Barbara Remmert

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Barbara Remmert (* 17. Juni 1964 in Bochum) ist eine deutsche Rechtswissenschaftlerin. Sie ist seit 2003 Professorin für Öffentliches Recht an der Juristischen Fakultät der Eberhard Karls Universität Tübingen und seit 2010 Richterin am Staatsgerichtshof der Freien Hansestadt Bremen.

Remmert wurde als erste Frau in der mehr als 500-jährigen Tradition der Juristischen Fakultät der Universität Tübingen auf einen ihrer Lehrstühle berufen.[1]

Leben[Bearbeiten]

Nach ihrem Abitur 1983 in Lemgo absolvierte Remmert bis 1990 die Einstufige Juristenausbildung an der Universität Bielefeld und am Oberlandesgericht Hamm. 1994 erfolgte ihre Promotion durch die Westfälische Wilhelms-Universität Münster. Bis zum Jahr 2000 arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin und wissenschaftliche Assistentin an den Universitäten Bielefeld, Münster sowie der FU Berlin.

Nach einem Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft wurde sie im Jahr 2002 durch die FU Berlin habilitiert und erhielt eine Lehrbefugnis für Öffentliches Recht, Verwaltungslehre, Verfassungsgeschichte und Europarecht.

Remmert ist seit dem Jahr 2003 Professorin für Öffentliches Recht an der Juristischen Fakultät der Eberhard Karls Universität Tübingen und wurde zeitgleich Mitglied im Vorstand des dortigen Europäischen Zentrums für Föderalismusforschung. Dem Ruf der Christian-Albrechts-Universität Kiel zur Nachfolge von Edzard Schmidt-Jortzig im Jahr 2007 folgte Remmert nicht.

Zunächst Studiendekanin und Prodekanin des Fachbereichs war sie von 2010 bis 2012 Dekanin der Juristischen Fakultät der Universität Tübingen.

Im selben Jahr wurde Remmert von der Bremischen Bürgerschaft zur Richterin des Staatsgerichtshofs der Freien Hansestadt Bremen gewählt. Sie erhielt die Stimmen aller fünf damals vertretenen Fraktionen des Bremer Landesparlaments[1] und trat damit in dem Ehrenamt die Nachfolge von Peter M. Huber an, der Innenminister in Thüringen wurde und heute Richter am Bundesverfassungsgericht ist.

Seit dem Jahr 2010 ist Remmert auch Mitglied des Vorstandes der Stiftung Weltethos.

Forschungsschwerpunkte Remmerts sind Grundfragen des Staats- und Verwaltungsorganisationsrechts, Allgemeine Grundrechtslehren, Staatliche Handlungs- und Entscheidungsformen sowie Besonderes Verwaltungsrecht mit den Schwerpunkten Recht der öffentlichen Auftragsvergabe, Kommunalrecht und Baurecht.

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Neben Monografien und Mitherausgeberschaften umfassen die Veröffentlichungen Remmerts Lehrbuchbeiträge, Beiträge in Sammelwerken, Kommentierungen zu Gesetzestexten sowie zahlreiche Aufsätze.[2]

Monografien

  • Private Dienstleistungen in staatlichen Verwaltungsverfahren. Eine rechts- und verwaltungswissenschaftliche Untersuchung zur privaten Entscheidungsvorbereitung. (zugl. Habilitationsschrift Berlin 2002), Mohr Siebeck Verlag, Tübingen 2003, ISBN 3-16-147987-4.
  • Verfassungs- und verwaltungsrechtsgeschichtliche Grundlagen des Übermaßverbotes. (zugl. Diss. Münster 1994), Müller Juristischer Verlag, Heidelberg 1995, ISBN 3-8114-1995-1.

Mitherausgeberschaften

  • Jahrbuch des Föderalismus 6 - 12. Föderalismus, Subsidiarität und Regionen in Europa. (zusammen mit Horst Förster, Martin Große Hüttmann, Rudolf Hrbek, Sebastian Kinder, Martin Nettesheim, Oliver Schlumberger, Josef Schmid, Wolfgang Graf Vitzthum, Hans-Georg Wehling), Nomos Verlag, Baden-Baden 2005 - 2011. ISSN 1616-6558.
  • Schriften zum Öffentlichen Wirtschaftsrecht. (zusammen mit Martin Burgi, Elke Gurlit, Thomas Mann, Stefan Storr), Nomos Verlag, Baden-Baden.
  • Die Zukunft der kommunalen Selbstverwaltung. Schriften zur politischen Landeskunde Baden-Württembergs Band 39. (zusammen mit Hans-Georg Wehling), Kohlhammer Verlag, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-17-022012-6.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b tagblatt.de: Tübinger Jura-Professorin am Staatsgerichtshof. 23. März 2010. Abgerufen am 6. April 2012.
  2. jura.uni-tuebingen.de: Prof. Dr. Remmert: Veröffentlichungen. Abgerufen am 6. April 2012.