Barcin

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Barcin
Wappen von Barcin
Barcin (Polen)
Barcin
Barcin
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Kujawien-Pommern
Powiat: Żnin
Fläche: 3,69 km²
Geographische Lage: 52° 52′ N, 17° 57′ OKoordinaten: 52° 52′ 0″ N, 17° 57′ 0″ O
Einwohner: 7621
(30. Jun. 2015)[1]
Postleitzahl: 88-190 bis 88-193
Telefonvorwahl: (+48) 52
Wirtschaft und Verkehr
Straße: BydgoszczMogilno
Nächster int. Flughafen: Bydgoszcz
Gmina
Gminatyp: Stadt- und Landgemeinde
Gminagliederung: 21 Ortschaften
14 Schulzenämter
Fläche: 121,08 km²
Einwohner: 14.891
(30. Jun. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 123 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 0419013
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Michał Pęziak
Adresse: ul. Artylerzystów 9
88-190 Barcin
Webpräsenz: www.barcin.pl



Barcin [ˈbarʨin] (deutsch Bartschin) ist eine Stadt in Polen in der Wojewodschaft Kujawien-Pommern.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Barcin liegt am rechten Ufer der Netze, etwa 40 Kilometer südlich der Stadt Bydgoszcz (Bromberg).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bartschin an der Netze südlich der Stadt Bromberg auf einer Landkarte der Provinz Posen von 1905 (gelb markierte Flächen kennzeichnen Gebiete mit seinerzeit mehrheitlich polnischsprachiger Bevölkerung).
Stadtverwaltung Barcins

Um 1325 wurde auf einem Hügel eine Kirche errichtet, dort wurde 1390 erstmals der Ort urkundlich erwähnt. Das Marktrecht erhielt Barcin 1472. 1541 wurde der Ort vom rechten auf das linke Ufer des Flusses Netze verlegt, am 12. Juni des Jahres erhielt der Ort das Stadtrecht nach deutschem Recht.

Im Rahmen der Ersten Teilung Polen-Litauens 1772, mit der die Wiedervereinigung von Westpreußen und Ostpreußen einherging, kam die Stadt an Preußen. Während des polnischen Aufstandes unter Tadeusz Kościuszko kam es am 28. September 1794 bei Barcin zu einem Gefecht zwischen preußischen Truppen und polnischen Aufständischen, die von General Lipski angeführt wurden. Während der Franzosenzeit war der Ort von 1807 bis 1815 vorübergehend polnisch und gehörte zum Herzogtum Warschau.

1815 wurde Barcin der preußischen Provinz Großherzogtum Posen angegliedert. Die Zugehörigkeit der Stadt zu Preußen wurde auf dem Wiener Kongress bestätigt. Die Stadt gehörte zum Kreis Schubin im Regierungsbezirk Bromberg und war Sitz des Distriktskommissars für den gleichnamigen Polizeidistrikt. 1852 wütete die Cholera im Ort. 1880 wurde das erste Mal erwähnt, dass der Ort über eine Poststation verfügt. Zwölf Jahre später wurde Barcin an das Schienennetz angeschlossen und hatte jetzt eine Zugverbindung mit Żnin und Inowrocław, 1912 wurde die Linie Barcin-Mogilno eröffnet. [2]

Nach dem Ersten Weltkrieg musste Bartschin aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrag an die Zweite Polnische Republik abgegeben werden.

Am 7. September 1939 erreichten deutsche Truppen den Ort, 13 Tage später gab es die ersten Hinrichtungen vor der heutigen Grundschule. Von 1939 bis 1945 gehörte Barcin wieder zum deutschen Kreis Schubin, der zuletzt die Bezeichnung Altburgund trug. Barcin wurde zunächst in Bartelstein a.d. Netze eingedeutscht. Da dieser Name aber postalisch laufend mit Bartenstein in Ostpreußen verwechselt wurde, erhielt die Stadt ab 1943 die Bezeichnung Bartelstädt.

Kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs erreichte am 21. Januar 1945 die Rote Armee Barcin. Bald nach der Besetzung wurde die Stadt der Verwaltung der Volksrepublik Polen übergeben. Soweit noch Deutsche in der Stadt waren, wurden sie in der darauf folgenden Zeit von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde vertrieben.

Einwohnerzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1783: 397, davon 71 Juden, die Übrigen je zur Hälfte evangelische Deutsche und Polen[3]
  • 1816: 378, darunter 172 Evangelische, 162 Katholiken und 40 Juden[4]
  • 1837: 586[4]
  • 1843: 710[4]
  • 1858: 796[4]
  • 1861: 854[4]
  • 1885: 1.009[5]

Gmina Barcin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt- und Landgemeinde Barcin besteht aus folgenden Ortschaften:

polnischer Name deutscher Name
(1815–1920)
deutscher Name
(1939-45)
Aleksandrowo Vorwerk Alexandern Alexandern
Augustowo Augustowo Augustenhof
Barcin Bartschin 1939–43 Bartelstein
1943–45 Bartelstädt
Barcin-Wieś Gut Bartschin Bartelsdorf
Bielawy Bielawy Weißenhof
Dąbrówka Barcińska Dombrowko Eichwald
Gulczewo Gut Mamlitz Dietershof
Józefinka Josephinenthal Josefinental
Julianowo Julianowo Julienhof
Kania Kania Habichtswalde
Knieja Knieja Wiesenfelde
Krotoszyn Krotoschin Windhuk
Mamlicz Mamlitz 1939–43 Mühldorf
1943–45 Brinkmühlen
Młodocin Mlodocin Jungdorf
Piechcin Hansdorf Hansdorf
Pturek Pturke Seekrug
Sadłogoszcz Joachimsdorf Joachimsdorf
Szeroki Kamień Breitenstein Breitenstein
Wapienno Hamilkarowo Wappin
Wolice Wolitz Leutwein
Zalesie Barcińskie Gut Zalesie bei Bartschin
1906–20 Salesche
1939–43 Ullmannshorst
1943-45 Kiehnshof
Złotowo Stare Zlotowo Dorf
1916–20 Schlottau
Schlottau
Złotowo Nowe Zlotowo Gut Eichfelde

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt hatte einen Bahnhof an der Bahnstrecke Inowrocław–Drawski Młyn, in Barcin zweigte die Bahnstrecke Mogilno–Barcin ab. An ersterer existiert im Ortsteil Wapienno ein Güterbahnhof, in Bielawy und Piechcin existierten ebenfalls Bahnhalte an der Strecke.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Leipzig 1864, S. 266–267.
  • Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Zweiter Theil, welcher die Topographie von West-Preussen enthält. Kantersche Hofdruckerei, Marienwerder 1789, S. 86, Nr. 8.).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Barcin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2015. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (ZIP-Ordner mit XLS-Dateien; 7,82 MiB), abgerufen am 28. Mai 2016.
  2. Virtuelles Schtetl, Geschichte und jüdische Gemeinschaft Barcins.
  3. Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Zweiter Theil, welcher die Topographie von West-Preussen enthält. Kantersche Hofdruckerei, Marienwerder 1789, S. 86, Nr. 8.).
  4. a b c d e * Heinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Leipzig 1864, S. 266–267.
  5. http://www.verwaltungsgeschichte.de/pos_schubin.html#ortsverzeichnis