Barbara Vinken

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Barbara Vinken (* 1960 in Hannover) ist eine deutsche Literaturwissenschaftlerin und seit 2004 Professorin für Allgemeine Literaturwissenschaft und Romanische Philologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Barbara Vinken studierte als Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes[1] zunächst Literaturwissenschaften in Aix-en-Provence, Freiburg, Paris, Konstanz und Yale. Sie wurde 1989 in Konstanz und 1992 in Yale promoviert. Vier Jahre später erfolgte die Habilitation an der Universität Jena (siehe Schriftenverzeichnis). Ihre wichtigsten akademischen Lehrer waren der Romanist Erich Köhler, Hans Robert Jauß, Shoshana Felman und Geoffrey H. Hartman.

Nach Lehrtätigkeiten in Konstanz, Yale, New York, Bochum, Hannover, Hamburg und Zürich ist sie seit 2004 Professorin für Französische und Allgemeine Literaturwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Sie ist dort außerdem Leiterin des Flaubert-Zentrum München.[2] Gastprofessuren führten Barbara Vinken an die New York University, die Humboldt-Universität zu Berlin, die École des Hautes Études en Sciences Sociales (EHESS) in Paris, die Universität Michel de Montaigne Bordeaux III, die University of Chicago, die Johns Hopkins University in Baltimore und an die Venice International University (VIU) nach Venedig. Forschungen führte sie außerdem an der Freien Universität Berlin, dem Zentrum für Literatur- und Kulturforschung in Berlin und dem Center for Advanced Studies (CAS) der LMU München durch.

Einem breiten Publikum wurde Vinken mit ihrem Buch Die deutsche Mutter. Der lange Schatten eines Mythos bekannt, in dem sie den Mythos der Mütterlichkeit und die Un-Vereinbarkeit von Mutterschaft und Beruf in Deutschland analysiert.[3]

Angezogen. Das Geheimnis der Mode war 2014 für den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Sachbuch/Essayistik nominiert.[4] 2018 wurde Vinken mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.[5]

Barbara Vinken ist Kolumnistin beim Radiosender Bremen Zwei von Radio Bremen. Dort ist sie jeden Freitagnachmittag zu verschiedenen Themen aus dem Bereich der Mode zu hören.[6] Zudem gehört sie (Stand 2019) zum festen Kritiker-Quartett der ZDF-Literatursendung Buchzeit.[7]

Sie hat vier Geschwister, zwei Schwestern und zwei Brüder, und einen Sohn.[8]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monographien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Unentrinnbare Neugierde – Die Weltverfallenheit des Romans: Richardsons „Clarissa“ und Laclos' „Liaisons dangereuses“. Rombach, Freiburg 1991, ISBN 3-7930-9065-5.
  • Der Ursprung der Ästhetik aus theologischem Vorbehalt. Theorien des Ästhetischen von Port-Royal bis Rousseau und Sade. Dissertation Yale University, New Haven, Verlag UMI, Ann Arbor, Michigan 1992.
  • Mode nach der Mode. Kleid und Geist am Ende des 20. Jahrhunderts. Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-596-11596-5.
    • Überarbeitete englische Fassung: Fashion – Zeitgeist. Trends and Cycles in the Fashion System. Übersetzt von Mark Hewson. Berg, Oxford/New York 2005, ISBN 1-84520-044-6.
  • Du Bellay und Petrarca. Das Rom der Renaissance. Habilitationsschrift Universität Jena, Niemeyer, Tübingen 2001, ISBN 3-484-55037-6.
  • Die deutsche Mutter. Der lange Schatten eines Mythos. Piper, München 2001. Neuauflage: Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2007, ISBN 3-596-17619-0.
  • Aufhebung ins Weibliche. Mariologie und bloßes Leben bei Joseph Ratzinger, Benedict XVI. In: Ratzinger-Funktion. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2006, ISBN 978-3-518-12466-6.
  • Flaubert. Durchkreuzte Moderne. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2009, ISBN 3-10-086006-3.
  • Flauberts „Einfaches Herz“. Eine Legende der Moderne. August Verlag, Berlin 2009, (Erster Band der von Barbara Vinken herausgegebenen Buchreihe der Flaubert Lectures) ISBN 3-941360-03-5.
  • Bestien. Kleist und die Deutschen. Merve, Berlin 2011, ISBN 978-3-88396-298-6.
  • Angezogen. Das Geheimnis der Mode. Klett-Cotta, Stuttgart 2013, ISBN 978-3-608-94625-3.[9][10]

Als Herausgeberin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. B. Vincken: Eine Legende der Moderne: Flauberts "Einfaches Herz". 2009
  2. Jonathan Culler, Jacques Neefs: Salammbô: Why Flaubert? (JC) und Love, Gods, Wars. (JN) Flaubert Lectures, 2, 2011 ISBN 9783941360150
  3. Thomas Schestag: Realabsenz, Schatten. Flauberts Erziehung zur "Éducation sentimentale".
  4. Beate Söntgen: Manets Pathos. & Gabriele Brandstetter: Renaissance des Orients. Flauberts "Hérodias". Der Tanz der Salome. 2012

Weiteres[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Curriculum Vitae: Barbara Vinken, abgerufen am 23. September 2018
  2. flaubert-zentrum.romanistik.uni-muenchen.de@1@2Vorlage:Toter Link/www.flaubert-zentrum.romanistik.uni-muenchen.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  3. Rezensionsnotizen bei Perlentaucher.de
  4. Nominierungen für den Sachbuch-Preis der Leipziger Buchmesse 2014 (Memento vom 2. März 2014 im Internet Archive)
  5. Ordensverleihung zum Tag der Deutschen Einheit. In: bundespräsident.de. 2. Oktober 2018, abgerufen am 2. Oktober 2018.
  6. Mode - Kolumnen. Abgerufen am 15. Januar 2019 (deutsch).
  7. Das Buchzeit-Team, ZDF, abgerufen 15. Juli 2019
  8. https://www.hr2.de/programm/podcasts/doppelkopf/die-literaturwissenschaftlerin-barbara-vinken-erzaehlt-warum-sie-den-sogenannten-guten-geschmack-langweilig-findet,podcast-episode39750.html
  9. Deutschlandfunk.de, Büchermarkt, 12. Januar 2014, Christel Wester: Sachbuch. Von Ballonhosen und der neuen Beinfreiheit (2. Juli 2016).
  10. Zeit.de, 2. Oktober 2013, Ijoma Mangold, Susanne Mayer: Modetheoretikerin Barbara Vinken. Den Tod tragen unter der Sonne, Interview (2. Juli 2016).