Barbis

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Barbis
Wappen von Barbis
Koordinaten: 51° 36′ 58″ N, 10° 25′ 10″ O
Höhe: 319 m
Einwohner: 3000
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 37431
Vorwahl: 05524
Blick auf das Ortszentrum vom Bühberg
Blick auf das Ortszentrum vom Bühberg

Barbis ist ein Dorf am Oberharzrand und Ortsteil von Bad Lauterberg im Landkreis Göttingen (ehemals Osterode) in Südniedersachsen, Deutschland. Der Ort Barbis hat etwa 3000 Einwohner und liegt auf einer Höhe von 319 m ü. NN.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung ist aus dem Jahr 1384 als Berwes bekannt, weitere Erwähnungen in der Mitte des 16. Jahrhunderts zeigen die Namensformen Barwerße, Barwertß und Barbiße. Einige Forscher haben den Ort auch mit der Anfang des 16. Jahrhunderts letztmals erwähnten Wüstung Berengoze/Bergoz bei Bartolfelde gleichgesetzt, die 1260 erstmals schriftlich erwähnt wurde. Der Name wird auf eine Grundform *Berbek(e) zurückgeführt und als Waldbach interpretiert.[1] Barbis liegt am Karstwanderweg.

Am 1. Juli 1972 wurde Barbis in die Stadt Bad Lauterberg im Harz eingegliedert.[2]

Ortsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ehemaliges Freibad am östlichen Ortsrand

Barbis liegt am Fuße des südlichen Ausläufers des Harzes, wird nach Norden vom Liethberg begrenzt und hat in der geografischen Mitte einen bergigen Ortskern, während der westliche Teil in Richtung Herzberg-Scharzfeld flach ist und eine starke Sonneneinstrahlung ermöglicht. Am Ortsrand fließt die Oder und wusch einst die Feldflur aus, welche daher Oderfeld genannt wird. Durch Barbis selbst fließt der Barbiser Bach.
Hinter dem Liethberg erstrecken sich weite grüne Talsohlen mit Gebirgsbächen, vom Andreasbachtal sind zahlreiche Wanderwege in den Harz möglich. Die bergige Zentrum von Barbis bildet den Stadtteil „Oderfeld“. Es besteht aus zahlreichen Einfamilienhäusern mit großzügigen Gärten, Spielstraßen und Wendeplätzen. Am Fuße des Oderfeldes liegen ein Sport- und Fußballplatz, ein Tennisplatz sowie ein Kindergarten und das ehemalige Sägewerk Blödhorn. Die südliche Seite wird von einer weiten Feldflur sowie der Barbiser Straße dominiert. Dieser Ortsteil nennt sich Altbarbis. Hier gibt es vermehrt Reihenhäuser oder alte Fachwerkhäuser sowie viele ortsansässige Höfe, einige wenige Gaststätten, die St.-Petri-Kirche sowie einen Händler für Garten- und Ackergeräte. Einige Kilometer durch die Feldflur erreicht man über den „Königshagener Ring“ den durch Hermann Löns bekanntgemachten Beberteich und die Wüstung Königshagen, in deren Nähe sich heute die gleichnamige kleine Siedlung aus Bauernhöfen befindet, direkt an das Bundesland Thüringen angrenzend.

Im westlichen Ausläufer Richtung Herzberg-Scharzfeld liegt das Industriegebiet „In den Bühwiesen“. Hier haben sich viele kleine und mittelständische traditionelle Unternehmen angesiedelt, u. a. die Wäscherei Morich, Getränkehändler, Tischlerei Ließmann, die Wistoba Pinselfabrik. Hier befindet sich auch der Haltepunkt Bad Lauterberg-Barbis an der Südharzstrecke. Dies ist die einzige verbliebene Eisenbahnzugangsstelle in der Gemeinde Bad Lauterberg. Außerdem hat Barbis eine Anschlussstelle an den Bundesstraßen 27 und 243. Das Industrie- und Gewerbegebiet liegt am Fuße des Bühberges, einer kleinen versteckt liegenden Blockhüttensiedlung am ehemaligen Landwehrturm („Franzosenturm“) „Alte Warte“, ein kleines Wanderziel, und dem Tierfriedhof.

Flächenmäßig ist der Ortsteil Barbis größer als die Kernstadt Bad Lauterberg selbst.

Blick auf den östlichen Ortsteil von Barbis
Die Alte Warte auf dem Bühberg

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde vom Heraldiker Uwe Reipert aus Beeskow gestaltet.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Alte Warte, auch „Bühberg-Warte“ oder „Franzosenturm“ genannt, ist ein früherer Wartturm auf dem westlich von Barbis gelegenen Bühberg. Sie war im 14. Jahrhundert zusammen mit Landwehrgräben Teil der Grenzsicherung zwischen der Grafschaft Lutterberg-Scharzfels und dem Fürstentum Braunschweig-Grubenhagen. Vom Franzosenturm aus sollen im Siebenjährigen Krieg französische Truppen die Burg Scharzfels mit Artillerie beschossen haben. Nach jahrelangem Verfall wurde der heute 12 Meter hohe Turm 1966–1968 restauriert und als Aussichtsturm zugänglich gemacht. Von seiner überdachten Plattform hat man einen guten Blick ins Harzvorland sowie zur Burg Scharzfels.[3] Vom 16. Februar bis zum 15. April 2016 wird die wandernde Stempelstelle als Sonderstempel der Harzer Wandernadel an der Alten Warte und damit etwas außerhalb des Harzes stehen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Uwe Ohainski, Jürgen Udolph: Die Ortsnamen des Landkreises Osterode. In: Jürgen Udolph (Hrsg.): Niedersächsisches Ortsnamenbuch (NOB). Teil II. Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2000, ISBN 3-89534-370-6, S. 15 ff.
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 215.
  3. Alte Warte Barbis auf ausflugsziele-harz.de
  4. Hugo Thielen: HAUSMANN, (2) Gustav. In: Hannoversches Biographisches Lexikon, S. 156f.; Vorschau über Google-Bücher