Barbara Regina Dietzsch

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Barbara Regina Dietzsch (* 22. September 1706 in Nürnberg; † 1. Mai 1783 ebenda) war eine Malerin und Zeichnerin aus der Nürnberger Künstlerdynastie Dietzsch.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Barbara Regina Dietzsch gilt als eines der begabtesten und produktivsten Mitglieder der Künstlerfamilie Dietzsch. Sie war die älteste Tochter des Malers, Zeichners und Radierers Johann Israel Dietzsch. Wie ihre Schwester sowie ihre fünf jüngeren Brüder erhielt sie ihre Ausbildung in der Werkstatt des Vaters.

Barbara Regina Dietzschs Arbeiten waren international gefragt und wurden bis in die Niederlande sowie nach England exportiert. Sie erhielt mehrmals den Ruf als Hofmalerin, lehnte diese beruflichen Perspektive jedoch regelmäßig ab. Es wird spekuliert, ob aus familiären Gründen oder ob sie künstlerische Freiheit nicht dem Geschmack des Hofes unterwerfen wollte.

Ihre Bilder zeigen die im 18. Jahrhundert sehr beliebten Darstellungen von Vögeln, Insekten, Blumen, Landschaften, Jagdszenen und Porträts. Dietzsch arbeitete sehr detailgenau. So sind auf der Darstellung einer "Stachel-Eselsdistel mit Insekten" noch die feinsten Spinnwebfäden zu erkennen. Ihr akribischer Zeichenstil geht auf die Beschäftigung mit französischen und holländischen Stillleben zurück. Über diesen Perfektionismus wundert sich einer ihrer Rezensenten kurz nach ihrem Tod, da sie "gleich ihren Brüdern selten vor die Stadt hinausgekommen und beständig zu Hause über ihren Arbeiten gesessen ist." (Johann Meusel, Hg., Miscellaneen artistischen Inhalts, 23 H., Erfurt 1785, S. 304).

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1772 bis 1775 hat der Verleger Knorr das zweibändige Auserlesene Blumen- und Zeichenbuch für Frauen Zimmer mit Radierungen nach Dietzschs Zeichnungen veröffentlicht.

Auktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1824 in Nürnberg: 17. Bl., Wassermalereien von Barb. Regina Dietzsch
    • 2 Bl. a) Eine Kolbmeise auf d. Zweige eines Apfelbaums, woran Früchte hingen. ...
    • b) Ein Gägler auf dem Zweige eines Pfirsichbaums, an welchen Früchte hängen.
    • 2 Bl. a) Eine violette Levcoje mit e. Schmetterlinge u. e. Fliege. ** b) Eine blaue Aurikel mit e. Schmetterling u. e. Käfer.
    • 2 Bl. a) Eine Schwerdtlilie mit Insecten.
    • b) Eine Tulpe mit einer Hummel u. e. Schmetterlinge.
    • 2 Bl. a) Eine hundertblättrige Rose mit zwei Knospen, einem Schmetterling u. Käfer.
    • b) Eine grosse rote Nelke mit r. Schmetterling und Insecten.
    • 2 Bl. a) Eine Anemone mit e. Wespe u. e. Schmetterlinge.
    • b) Die Blüte des Schneeballs mit e. eingesponnenen Raupe u. einem Schmetterling.
    • 1 Bl. Eine Tulpe, eine Tazette u. eine Anemone als Bouquet.
    • 2 Bl. a) Eine Feuerlilie mit e. Schmetterl.
    • b) Eine rothe Aster mit. e. Schmetterling u. einer Raupe.
    • 2 Bl. a) Ein Fink.
    • b) Eine Grasmücke: beide auf Baumzweige sitzend.
    • 2 Bl. a) Ein blühender Zweig eines Apfelbaums, mit zwei Schmetterlingen u. einem Käfer.
    • b) Ein Zweig der Passionsblume mit Blüthe, Knospen und einigen Insecten.[1]
  • 1825 in Nürnberg: 3. Bl.
    • Prospect der Stadt Dillingen; leicht colorierte Federzeichnung.
    • Prospect der Vestung Breysach, Federzeichnung.
    • Eine Distel, Scizze in Farben von Barb. Reg. Dietzsch.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Barbara Regina Dietzsch. In: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker (AKL). Band 27, Saur, München u. a. 2000, ISBN 3-598-22767-1, S. 330.
  • Edith Krull, in: Frauen in der Kunst, Leipzig, Frankfurt a. M. 1984
  • Ditta Behrens, in: Das Verborgene Museum. Dokumentation der Kunst von Frauen in Berliner öffentlichen Sammlungen, Berlin 1987, S. 94.
  • Lexikon der Künstlerinnen. 1700–1900. Deutschland, Österreich, Schweiz. München 2005

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Verzeichniss einer Sammlung von Oel- und Wassermalereien, Zeichnungen, colorirten ..., Auktion der Sammlung des Nürnbergers Christian Jacob Gottlob Eisen ab dem 6. Dezember 1824 in Nürnberg., Bayerische StaatsBibliothek digital, S. 15, Positionen 100.-102., S. 16, Positionen 103.-106. und S. 19, Positionen 127. und 128.
  2. VERZEICHNISS ÜBER DAS v.DERSCHAUISCHE Kunstkabinett zu NÜRNBERG.... Nürnberg, bei dem verpflichteten Auctionator Schmidmer., 1825., 250 S., Verzeichniss der seltenen Kunst-Sammlungen.,1825., Google Books, online, S. 76, (73..)