Barbanera

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Barbanera ist ein italienischer Almanach, der 1762 zum ersten Mal gedruckt wurde und noch heute jährlich erscheint.[1]

Inhalte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon seit den ersten Ausgaben kommt der Barbanera zugleich als Wandkalender und Taschenalmanach heraus. Er enthält traditionell neben dem Kalender des laufenden Jahres, Wettervorhersagen und Angaben zu den Mondphasen auch Ephemeriden, Kuriositäten, Sprichwörter und Tipps für Garten, Gesundheit und häusliches Leben.

Der langfristige Erfolg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund seiner Popularität geben die wichtigsten italienischen Wörterbücher den Barbanera als Synonym für Almanach an. Er ist aus dem Leben von Generationen von Italienern nicht wegzudenken, die sich in Religions- und anderen Fragen von ihm leiten lassen. So diente er jahrhundertelang auch zur Verbreitung von technischem Wissen in Bezug auf die Landwirtschaft.

Gabriele D’Annunzio bezeichnete ihn als „die Blüte der Zeit und die Weisheit von Völkern“[2].

Barbanera im Weltdokumentenerbe „Memory of the World“ Unesco[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Almachsammlung der Fondazione Barbanera 1762[3] ist der Barbanera seit 2015 Teil des Weltdokumentenerbes im Rahmen des UNESCO-Programms „ Memory of the World“. Er steht dort als „Symbol eines literarischen Genres, das dazu beigetragen hat, eine Massenkultur und ein identitätsstiftendes Kulturerbe ganzer Völker zu schaffen, bis modernere Formen von Massenkommunikation entstanden sind“[4].

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Einige Quellen, wie das Wörterbuch Treccani, geben 1743 als erstes Erscheinungsjahr an. Das älteste bis heute erhaltene Exemplar, das im Archiv der Fondazione Barbanera 1762 (Barbanera-Stiftung) aufbewahrt wird, ist ein Einzelblatt aus dem Jahr 1762, auf dem der Kalender dieses Jahres und eine Vorhersage von Barbanera abgedruckt sind, der damals laut Ivo Picchiarelli schon als „berühmt“ galt. (vgl. „I primi passi di una tradizione italiana. I più antichi Lunari Barbanera in folio“. In: Fondazione Barbanera 1762 (Hg.): „Barbanera 1762“. Editoriale Campi, Spello, 2012. S. 72)
  2. Siehe den Brief von D‘Annunzio an den Pfarrer von Gardone Riviera vom 24. Februar 1934, der in der Stiftung Fondazione Vittoriale degli italiani aufbewahrt wird und von Attilio Mazza in „D’Annunzio e l’occulto“, Edizioni Mediterranee, Rom, 1995, S. 29 zitiert wird.
  3. Das „Memory of the World“-Programm hat die Sammlung von 356 Barbanera-Almanachen, die zwischen 1762 und 1962 erschienen sind und in der Fondazione Barbanera 1762 in Spello in Umbrien aufbewahrt werden, in sein Verzeichnis aufgenommen.
  4. Siehe Offizielle Webseite der UNESCO, Memory of the World Programme.