Bantanges

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Bantanges
Bantanges (Frankreich)
Bantanges
Region Bourgogne-Franche-Comté
Département Saône-et-Loire
Arrondissement Louhans
Kanton Cuiseaux
Gemeindeverband Terres de Bresse
Koordinaten 46° 37′ N, 5° 7′ OKoordinaten: 46° 37′ N, 5° 7′ O
Höhe 175–201 m
Fläche 10,73 km2
Einwohner 555 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 52 Einw./km2
Postleitzahl 71500
INSEE-Code

Bantanges ist eine französische Gemeinde im Département Saône-et-Loire in der Region Bourgogne-Franche-Comté. Sie gehört zum Arrondissement Louhans und zum Kanton Cuiseaux. Die Gemeinde hat 555 Einwohner (Stand 1. Januar 2016), die Bantangeois, resp. Bantangeoises, genannt werden.[1]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Savigny-sur-SeilleSornayLa Chapelle-NaudeMénetreuilRancyBantanges mit seinen Nachbarorten
Über dieses Bild

Bantanges liegt in der Landschaft Bresse, im Süden des Arrondissement Louhans, der westliche Weiler La Commagne ist mit dem Nachbarort Rancy zusammengewachsen. Die Gemeinde wird von der Departementsstraße D971[2]. Die südliche Gemeindegrenze folgt den ausgeprägten Windungen der Sane-Morte[3], die auf diesem Abschnitt etliche Biefs aufnimmt, künstliche Wasserläufe, die der Bewirtschaftung der Étangs dienen. Die nördliche Grenze bildet die Seille[4]. Das Gemeindegebiet ist schwach bewaldet, lediglich im Osten und Südwesten finden sich nennenswerte Waldgebiete. Zur Gemeinde gehören die folgenden Weiler und Fluren: Bas-de-Seille, Brûlets, Buclière, Cadolles, Champ-Potet, Commagne, Coussardière, Dallemand, Diots, Fontenelles, Gizonges, Grand-Bantanges, Grange-du-Bois, Grange-Neuve, Mare, Molaises, Morchet, Petit-Buclière, Petits-Bois, Platière, Port, Ragée, Rois, Rues, Tremblet, Tuilerie, Villarets, Villet[5].

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klima in Bantanges ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die effektive Klimaklassifikation nach Köppen und Geiger ist Cfb. Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 11,1 °C. Innerhalb eines Jahres fallen 799 mm Niederschläge.

Bantanges
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
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5
-1
 
 
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7
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6
0
Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: climate-data.org
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Bantanges
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 5,0 7,0 12,5 16,1 20,0 23,5 25,8 25,3 21,9 15,8 9,7 5,5 Ø 15,7
Min. Temperatur (°C) -0,9 -0,2 2,7 5,7 9,1 12,6 14,5 14,0 11,4 7,1 3,3 0,3 Ø 6,7
Temperatur (°C) 2,0 3,4 7,6 10,9 14,5 18,0 20,1 19,6 16,6 11,4 6,5 2,6 Ø 11,1
Niederschlag (mm) 59 57 56 57 77 77 58 77 77 66 75 63 Σ 799
T
e
m
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5,0
-0,9
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5,7
20,0
9,1
23,5
12,6
25,8
14,5
25,3
14,0
21,9
11,4
15,8
7,1
9,7
3,3
5,5
0,3
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
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  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Toponymie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits 833 wird in den Büchern der Abtei Cluny erwähnt: In pago Ludgunense, in villa Bandingas (deutsch: im Gau von Louhans, im Dorf Bandingas). 1155 wird die Capella de Vendangiis angeführt. Es ist also davon auszugehen, dass der Ort bereits zu gallo-römischer Zeit entstand und Bezug nimmt auf einen Besitzer jener Gegend, die demzufolge schon früh besiedelt war. Die 1155 erwähnte Kirche wurde offensichtlich im 16. Jahrhundert durch einen Neubau ersetzt, der im 19. Jahrhundert erweitert wurde. Sie ist heute dem Heiligen Vinzenz geweiht[6].

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Herrschaft Bantanges war, wie die meisten Gebiete der Region Louhans, im Besitz der Familie de Vienne, ging dann über zu den d’Uxelles und am Ende des 16. Jahrhunderts zu den Saint-Clément de Taizé. Schließlich kaufte Philibert Potet die Herrschaft, er war Ritter, Maître des requêtes, Königlicher Rat. Zu seiner Zeit, nämlich 1675, wurde Bantanges zum Marquisat erhoben. Sein Sohn, Jean-Baptiste Potet, verlor die Herrschaft 1696, so wie auch die Baronie Saint-Germain-du-Plain, an seinen Gläubiger, François Guyet, Herr von La Faye, Finanzintendant von Lyon, der sie wiederum in ein Marquisat erheben ließ, jedoch in ein erbliches. Das herrschaftliche Schloss stand in Dallemand und wurde zu Beginn des 18. Jahrhunderts erbaut. Guyet hinterließ eine Tochter, Philiberte Thérèse, verheiratet mit Jérôme, Graf von Chamillard, Maréchal des camps et armées du Roi. Die Marquise starb 1774 ohne Erben, die Ruinen des Schlosses wurden für den Bau der Mühle Dallemand verwendet und die Herrschaft ging an ihren Neffen, Gagne de Perrigny. 2008 wurde der Gemeinde erlaubt, das Wappen der Chamillard als Gemeindewappen zu tragen.

Ein Teil von Bantanges gehörte zur Baronie von Montpont, im Weiler Grande-Buclière bestand eine Burg über der Sâne Morte. Es muss sich um eine wichtige Burg gehandelt haben, angesichts der zahlreichen Trümmer, die gefunden wurden und dem heute eingeebneten Wassergraben (nach Guillemaut, Armoiries).

Die Gemeinde liegt in einem recht heiklen Gebiet, indem die Gewässer, die sie durchqueren große Strecken des Jurafusses entwässern. Aus neuester Zeit werden folgende Naturkatastrophen vermerkt:

  • Sturmschäden vom 6. – 10. November 1982
  • Überschwemmungen und Murgang vom 8. – 31. Dezember 1982
  • Überschwemmungen und Murgang vom 12. – 13. Mai 1983
  • Überschwemmungen und Murgang vom 5. – 10. Oktober 1993
  • Überschwemmungen und Murgang vom 24. – 26. Oktober 1999
  • Erdbewegungen als Folge der Trockenheit und anschließendem Wasserausgleich vom 1. Juli – 30. September 2003

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
(Quelle: [7])
1793180018211831184118511861187218811891189619011911192119311946196219751990199920062011
580677668784792846857878917981985968910832783685675574477446547559
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lourdesgrotte, erstellt 1929[8]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angebot zur Deckung der täglichen Bedürfnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lebensmittel
Post

Zahl und Art von Betrieben und Ladengeschäften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde befinden sich nebst Mairie und Kirche 11 Landwirtschafts- und 22 sonstige Betriebe

Landwirtschaftsbetriebe[9]
Betriebsbereich Anzahl davon davon
Landwirtschaft 11
Ackerbau und Forstwirtschaft 10
Getreide Hülsen- Ölfrüchte 3
Gemüsebau 3
Futterpflanzen 3
Gartenpflege 4
Zucht- und Fischereibetriebe 4
Aufzucht 3
Rinderzucht 1
Übrige Betriebe[10]
Branche Anzahl
Herstellung and. Industrieproduklte 4
Bauhandwerk 2
Handel + Reparatur von Motorfahrzeugen 7
Hotellerie und Gastronomie 1
Wissenschaft Verwaltung Beratung 6
Öffentliche Verwaltung, Bildung, Gesundheit 1
sonstige Dienstleistungen 1
Ladengeschäfte[11]
Art des Ladens Anzahl
Lebensmittelladen 2

Geschützte Produkte in der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als AOC-Produkte sind in Bantanges Crème et beurre de Bresse[12][13] zugelassen, ferner Volaille de Bresse[14] und Dinde de Bresse[15].

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde besteht eine École maternelle, die der Académie de Dijon[16] untersteht und von 45 Kindern besucht wird. Für die Schule gilt der Ferienplan der Zone A[17].

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Claude Courtépée (1721–1781): Description historique et topographique du Duché de Bourgogne. Band 5. Chez Causse, Dijon 1780 (französisch, Google Books).
  • Lucien Guillemaut (1842–1917): Histoire de la Bresse Louhannaise. Bd. 1, Louhans 1897.
  • Lucien Guillemaut (1842–1917): Armoiries et familles nobles de la Bresse louhannaise: armoiries ouvrières, armoiries particulières et de familles. Vve L. Romand, Louhans 1909 (französisch, gallica).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bantanges – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Bantanges. auf INSEE. Institut national de la statistique et des études économiques, abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Bantanges. im Verzeichnis der Gemeinden Frankreichs. Abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Bantanges. in der Base Mérimée. Ministère de la Culture, abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Bantanges. in Archives départementales. Département Saône-et-Loire, abgerufen am 21. Januar 2016 (französisch).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bantanges. auf habitants.fr. Abgerufen am 31. Dezember 2015 (französisch).
  2. Departementsstraße D971. auf routes.wiki.com. Abgerufen am 16. April 2015 (französisch).
  3. La Sane-Morte, Länge 54.6 km, Zufluss zur Sane-Vive, Quelle bei 46° 22′ 31,4″ N, 5° 11′ 28,3″ O in Foissiat auf ca. 218 m, Mündung bei 46° 34′ 30″ N, 5° 5′ 38,8″ O in Ménetreuil auf ca. 177 m, La Sane-Morte auf sandre.eaufrance.fr
  4. La Seille, Länge 100.0 km, Zufluss zur Saône, Quelle bei 46° 45′ 52,2″ N, 5° 41′ 30,8″ O in Ladoye-sur-Seille auf ca. 390 m, Mündung bei 46° 31′ 10,6″ N, 4° 56′ 20,8″ O in La Truchère auf ca. 169 m, La Seille auf sandre.eaufrance.fr
  5. Dictionnaire Topographique de Saône-et-Loire. (PDF) Comité des Travaux Historiques et Scientifiques, abgerufen am 16. April 2015 (französisch, Suchbegriff: Ctrl+F Bantanges).
  6. Kurzbeschrieb der Kirche. von Bantanges. Paroisse Saint Jean-Baptiste en Bresse, abgerufen am 7. Februar 2016 (französisch).
  7. Einwohnerstatistik auf cassini.ehess.fr. Abgerufen am 2. Januar 2015 (französisch).
  8. Bilder zur Lourdesgrotte von Bantanges, abgerufen am 3. Januar 2015.
  9. Unternehmen in Bantanges. Kompass.fr, abgerufen am 27. Februar 2016 (französisch).
  10. Unternehmen in Bantanges. Nombre d’établissements par secteur d’activité et par taille en 2014 (Téléchargement). INSEE.fr, abgerufen am 13. Februar 2016 (französisch).
  11. Unternehmen in Bantanges. Nombre d'équipements et de services dans le domaine du commerce en 2014 (Téléchargement). INSEE.fr, abgerufen am 13. Februar 2016 (französisch).
  12. Crème de Bresse. auf INAO L’Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 3. Juli 2015 (französisch).
  13. Beurre de Bresse. auf INAO L’Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 3. Juli 2015 (französisch).
  14. Poulet de Bresse. auf INAO, L’Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 26. Juni 2015 (französisch).
  15. Dinde de Bresse. auf INAO, L’Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 26. Juni 2015 (französisch).
  16. Homepage der Académie de Dijon. Abgerufen am 10. Januar 2016 (französisch).
  17. Ferien- und Feiertagsplan der Zone A. Bantanges. Abgerufen am 10. Januar 2016 (französisch).