Bar’am

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel erläutert den Ort Bar'am; zu anderen Bedeutungen siehe Baram.
Ruine der (großen) Synagoge des historischen Bar'am
Bar-David-Museum im Kibbuz Bar'am

Bar'am (hebr. ברעם), auch Baram oder Biram, ist ein Ort im Nordbezirk von Israel direkt an der libanesischen Grenze.

Geschichte[Bearbeiten]

Die jüdische Siedlung wurde im ersten Jahrhundert n. Chr. gegründet. Einer Legende zufolge wurde Königin Ester hier beerdigt. Bar'am war ein wohlhabendes Dorf, was die gleichzeitige Existenz zweier Synagogen belegt.

Nach der arabischen Eroberung wurde die ursprüngliche jüdische Bevölkerung vertrieben. Im 18. Jahrhundert bezogen melkitische Araber das Dorf. Es hat kein Rückkehrrecht für die vertriebene jüdische Bevölkerung gegeben.

Im Israelischen Unabhängigkeitskrieg wurden die rund 1000 melkitisch-arabische Bewohner aus Bar'am vertrieben bzw. in das weiter südlich gelegene Gisch umgesiedelt. Eine Rückkehr der melkitisch-arabischen Bevölkerung wurde zunächst durch das hohe israelische Gericht in einem Urteil von 1951 positiv bestätigt, aber von der Armee ignoriert. Um eine heimliche Rückkehr der arabischen Bewohner zu verhindert, wurde die Ortschaft 1953 gesprengt und stattdessen der jüdische Kibbuz Bar'am gegründet. Seit 1967 dürfen ehemalige Bewohner von Bar'am wieder auf dem örtlichen Friedhof bestattet werden.

Die Regierung unter Ariel Scharon lehnte im Juli 2005 eine Rückkehr der melkitisch-arabischen Bevölkerung ab. Begründet wurde dies mit Sicherheitsgründen und der unmittelbaren Nähe zur libanesischen Grenze. Zudem soll ein rechtlicher Präzedenzfall für die immer noch als Flüchtlinge bezeichneten Araber im Libanon, in Syrien, Jordanien und Ägypten sowie im Westjordanland und im Gazastreifen und ihre Nachkommen, die den Status als Flüchtlinge vererbt bekommen haben, vermieden werden.

Heute ist Bar'am ein auch Nationalpark. Dabei wird auf den offiziellen Informationstafeln die antike jüdische Geschichte des Ortes beschrieben, die jüngere melkitisch-arabische Geschichte jedoch weniger beschrieben.

Gebäude[Bearbeiten]

Die alte jüdische Siedlung hat eine der besterhaltenen Synagogen. Die aus Basaltstein gebaute Hallensynagoge mit sechs Säulen und überdachtem Vorhof ist nicht rekonstruiert, befindet sich also noch im Originalzustand und wird als schönste historische Synagoge in Israel bezeichnet. Unter dem rechten Fenster in der Fassade findet sich eine aramäische Inschrift mit dem Namen des Erbauers, Banahu Elazar bar Yodan. Sie entstand demnach Ende des ersten Jahrhunderts n.Chr. Andere historische Belege für die Synagoge sind nicht vorhanden, eine der ersten schriftlichen Zeugnisse stammen aus dem Jahr 1522.

Die kleinere Synagoge ist nicht erhalten, ihre Überreste wurden bei Ausgrabungen entdeckt. Ein dabei entdeckter Türsturz mit Inschrift enthält einen Segensspruch („Friede an diesem Ort und in ganz Israel“) und den Namen des Erbauers, Josef HaLevi ben Levi. Der Türsturz befindet sich heute im Louvre in Paris.

Nach der Sprengung des Dorfes 1953 sind nur noch Gebäuderuinen erhalten. Die melkitische Kirche wurde später wieder hergerichtet und ist heute das einzige intakte Gebäude am Ort.

Söhne und Töchter[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

33.05833335.433333Koordinaten: 33° 3′ 30″ N, 35° 26′ 0″ O