Barbara Havliza

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Barbara Havliza (* 13. März 1958 in Dortmund)[1] ist eine deutsche Richterin und Politikerin. Seit November 2017 ist sie Niedersächsische Justizministerin im Kabinett Weil II.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Barbara Havliza besuchte das Mallinckrodt-Gymnasium in ihrer Heimatstadt und legte dort 1976 das Abitur ab.[2] Danach studierte sie Rechtswissenschaften an der Wilhelms-Universität in Münster.

Nach ihrem Referendariat war sie zunächst als Rechtsanwältin in Osnabrück und ab 1987 als Richterin und Staatsanwältin in den Landgerichtsbezirken Oldenburg und Osnabrück tätig. Im Jahr 2001 wurde sie zur Vorsitzenden Richterin am Landgericht Osnabrück ernannt und war dort unter anderem Vorsitzende einer Schwurgerichtskammer. Im Jahr 2007 wurde sie Direktorin des Amtsgerichts Bersenbrück.[2]

Zwischen 2007 und 2017 war Havliza Richterin am Oberlandesgericht Düsseldorf in einem Senat für Staatsschutzsachen, ab 2010 als Vorsitzende. Im Jahr 2012 trat sie die Nachfolge von Ottmar Breidling als Vorsitzende im renommierten sechsten Staatsschutz-Senat an. In ihrer Zeit als Vorsitzende leitete Havliza mehrere bedeutende Prozesse, etwa jene gegen die mutmaßlichen Al-Qaida-Terroristen der „Düsseldorfer Zelle“[3], gegen den Attentäter auf Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker[4] sowie gegen einen Syrienrückkehrer aus der Lohberger Brigade[5]. Unter dem Vorsitz von Havliza verurteilte der sechste Senat erstmals auch die Ehefrau eines Dschihadisten wegen der Unterstützung einer terroristischen Vereinigung.[6] Als Beisitzerin hatte Havliza bereits im Jahr 2010 die Mitglieder der sog. Sauerland-Gruppe abgeurteilt.[7] Mehrfach war Havliza das Ziel von Morddrohungen aus dem islamistischen Spektrum.[8]

Medienbeobachter beschrieben die Prozessführung Havlizas als effizient und mit einem guten Gespür für die Gefühlslage der Angeklagten. Ihre Urteile wurden als eher hart bewertet.[9][10]

Barbara Havliza ist katholisch, verheiratet und hat zwei Kinder.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Landtagswahl in Niedersachsen 2017 wurde sie von Bernd Althusmann für die CDU als Justizministerin in der neuen großen Koalition nominiert und trat das Amt am 22. November 2017 an. Im Wahlkampf gehörte sie schon dem Schattenkabinett der CDU an.

Havliza hat mehrere Themen, für die sie sich politisch einsetzt. Dazu gehören mehr Sicherheit an den Gerichten, schnellere Verfahren im Jugendstrafrecht sowie die Einschränkung einer Vollverschleierung vor Gericht.[11]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gabriele Andretta (Hrsg.), Referat für Presse, Öffentlichkeitsarbeit, Protokoll: Landtag Niedersachsen. Handbuch des Niedersächsischen Landtages der 18. Wahlperiode. 2017 bis 2022, 1. Auflage, Hannover: Niedersächsischer Landtag, 2018, S. 56
  2. a b Barbara Havliza, abgerufen am 14. Juli 2018.
  3. Franziska Hein: Düsseldofer Altstadt: Prozess um geplantes Selbstmord-Attentat des IS startet. Abgerufen am 24. Januar 2018.
  4. Hendrik Pusch: Urteil: Darum bekam Reker-Attentäter Frank S. (44) kein „lebenslänglich“. In: Express.de. (express.de [abgerufen am 24. Januar 2018]).
  5. Reiner Burger: Syrienrückkehrer vor Gericht: Ein wertvoller Angeklagter. In: FAZ.NET. 20. Januar 2016, ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 24. Januar 2018]).
  6. IS-Helferin aus Bonn verurteilt. Abgerufen am 30. Januar 2018.
  7. Südwest Presse Online-Dienste GmbH: Düsseldorf: Islamisten bedrohen Düsseldorfer Richterin Barbara Havliza. In: swp.de. 17. August 2016 (swp.de [abgerufen am 24. Januar 2018]).
  8. Christian Schwerdtfeger: Barbara Havliza aus Düsseldorf gewährt Einblick: Richterin trotzt der Bedrohung. Abgerufen am 24. Januar 2018.
  9. Barbara Havliza ist Justizministerin in Niedersachsen | Sauerländische Erzählungen. Abgerufen am 24. Januar 2018 (deutsch).
  10. Annette Ramelsberger: Gerechtigkeit. In: sueddeutsche.de. 2018, ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 24. Januar 2018]).
  11. Justizministerin Barbara Havliza stellt politische Agenda vor | Nds. Justizministerium. Abgerufen am 24. Januar 2018 (deutsch).