Bankhaus Lampe

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  Bankhaus Lampe KG
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Hauptniederlassung Bielefeld am Alten Markt
Hauptniederlassung Bielefeld am Alten Markt
Staat Deutschland
Sitz Alter Markt 3
33602 Bielefeld
Rechtsform Kommanditgesellschaft
Bankleitzahl 480 201 51[1]
BIC LAMP DEDD XXX[1]
Gründung 1852
Website www.bankhaus-lampe.de
Geschäftsdaten 2013[2]
Bilanzsumme 2.989 Mio. Euro
Einlagen 2.322 Mio. Euro
Kundenkredite 1.324 Mio. Euro
Mitarbeiter 678
Geschäftsstellen 12
Leitung

Unternehmensleitung

Persönlich haftende Gesellschafter:
Stephan Schüller
Nicolas Blanchard
Ulrich Cosse

Niederlassung in Frankfurt

Das Bankhaus Lampe ist eine unabhängige Privatbank in Deutschland. Das 1852 gegründete Unternehmen ist heute ein Tochterunternehmen des Bielefelder Familienunternehmens Dr. August Oetker KG. Das Bankhaus Lampe firmiert als Kommanditgesellschaft und wird von den persönlich haftenden Gesellschaftern Stephan Schüller (Sprecher), Nicolas Blanchard und Ulrich Cosse geführt. Stammsitz der Bank ist Bielefeld, die Geschäftsführung sowie Zentral- und Stabsabteilungen haben ihren Sitz in Düsseldorf. Daneben bestehen weitere Niederlassungen und Tochtergesellschaften in Berlin, Bonn, Bremen, Dresden, Frankfurt am Main, Hamburg, München, Münster (Westfalen), Osnabrück und Stuttgart sowie in Wien.

Geschichte[Bearbeiten]

Am 1. Oktober 1852 gründete der 24-jährige Hermann Lampe das Unternehmen als Bank- und Speditionsgeschäft in Minden. Bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden Gründungen von Aktiengesellschaften begleitet, Obligationen platziert und erste Kontakte ins Ausland geknüpft. Lampe verunglückte 1877 tödlich. Das Bankhaus wird daraufhin von seinem angestellten Mitarbeiter Carl Siebe und dessen Vetter Wilhelm Wegener übernommen. Deren Söhne Wilhelm Siebe und Karl Wegener übernahmen die Firma im Jahr 1917.

Im Juli 1949 erfolgte die Umwandlung des Unternehmens aus der bisherigen Rechtsform der offenen Handelsgesellschaft in eine Kommanditgesellschaft. Zugleich wechselte Hugo Ratzmann vom Bankhaus Hardy & Co. als persönlich haftender Gesellschafter und alleiniger Geschäftsführer zum Bankhaus Lampe. Indem der Bielefelder Unternehmer Rudolf-August Oetker 8,4 Millionen D-Mark einbrachte, wurde er Mehrheitsgesellschafter. Weitere Anteilseigner waren die 1887 von Carl Albrecht Delius gegründeten Bielefelder Firma C.A. Delius & Söhne und die Hamelner Reese GmbH.

Am 9. Mai 1951 bezog die Bank das Gebäude am Alten Markt in Bielefeld. Zugleich wurde der Hauptsitz des Unternehmens nach Bielefeld verlegt, während vorerst noch eine Zweigstelle in Minden erhalten blieb. Nachdem Ratzmann 1960 bei einem Unfall gestorben war, wurden zunächst für ein Jahr Carl Melien und danach ab 1961 Horst Herold alleiniger persönlich haftender Gesellschafter. Nachdem die Deutsche Bundesbank das Bankhaus als Teil der Oetker-Gruppe ansah und eine Beteiligung Oetkers an der Leitung verlangte, schied Herold Ende 1963 wieder aus, weil er nach Auskunft der Bank deren „Selbständigkeit und Unabhängigkeit“ nicht mehr gewährt sah.[3]

Am 1. Januar 1964 wurde der bisherige Kommanditist Rudolf-August Oetker zum Komplementär. Zu geschäftsführenden Direktoren wurden Hans Heuer und Rudolf von Ribbentrop ernannt. 200 Mitarbeiter arbeiteten damals an vier Standorten. In den folgenden zwei Jahrzehnten stieg die Anzahl der Mitarbeiter auf mehr als 370 Personen.

1968 wurde das Bankhaus Erich Sültz übernommen und zur Hamburger Niederlassung umgewandelt. 1972 wurde von Ribbentrop geschäftsführender Direktor der Bank.

Am 1. Januar 1974 übernahm die damalige Deutsche Genossenschaftskasse, welche ab 1975 als DG Bank firmierte, 25 % der Anteile am Bankhaus Lampe.

Ende der 1980er Jahre eröffnete die Niederlassung Frankfurt mit dem Schwerpunkt Wertpapiergeschäft und Vermögensverwaltung.

Zum 1. Juli 1990 übernahm die Oetker-Gruppe den 25-prozentigen Anteil der DG Bank.

Der seit 1969 beim Bankhaus Lampe tätige Christian Graf von Bassewitz wurde 1992 zum Sprecher der Geschäftsleitung und 1993 auch zum persönlich haftenden Gesellschafter ernannt.

Im Jahr 1998 übernahm das Bankhaus Lampe die Frankfurter Bankgesellschaft gegr. 1899 AG und gliederte sie in die Frankfurter Niederlassung ein. Im selben Jahr wurde eine siebente Niederlassung in München gegründet.

1999 wurden Karl-Heinz Franke und 2002 Peter Ebertz zu persönlich haftenden Gesellschaftern ernannt. Ferdinand Oetker ist 2004 als Direktor in das Unternehmen eingetreten. Zum 1. März 2006 hat der Gesellschafterausschuss des Bankhauses Lampe den 2004 aus dem Vorstand der HypoVereinsbank ausgeschiedenen Stephan Schüller als Sprecher der persönlich haftenden Gesellschafter der Bankhaus Lampe KG berufen. Er folgte auf Christian Graf von Bassewitz, der in den Ruhestand trat. In diesem Jahr erwarb das Bankhaus Lampe die Hamburger Beratungsgesellschaft Conetwork und eine mehrheitliche Beteiligung an der Münchener Fiduka Depotverwaltung.

2008 eröffneten Niederlassungen in Dresden und Stuttgart. Aus dem Zusammenschluss der Tochtergesellschaften Conetwork (Hamburg) und Krüger & Uhen (Frankfurt) entstand die Lampe Corporate Finance GmbH, die im Juli 2013 zur Lampe Equity Management GmbH umfirmierte. Außerdem beteiligte sich das Bankhaus Lampe an der österreichischen DALE Investment Advisors GmbH.

2009 folgte die Eröffnung der Niederlassungen in Bonn und Osnabrück. Die Beteiligung an der DALE Investment Advisors GmbH, Wien, wandelte sich in eine Mehrheitsbeteiligung. Im selben Jahr trat Ulrich Cosse als persönlich haftender Gesellschafter in die Privatbank ein und die vorerst letzte Niederlassung in Bremen wurde eröffnet. Ebenfalls 2009 wurde die Lampe Vermögenstreuhand GmbH als Family Office der Bank gegründet.

Seit 2010 besteht die Lampe Capital UK (Services) Ltd. mit Sitz in London zur Betreuung institutioneller Kunden in Großbritannien. Im Juli 2010 trat Karl-Heinz Franke in den Ruhestand.

Im Mai 2014 bestellte der Beirat der Bankhaus Lampe KG Nicolas Blanchard zum persönlich haftenden Gesellschafter.[4]

Niederlassungen und Tochtergesellschaften[Bearbeiten]

Das Bankhaus Lampe ist in Deutschland an 12 Standorten vertreten. Neben dem Stammsitz in Bielefeld hat das Bankhaus Lampe Niederlassungen und Tochtergesellschaften in Berlin, Bonn, Bremen, Düsseldorf, Dresden, Frankfurt/Main, Hamburg, München, Münster, Osnabrück, Stuttgart und Wien. Einen 50%-Anteil hält das Bankhaus an der Frankfurter Investmentgesellschaft Universal Investment. Im Mai 2010 veräußerte das Bankhaus Lampe die in ihrem Besitz befindlichen Anteile an der Zürcher Atlantic-Vermögensverwaltung an die Schweizer Bank von Roll, welche zum 1. Oktober 2010 mit Atlantic fusionierte.[5]

Lampe Asset Management GmbH[Bearbeiten]

Die Lampe Asset Management GmbH ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Bankhaus Lampe KG und betreibt institutionelles Asset Management.

Lampe Capital Finance GmbH[Bearbeiten]

Die Lampe Capital Finance GmbH investiert eingeworbenes Kapital in Form individueller Mezzanine-Finanzierungen und offener, minderheitlicher Beteiligungen in den deutschen Mittelstand.

Lampe Credit Advisors[Bearbeiten]

Berät Finanzinstitute und Firmenkunden bei komplexen Fragen zu Bilanzstrukturmanagement, Portfoliomanagement und alternativen Assets.

Lampe Capital UK (Services) Ltd.[Bearbeiten]

Über die Lampe Capital UK (Services) Ltd. mit Sitz in London betreut institutionelle Kunden in Großbritannien. Zusammen mit den Spezialisten im Bankhaus Lampe berät die Gesellschaft institutionelle Investoren bei der Auswahl und Allokation deutscher Aktien

Lampe Equity Management GmbH[Bearbeiten]

Die Lampe Equity Management GmbH berät institutionelle Kunden bei exklusiven Beteiligungsmöglichkeiten im Bereich Alternativer Investments mit einem Schwerpunkt auf Erneuerbare Energien.

Lampe Vermögenstreuhand GmbH[Bearbeiten]

Diese Tochtergesellschaft berät als Family Office Familien, Unternehmern und Stiftungen in Vermögensfragen.

Geschäftsfelder[Bearbeiten]

Zum Angebot gehören die Vermögensberatung und -verwaltung für vermögende Privatkunden, fremd- sowie eigenkapitalorientierte Finanzierungs- und Beratungsleistungen für mittelständische Firmenkunden sowie das Investmentgeschäft und die Vermögensverwaltung für institutionelle Kunden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Manfred Pohl,[6] Sabine Freitag, European Association for Banking History (Hrsg.): Handbook on the history of European banks, Edward Elgar Publishing, 1994, Seite 346-349[7]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Stammdaten des Kreditinstitutes bei der Deutschen Bundesbank
  2. Geschäftsbericht 2013 (PDF; 1,9 MB)
  3. Oetker-Bank wird zur AG, Zeit, 13. Dezember 1963
  4. Pressemitteilung zur Bestellung Blanchards
  5. Schweizer-banken.info: Atlantic Vermögensverwaltungsbank, Zürich
  6. Porträt / CV (PDF; 37 kB)
  7. Abstract (PDF; 54 kB), Inhaltsverzeichnis (PDF; 102 kB)

52.0203758.532043Koordinaten: 52° 1′ 13″ N, 8° 31′ 55″ O