Baptisten in Italien

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Basisdaten
Unione Cristiana Evangelica
Battista d'Italia - UCEBI

Geistliche Leitung: Präsidentin: Anna Maffei
Mitgliedschaft: Baptistischer Weltbund
Europäisch-Baptistische
Föderation

World Council of Churches
Italienische Föderation
protestantischer Kirchen
Gemeinden: 116 (Stand: 2009)
Gemeindeglieder: ca 6200 (Stand: 2009)
Anteil an der
Gesamtbevölkerung:
ca. 0,01 %
Anschrift: Piazza San Lorenzo
in Lucina 35
00186 Roma
Offizielle Website: http://www.ucebi.it

Die Geschichte der Baptisten in Italien reicht in die sechziger Jahre des 19. Jahrhunderts zurück. Ihr offizieller Name lautet heute Unione Cristiana Evangelica Battista d'Italia (deutsch: Bund der Christlich-Evangelischen Baptisten Italiens).

Geschichte[Bearbeiten]

Baptistenkirche in Rom

Zunächst waren es britische Missionare, die im 1863 den Grundstein für die baptistische Bewegung in Italien legten. Nur wenige Jahre später kamen US-amerikanische Missionare nach Italien. In einigen größeren Städten und umliegenden Dörfern entstanden in der Folgezeit die ersten Baptistengemeinden Italiens. 1905 begann man mit dem Aufbau einer theologischen Ausbildungsstätte für haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter. Diese wurde allerdings 1932 durch die faschistischen Machthaber geschlossen.[1]

1921 zog sich die Britische baptistische Missionsgesellschaft aus der Italienmission zurück und legte die Verantwortung für die von ihr gegründeten Gemeinden in die Hände der Außenmission der amerikanischen Southern Baptist Convention. Diese veranlasste 1939 die Gründung der Opera Battista, eine Vorläuferin des zwanzig Jahre später ins Leben gerufenen Bundes der christlich-evangelischen Baptistengemeinden Italiens. Von Anfang an suchte der italienische Baptistenbund den Kontakt zu bekenntnisverwandten Kirchen und Gemeinschaften, in deren Folge 1990 zwischen Baptisten, Waldensern und Methodisten eine bedeutsame Übereinkunft erzielt wurde. Heute besteht zwischen den genannten Konfessionen volle Kirchengemeinschaft. Auch wird eine gemeinsame Wochenzeitschrift, die riforma herausgegeben. Neuerdings werden auch zwischen italienischen Baptisten und Pfingstlern Konvergenzgespräche geführt.[2]

Organisation, Ökumene, Statistik[Bearbeiten]

Die in der Unione Cristiana Evangelica Battista d'Italia zusammengeschlossenen autonomen Ortsgemeinden gehören zur Europäisch-Baptistischen Föderation und zum Baptistischen Weltbund. Weitere Mitgliedschaften bestehen beim World Council of Churches / WCC (Weltrat der Kirchen) und bei der Conference of Evangelical Churches (CEC). Die italienischen Baptisten sind außerdem Mitbegründer der Italienischen Föderation protestantischer Kirchen.

Im Jahr 2009 existierten in Italien 116 baptistische Ortsgemeinden[3] mit rund 7200 getauften Mitgliedern, die von 43 hauptamtlichen Geistlichen betreut wurden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Albert W. Wardin, Jr.: Baptists around the world, Deland / Florida 1995 PDF-Dokument, online einsehbar; eingesehen am 7. Juni 2010
  • Ian M. Randall: Communities of Conviction. Baptist Beginnings in Europe, Schwarzenfeld 2009, ISBN 978-3-937896-78-6, S. 159 - 169 (The Gospel in its Beauty and Simplicity: Baptists in Italy, Spain and Portugal)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Laura Ronchi De Michelis: "Una pagina dell'evangelismo italiano: la Scuola Teologica Battista di Roma (1901-32)" in: Ceci / Demofonti (Hrsg.): Chiesa, laicità e vita civile, Rom 2005 S. 247-262
  2. Homepage des Ökumenischen Rates der Kirchen; Mitgliedskirchen; eingesehen am 7. Juni 2010
  3. Homepage der Europäisch-Baptistischen Föderation: Member Unions: Italy; eingesehen am 7. Juni 2010