Barbara Blaha

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Barbara Blaha (2015)

Barbara Blaha (* 23. September 1983) ist eine österreichische Autorin, Gründerin des Politkongresses Momentum und des Thinktanks Momentum Institut sowie Herausgeberin des dazu gehörigen Moment Magazin[1]. Blaha ist ehemalige Vorsitzende der Österreichischen Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft (ÖH).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blaha wurde als zweites von sieben Kindern in eine Arbeiterfamilie geboren. Sie besuchte Volksschule und Gymnasium in Wien-Simmering. 2002 begann Blaha das Studium der Germanistik an der Universität Wien, welches sie im November 2009 abschloss. 2007 fungierte sie als Jurorin beim Protestsongcontest. 2008 gründete Barbara Blaha den Kongress Momentum in Hallstatt. Nach ihrer Zeit bei der Österreichischen Hochschülerschaft wurde Blaha kaufmännische Leiterin beim Wiener Czernin Verlag.[2] Die Germanistin übernahm im Jahr 2014 die Programmleitung für das Sachbuch-Segment im Brandstätter Verlag. Darüber hinaus war sie für die digitale Gesamtstrategie des Verlags zuständig. 2018 übernahm sie auch die Sparte „Kunst & Leben“.[3]

Blaha startete im Jahr 2019 den Think Tank "Projekt360", aus dem kurz darauf das Momentum Institut sowie das Moment Magazin entstand.[4] Im Herbst 2019 folgte der Launch des Mediums. Im Institut wird Forschung betrieben, die das Magazin journalistisch erklärt. Beide agieren parteipolitisch unabhängig und sind rein spendenfinanziert.[5]

Politische Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ihr gesellschaftliches Engagement begann 1997, als sie mit ihrem Schulkollegen Dominik Gries das eingeschlafene Schülerzeitungsprojekt "Der Gottschalk" (benannt nach der damaligen Adresse ihrer Schule Gottschalkgasse, 1110 Wien) wiederbelebte. "Der Gottschalk" wurde mehrfach mit dem Schülerzeitungspreis der Stadt Wien ausgezeichnet. Ab dem Jahr 2000 begann Blaha sich in der Schülervertretung ihrer Schule und in der Wiener Landesschülervertretung zu betätigen. In diese Zeit fällt auch ihr Engagement für die Aktion Kritischer Schülerinnen und Schüler Wien (aks), deren politische Sekretärin (2001) und Vorsitzende (2003) sie war.

Während ihres Studiums begann sie sich für den VSStÖ zu engagieren. Von 2004 bis 2005 war sie im bildungspolitischen Referat der ÖH, zuständig für Fragen zum Bologna-Prozess. Am 7. März 2005 wurde sie als Spitzenkandidatin des VSStÖ für die ÖH-Wahl 2005 präsentiert. Nach der Wahl wurde Blaha gemeinsam mit Rosa Nentwich-Bouchal ins ÖH-Vorsitzendenteam (formal: zur stellvertretenden ÖH-Vorsitzenden) einer rot-grünen Koalition gewählt. 2006 übernahm sie routinemäßig die Funktion der ÖH-Vorsitzenden von Rosa Nentwich-Bouchal, die aber aus gesundheitlichen Gründen nicht als stellvertretende Vorsitzende kandidierte. 2007 beendete sie ihre Tätigkeit für die ÖH.

Von 2006 bis 2010 war sie direkt gewähltes Mitglied des Publikumsrates des ORF.

Im Jänner 2013 wurde Barbara Blaha durch den Senat der Universität Salzburg in den Universitätsrat der Universität gewählt, dem sie in der Funktionsperiode 2018 bis 2023 erneut angehört.[6][7]

Positionen und Inhalte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus eigener Erfahrung – sie bezog selbst ein Stipendium und Beihilfen – ist die soziale Absicherung der Studierenden eines ihrer Hauptanliegen. Sie ist überzeugte Feministin und veröffentlichte 2012 das Buch „Das Ende der Krawattenpflicht“, in dem sie die ungeschriebenen Gesetze der Machtpolitik aufzeigt.

Aus Protest an der Beibehaltung der Studiengebühren in einer SPÖ-geführten Regierung trat Blaha gemeinsam mit der VSStÖ-Vorsitzenden Sylvia Kuba im Jänner 2007 aus der SPÖ aus. Seitdem äußerte sie sich mehrmals kritisch zur Politik der SPÖ unter Bundeskanzler Alfred Gusenbauer.

Bei der Befragung zur Abschaffung der Wehrpflicht 2013 war Blaha Befürworterin der Beibehaltung.[8]

Blahas Momentum Institut arbeitet unabhängig von parteipolitischen Erwägungen. Maßstab sind die sozialen und wirtschaftlichen Interessen der breiten Mehrheit. Sie will "den Vielen" eine Stimme in einem verteilungspolitischen Diskurs verleihen.[9] Ihre Mission ist es, sich ernsthaft und kritisch mit komplexen Fragen auseinanderzusetzen und Lösungen aufzuzeigen, die im Ergebnis allen nützen. In ihrem Magazin lässt sie Menschen sprechen, über die öffentlich sonst immer nur von anderen gesprochen wird.[10]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Von Riesen und Zwergen. Zum Strukturwandel im Buchhandel in Deutschland und Österreich, München, 2011.
  • Zus. mit Josef Weidenholzer (Hrsg.): Freiheit. Beiträge zu einer demokratischen Gesellschaft. Band 2, Wien, 2010.
  • Zus. mit Josef Weidenholzer (Hrsg.): Gerechtigkeit. Beiträge zur Sozial-, Bildungs- und Wirtschaftspolitik. Band 1, Wien, 2009.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Über uns | Moment. Abgerufen am 14. Februar 2020.
  2. Brandstätter Verlag / Barbara Blaha wird Sachbuch- und Digitalchefin. Abgerufen am 14. Februar 2020.
  3. Brandstätter Verlag / Elisabeth Stein-Hölzl geht, Barbara Blaha übernimmt "Kunst und Leben". Abgerufen am 14. Februar 2020.
  4. ›Unsere Arbeit wird für alle relevant sein‹. 28. Februar 2019, abgerufen am 14. Februar 2020 (deutsch).
  5. Schaffer: "Wir wollen nicht nur für die kleine Twitteria schreiben". Abgerufen am 14. Februar 2020.
  6. derStandard.at: Uni-Räte sind jetzt fast komplett. Artikel vom 30. April 2018, abgerufen am 2. Mai 2018.
  7. Universitätsrat der Universität Salzburg. Abgerufen am 2. Mai 2018.
  8. Barbara Blaha: Faymann und Androsch im Kanonenboot Kommentar der Anderen in: DerStandard vom 12. September 2012, abgerufen am 30. Oktober 2019.
  9. ›Unsere Arbeit wird für alle relevant sein‹. 28. Februar 2019, abgerufen am 14. Februar 2020 (deutsch).
  10. Unabhängiges Magazin "Moment": Projekt 360 hat einen Namen - derStandard.at. Abgerufen am 14. Februar 2020 (österreichisches Deutsch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Barbara Blaha – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien