Bar’am

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Dieser Artikel erläutert den Ort Bar'am; zu anderen Bedeutungen siehe Baram.
Große Synagoge des historischen Bar'am
Bar-David-Museum im Kibbuz Bar'am

Bar’am (hebräisch ברעם), auch Baram oder Biram, ist ein Ort im Nordbezirk von Israel direkt an der libanesischen Grenze.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine jüdische Siedlung wurde im ersten Jahrhundert n. Chr. gegründet. Einer Legende zufolge wurde Königin Ester hier beerdigt. Bar'am wurde im 4. bis 5. Jahrhundert ein wohlhabendes Dorf, was die gleichzeitige Existenz zweier Synagogen belegt.

Nach der arabischen Eroberung wurde die ursprüngliche jüdische Bevölkerung vertrieben. Im Osmanischen Reich lebten ab dem 18. Jahrhundert maronitische Syrer in dem Dorf.[1]

Im Israelischen Unabhängigkeitskrieg wurden die rund 1000 maronitisch-christlichen Bewohner aus Bar'am vertrieben bzw. umgesiedelt. Eine Rückkehr der maronitischen Bevölkerung wurde zunächst durch das hohe israelische Gericht in einem Urteil von 1951 positiv bestätigt, aber von der Armee ignoriert. Um eine heimliche Rückkehr der Bewohner zu verhindern, wurde die Ortschaft 1953 gesprengt und in einiger Entfernung der jüdische Kibbuz Bar'am gegründet. Die maronitische Kirche wurde später wieder hergerichtet und ist heute das einzige intakte Gebäude am Ort. Seit 1967 dürfen ehemalige Bewohner von Bar'am wieder auf dem örtlichen Friedhof bestattet werden.

Die Regierung unter Ariel Scharon lehnte im Juli 2005 eine Rückkehr der maronitisch-christlichen Bevölkerung ab. Begründet wurde dies mit Sicherheitsgründen und der unmittelbaren Nähe zur libanesischen Grenze. Zudem soll ein rechtlicher Präzedenzfall für die immer noch als Flüchtlinge bezeichneten Araber im Libanon, in Syrien, Jordanien und Ägypten sowie im Westjordanland und im Gazastreifen und ihre Nachkommen, die den Status als Flüchtlinge vererbt bekommen haben, vermieden werden. Daher wandte sich die Maronitengemeinde 2009 an Antonio Franco, den päpstlichen Botschafter in Jerusalem.[2]

Nationalpark[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundriss der Synagoge

Heute ist Bar'am auch ein Nationalpark. Dabei wird auf den offiziellen Informationstafeln die antike jüdische Geschichte des Ortes kurz beschrieben und vor allem die gut erhaltene große Synagoge hervorgehoben.

Die alte jüdische Siedlung hatte zwei Synagogen, die aufgrund archäologischer Funde ins späte 4. bzw. frühe 5. Jahrhundert datiert werden, wenn auch die Architektur auf eine frühere Bauzeit hindeutet. Von der größeren ist die Fassade mit drei Eingangsportalen hoch anstehend erhalten. Im Inneren der aus sorgfältig behauenem Kalkstein gebauten Hallensynagoge bilden 14 Säulen eine U-Form. Sie stützten die zweite Etage - vermutlich mit der Frauenempore - und das Dach. Die Ecksäulen haben einen herzförmigen Querschnitt, so dass sie im rechten Winkel von zwei Seiten die Balken aufnehmen konnten. Die Halle misst etwa 15 x 20 Meter. Die Eingangsseite ist nach Süden in Richtung Jerusalem ausgerichtet, wie bei den meisten alten Synagogen in Galiläa. Vorgelagert war ein überdachter Vorhof, von dessen acht Säulen noch fünf aufgerichtet stehen. Unter dem rechten Fenster in der Fassade findet sich eine aramäische Inschrift mit dem Namen des Erbauers, Banahu Elazar bar Yodan.

Biblische oder frühe historische Belege sind für Bar'am nicht vorhanden, erste schriftliche Zeugnisse stammen von mittelalterlichen Reisenden. Die Synagoge von Bar'am wird als eine der schönsten historischen Synagogen in Israel bezeichnet.

Die kleinere Synagoge ist nicht erhalten, ihre Überreste wurden bei Ausgrabungen entdeckt. Ein dabei entdeckter Türsturz mit Inschrift enthält einen Segensspruch („Friede an diesem Ort und in ganz Israel“) und den Namen des Erbauers, Josef HaLevi ben Levi. Der Türsturz befindet sich heute im Louvre in Paris.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Angaben aus dem Jahr 2014 besteht die Bevölkerung überwiegend aus Juden. Etwa 500 Einwohner umfasst das kleine Dorf. Jährlich steigt hier die Einwohnerzahl. Zum 31. Dezember 2014 hin, waren es etwa 575 Einwohner. Im Laufe des Jahres wuchs die Bevölkerung um 1,6 %.

Volkszählungen seit 1961
Jahr 1961 1972 1983 1995 2001 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Bevölkerung 173 311 407 452 491 474 462 481 479 495 504 548 578 575 572 566 575

Söhne und Töchter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bar’am – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Bar'am national park – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lisa Yehuda: Bar'am – die gefrorene Zeit.
  2. Displaced Christians want pope to help them return, in: ynet.news, 14. April 2009.

Koordinaten: 33° 3′ 30″ N, 35° 26′ 0″ O