Barbara Valentin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Otto Bennewitz und Barbara Valentin beim 6-Tage-Rennen im Berliner Sportpalast (1968)

Barbara Valentin, eigentlich Ursula Ledersteger (* 15. Dezember 1940 in Wien; † 22. Februar 2002 in München), war eine österreichische Schauspielerin.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Barbara Valentin wurde als Tochter des Filmarchitekten Hans Ledersteger und der Schauspielerin Irmgard Alberti geboren. Nach dem Besuch einer Schauspielschule wurde sie Ende der 1950er Jahre vom Filmproduzenten Wolf C. Hartwig für den Film entdeckt. In ihrem ersten Film Du gehörst mir (1958) spielte sie ein Partymädchen in Strapsen.[1] Wegen ihrer üppigen Oberweite wurde sie als „Busenwunder“ und „Sexbombe“ bezeichnet. Durch zahlreiche, zum Teil nur angedichtete Liebesaffären mit berühmten reichen Männern zur „Skandalnudel“ ernannt, lebte Valentin ein für Vertreterinnen ihrer Generation freizügiges Leben.[2]

Der Regisseur Rainer Werner Fassbinder formte Valentin zur Charakterdarstellerin. Sie spielte unter anderem in der Adaption von Theodor Fontanes Roman Effi Briest, in Angst essen Seele auf von Rainer Werner Fassbinder, dem Beziehungsdrama Martha und Lili Marleen sowie in der preisgekrönten Zukunftsvision Welt am Draht. 1995 verließ sie die Dreharbeiten zu United Trash von Christoph Schlingensief, hatte 1997 eine Nebenrolle in der RTL-Daily-Soap Gute Zeiten, schlechte Zeiten und stand 2001 zum letzten Mal vor einer Filmkamera.

Im Privatleben durchlebte Valentin zahlreiche Krisen. Ihre erste Ehe 1961 mit einem Berliner Unternehmer[3] endete mit Scheidung; ein Sohn wurde 1963 geboren. Ihr zweiter Ehemann war ein Rechtsanwalt,[4] aus dieser Beziehung ging eine Tochter hervor. Ihr dritter Ehemann war von 1976 bis 1983 der Filmregisseur Helmut Dietl. Zudem wurden in der Presse wiederholt Drogenprobleme kolportiert. Unter anderem hatte sie auch immer wieder Kurzzeitbeziehungen mit Rolf Eden.

In den 1980er Jahren lebte sie mit Freddie Mercury, dem Sänger und Frontmann der Popgruppe Queen, zusammen.[5] Im Musikvideo zum Queen-Song It’s a Hard Life spielte sie mit. Nach dem Tod des Sängers im Jahr 1991 engagierte sie sich oft in der AIDS-Hilfe.

Zwischenzeitlich war sie in weiteren Musikvideos zu sehen, etwa im Jahr 1997 im Video zu Thomas Ds Single Solo und 2000 im Musikvideo zur Single The Chase von Giorgio Moroder vs. Jam & Spoon. Ebenso wirkte sie im selben Jahr in Rosa von Praunheims Film Für mich gab's nur noch Fassbinder mit.

Barbara Valentin lebte im Münchner Glockenbachviertel und starb nach einer Gehirnblutung am 22. Februar 2002 im Alter von 61 Jahren. Sie wurde auf dem Münchener Ostfriedhof beigesetzt (Grab M-li-183).[6]

Grab auf dem Ostfriedhof

Ihr Sohn, der Journalist Lars Reichardt, veröffentlichte im September 2018 eine Biografie unter dem Titel Barbara. Das sonderbare Leben meiner Mutter Barbara Valentin.

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hörspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Barbara Valentin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Munzinger-Archiv GmbH, Ravensburg: Barbara Valentin – Munzinger Biographie. In: www.munzinger.de. Abgerufen am 3. September 2016.
  2. Munzinger-Archiv GmbH, Ravensburg: Barbara Valentin – Munzinger Biographie. In: www.munzinger.de. Abgerufen am 3. September 2016.
  3. FAMILIÄRES: Barbara Valentin. In: Der Spiegel. Nr. 53, 1961 (online).
  4. bavarikon | Kultur und Wissensschätze Bayerns. In: www.bavarikon.de. Abgerufen am 3. September 2016.
  5. Bewegtes Leben: Barbara Valentin ist tot. In: Spiegel Online. 22. Februar 2002, abgerufen am 4. Januar 2017.
  6. knerger.de: Das Grab von Barbara Valentin