Barbara (Schiff)

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Barbara
Rotorschiff Barbara am 12. Mai 1927 auslaufend, Blankenese passierend

Rotorschiff Barbara am 12. Mai 1927 auslaufend, Blankenese passierend

p1
Schiffsdaten
Schiffstyp Flettnerrotorschiff
Bauwerft Actien-Gesellschaft Weser, Bremen & Anton Flettner
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
89,70 m (Lüa)
Breite 13,20 m
Vermessung 2077 BRT
Maschine
Maschine 2 × MAN Dieselmotor à 404 kW und 3 × Flettner Rotoren à 17 m Höhe und 4 m Durchmesser
Maschinen-
leistung
1.100 PS (809 kW)
Geschwindigkeit max. 6-13 kn (-13 km/h)
Propeller 1
Transportkapazitäten
Tragfähigkeit 3050 tdw

Die Barbara war ein Frachtschiff und das zweite Schiff, das mit Flettner-Rotoren ausgerüstet wurde. Es wurde am 28. Juli 1926 bei der Actien-Gesellschaft Weser in Bremen für die Reederei Rob. M. Sloman in Hamburg fertiggestellt. Das Schiff war mit 2077 BRT vermessen.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Auftrag der Reichsmarine wurde das Frachtschiff mit drei Flettner-Rotoren als Zusatzantrieb ausgerüstet. Die Barbara wurde während der Erprobungen von der Reederei im Mittelmeerdienst eingesetzt. Durch die Erprobungen fanden Kapitän zur See Walter Lohmann (später bekannt geworden durch die Lohmann-Affäre), und der Inspektor der Reederei, Bruno Richter, heraus, dass die Rotoren bei Windgeschwindigkeiten um 5 Beaufort einen Leistungszuwachs von etwa 440 kW erzeugten. Versuchsfahrten bei Windstärke 4 bis 6 ergaben bei voll laufenden Motoren eine Geschwindigkeit von bis zu 13 Knoten. Bei einem laufenden Motor und Rotoren wurde eine Geschwindigkeit von 9,5 bis 10 Knoten erreicht. Bei reinem Rotorantrieb wurden immer noch 6 Knoten gemessen. Die Rotoren wurden während 30 bis 40 % der Reisedauer benutzt und dabei eine durchschnittliche Geschwindigkeitserhöhung von 2 bis 3 Knoten festgestellt. Die Rotoren hielten während der Erprobung Schlechtwetter mit 10 bis 12 Beaufort stand und gaben auch während des Manövrierens und beim Ladebetrieb keinen Anlass zu Klagen.[1]

Das Schiff wurde 1933 umgebaut. Dabei wurden die Flettner-Rotoren entfernt. Nach mehreren Umbenennungen und Eignerwechseln (Barbara → 1933 Birkenau → 1947 Else Skou → 1963 Fotis P. → 1967 Star of Riyad) wurde das Schiff im August 1978 vor Jeddah versenkt.[2][3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kapitän zur See W. Lohmann: Bericht über die Seeerprobung der Barbara anläßlich des 14. Deutschen Seeschiffahrtstages am 14/15. März 1927 in Berlin. In: Werft * Reederei * Hafen 7, 1927, S. 133-134.
  2. Miramarshipindex, eingesehen am 22. April 2009
  3. Geschichte mit Bild bei oleryolf.dk (dänisch)

Literatur[Bearbeiten]

  • Anton Flettner: Mein Weg zum Rotor. Köhler & Amelang, Leipzig 1926.
  • Otto Mielke: Bewundert, gepriesen und vergessen. Rotor-Motorschiffe "Buckau" und "Barbara". SOS Schicksale deutscher Schiffe, Nr. 77, München 1955.
  •  Croseck, Heinrich: Vom Segelschiff zum Rotorschiff. In: Institut für Meereskunde, Berlin (Hrsg.): Meereskunde. 16, Nr. 3, E. S. Mittler & Sohn, Berlin 1928.