Barber Angels

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Die Barber Angels sind Friseurinnen und Friseure, die als Mitglieder des karitativ tätigen Vereins Barber Angels Brotherhood e. V. (deutsch etwa Bruderschaft der Friseur-Engel, abgekürzt B.A.B.) in ganz Deutschland[1] obdachlosen und bedürftigen Menschen ihre Friseurdienstleistungen kostenlos zur Verfügung stellen.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Initiative zur Gründung der Barber Angels Brotherhood ging von dem Friseurmeister Claus Niedermaier aus, der im oberschwäbischen Biberach an der Riß einen eigenen Friseursalon betreibt. Nach einem Fernsehbericht über frierende obdachlose Menschen hatte er das Bedürfnis zu helfen. Mit befreundeten Kollegen entwickelte er daraufhin das Konzept der Barber Angels und gründete im November 2016 den Klub, der im November 2017 in die Rechtsform eines eingetragenen Vereins mit Sitz in Biberach an der Riß überführt wurde.[3]

Die inzwischen deutschlandweit mehr als fünfzig Vereinsmitglieder sind auf eigene Kosten einmal im Monat in ihrer Freizeit unterwegs, um Gutes zu tun. Zum Konzept des Vereins gehört ein einheitliches Erscheinungsbild der Mitglieder, die in einer Angel Uniform genannten rockerähnlichen Aufmachung in schwarzen Lederwesten mit aufgenähten Vereinsemblemen arbeiten. Dies soll den Einstieg ins Gespräch erleichtern und den Wiedererkennungseffekt steigern.

Die Einsatztermine der ehrenamtlichen Helfer werden an den Schwarzen Brettern gemeinnütziger Organisationen wie Caritas und Diakonie oder in Bahnhofsmissionen und Kirchengemeinden bekanntgegeben. Ihre Ausrüstung, unter anderem spezielle Waschhauben, bringen die Barber Angels mit. Dank der Unterstützung durch Sponsoren können die „Engel mit Scheren“ ihren Gästen nach dem Waschen, Haarschnitt oder Barttrimmen ein kleines „Carepaket“ mit Pflegeprodukten wie Shampoo, Kamm und Spiegel als Geschenk mitgeben.

Die Resonanz auf das Angebot ist groß. Die Barber Angels erleben auch, dass sich Menschen nach der kostenlosen Behandlung wieder an ihr altes Selbstbewusstsein erinnern und den Mut fassen, zu Bewerbungsgesprächen zu gehen und Jobs zu finden.

In vielen Tages- und Wochenzeitungen erschienen Berichte über den Verein. Auch einige Fernsehsender wie ZDF und Sat.1 strahlten Reportagen über die Barber Angels aus.[4] Initiativengründer Niedermaier hofft, dass sich in weiteren Berufsgruppen Nachahmer finden.

„Wir wollen Virus sein und andere Branchen anstecken.“

Claus Niedermaier

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hilfe für Obdachlose: Love is in the Hair. In: Spiegel Online. 16. Dezember 2017, abgerufen am 19. Dezember 2017.
  2. Karin Mitschang: Engel mit Scheren, Südwest Presse, 16. November 2017, suedwestpresse.de, abgerufen am 16. November 2017.
  3. Amtsgericht Ulm, Vereinsregister Nr. 721180, eingesehen am 6. Dezember 2017.
  4. Website des Vereins: Presse/TV. In: b-a-b.club. Abgerufen am 16. November 2017.