Barbara Engelking

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Barbara Engelking (2013)

Barbara Teresa[1] Engelking (geboren am 22. April 1962 in Warschau, Polen) ist eine polnische Soziologin und Psychologin, die als Autorin mehrerer Bücher zum Holocaust und als Gründerin des Zentrums zur Erforschung des Holocaust an der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Warschau. Seit 2011 ist sie Professorin am Institut für Philosophie und Soziologie der polnischen Akademie der Wissenschaften (IFiS PAN).[2] Zudem ist sie Vorsitzende im Internationalen Auschwitz-Rat.[3]

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Barbara Engelking ist wurde in Warschau geboren und ging dort zur Schule. In den 1980er Jahren schloss Engelking zuerst ihr Studium der Soziologie mit einem Bachelor-Abschluss ab und begann ein Master-Studium der Psychologie, welches sie 1988 beendete. Ihre Promotion erfolgte 1993 unter der Leitung von Aldona Jawłowska. Titel ihrer Dissertation ist „Auf dem Ascheweg: Überlebende des Holocaust“ (Na ła̜ce popiołów : ocaleni z Holocaustu).[2]

Seit 2011 ist sie Professorin am IFiS PAN.

Ab November 2015 bis Ende April 2016 war Barbara Engelking mittels des Ina-Levine-Invitational-Scholar-Awards im Jack, Joseph and Morton Mandel Center for Advanced Holocaust Studies des United States Holocaust Memorial Museums.

Engelking war mit Michał Boni verheiratet, dessen Namen sie noch trägt.

Sie ist die Tochter des Mathematikers Ryszard Engelking, der ebenfalls an der Universität Warschau lehrte.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Barbara Engelking hat (Stand April 2018) 41 wissenschaftliche Artikel in Journalen veröffentlicht und Beiträge zu 13 Büchern dritter Herausgeber geleistet. In Deutschland ist sie vor allem für das 2001 zusammen mit Jacek Leociak veröffentlichte Buch „Getto warszawskie: przewodnik po nieistniejącym mieście“ (etwa: Das Ghetto Warschau. Leitfaden für eine untergegangene Stadt) und das 2008 zusammen mit Helga Hirsch herausgegebene Buch „Unbequeme Wahrheiten: Polen und sein Verhältnis zu den Juden“. Über Unbequeme Wahrheiten schrieb die Süddeutsche Zeitung:

„Helga Hirsch und Barbara Engelking haben darin die wichtigsten Essays zum polnisch-jüdischen Verhältnis versammelt, die in den vergangenen beiden Jahrzehnten in polnischen Medien erschienen sind. Oftmals haben diese heftige und wichtige Geschichtsdebatten in Polen ausgelöst“

Nach eigenen Angaben interessiert sich Engelking insbesondere für die „täglichen Herausforderungen und moralischen Dilemmas während des Holocausts“.

Bei ihrem Aufenthalt am US-amerikanischen Holocaust-Museum in Washington analysierte sie die Überlebensstrategien der polnischen Ghettobewohner Warschaus und entwarf eine Karte der Verstecke in Warschau. Dabei beleuchtete Engelking auch die psychologische Entwicklung der Bewohner über den Verlauf mehrerer Jahre. Ihr Projekt trug den Titel „Hiding on the Aryan Side in Warsaw, 1940-1944.“ (Versteckt auf der arischen Seite in Warschau, 1940-1944.)[2]

In ihrer Vorlesung der jährliche am United States Holocaust Memorial Museum von Ina-Levine-Stipendiaten gehaltene Veranstaltung beschäftigte sich Engelking mit Träumen als Quelle für die Holocaust-Forschung.[5]

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • „Zagłada i pamięć“ (Holocaust und Erinnerungen) IFiS PAN 1994.
  • Barbara Engelking & Jacek Leociak: „Getto warszawskie: przewodnik po nieistniejącym mieście“ (Das Ghetto Warschau. Leitfaden für untergegangene Stadt) IFiS PAN 2001.
  • „"Szanowny panie gistapo": donosy do władz niemieckich w Warszawie i okolicach w latach 1940–1941“ („Sehr geehrter Herr Gestapo“. Denunziationen an die deutschen Behörden in Warschau und Umgebung 1940–1941), IFiS PAN 2003
  • „Unbequeme Wahrheiten – Polen und sein Verhältnis zu den Juden“, Suhrkamp 2008. ISBN 9783518125618.
  • „Jest taki piękny słoneczny dzień ... Losy Żydów szukających ratunku na wsi polskiej 1942–1945“ (Heute ist ein schöner Sonntag ... Das Schicksal von Juden, die auf dem polnischen Land Holfe suchen), Stowarzyszenie Centrum Badań nad Zagładą Żydów 2011. ISBN 8393220211.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. prof. dr hab. Barbara Teresa Engelking (Engelking-Boni), nauka-polska.pl. Abgerufen am 12. April 2018.
  2. a b c Ina Levine Invitational Scholar Dr. Barbara Engelking, United States Holocaust Memorial Museum-Website. Abgerufen am 12. April 2018.
  3. Barbara Engelking auf der Website des Zentrums für Holocaust-Forschung. Abgerufen am 12. April 2018.
  4. Perlentaucher: Barbara Engelking, Helga Hirsch: Unbequeme Wahrheiten – Polen und sein Verhältnis zu den Juden. Abgerufen am 12. April 2018.
  5. The Ina Levine Annual Lecture, United States Holocaust Memorial Museum-Website. Abgerufen am 12. April 2018.