45 kB), Hamburg University of Technology (TU Hamburg-Harburg)
  • Brunner, A., Decressin, J. / Hardy, D. / Kudela, B. (2004): Germany’s Three-Pillar Banking System – Cross-Country Perspectives in Europe, Occasional Paper, International Monetary Fund, Washington DC 2004.
  • Wackerbeck, P., Becht, F., Ettlin, D. (2017): M&As ín European banking, PwC Strategy&