Barcino

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Dieser Artikel behandelt das polnische Dorf. In der Antike war Barcino der römische Name des heutigen Barcelona.
Barcino
Barcino führt kein Wappen
Barcino (Polen)
Barcino
Barcino
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Pommern
Powiat: Słupsk
Gmina: Kępice
Geographische Lage: 54° 17′ N, 16° 58′ OKoordinaten: 54° 16′ 37″ N, 16° 57′ 44″ O
Einwohner:
Postleitzahl: 77-232
Telefonvorwahl: (+48) 59
Kfz-Kennzeichen: GSL
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DW209 SławnoBytów
Nächster int. Flughafen: Danzig



Barcino (deutsch Bartin) ist ein Dorf in der Gemeinde Kępice im Powiat Słupski (Kreis Stolp) der polnischen Woiwodschaft Pommern.

Geographische Lage und Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Barcino liegt in Hinterpommern, etwa 23 Kilometer südsüdwestlich der Stadt Słupsk (Stolp), 21 Kilometer südöstlich der Stadt Sławno (Schlawe) und 30 Kilometer nördlich der Stadt Miastko (Rummelsburg i. Pom.) an der Woiwodschaftsstraße 209 von Sławno nach Bytów (Bütow).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bartin südöstlich der Stadt Rügenwalde an der Ostsee und nördlich der Stadt Rummelsburg, an der Bahnstrecke SchlaweBütow, auf einer Landkarte von 1910.
Dorfstraße von Bartin mit der Kirche im Hintergrund

Im Jahr 1478 belehnte der pommersche Herzog Bogislaw X. Hennes Massow, dessen Bruder Mickes und deren Vettern Ewald, Thomas und Claus mit dem Rittergut Bartin und weiteren Ländereien.[1] Bartin blieb mit einer Unterbrechung von acht Jahren bis 1822 im Besitz der Familie Massow und gilt als Stammsitz des sogenannten Bartiner Zweiges dieser Familie. Im 19. Jahrhundert befand sich in Bartin der Sitz des Kreis-Landrats des Kreises Rummelsburg.[2][3] Im Jahr 1874 hatte das Kirchdorf Bartin ein auf der Feldmark gelegenes Vorwerk, seinerzeit Kotelow oder Cotlow genannt, eine Schäferei, eine Wassermühle, die von der Biesternitz angetrieben wurde, einen Prediger, einen Küster, zehn Bauern, zwei Kossäten, ein Gasthaus, eine Schmiede und insgesamt 36 Haushaltungen.[1] Im Jahr 1893 kam das Rittergut an Angehörige der Familie Puttkamer. Danach erwarb es der Rittergutsbesitzer Karl-Wilhelm Becker. Wegen der relativ großen Entfernung der nächstgelegenen Städte erhielt Bartin ein eigenes Krankenhaus.

Im Jahr 1939 wurden in Bartin 1030 Einwohner gezählt, die in 245 Haushaltungen lebten.

Vor Ende des Zweiten Weltkriegs war Bartin Sitz des Amtsbezirks Bartin im Landkreis Rummelsburg, Regierungsbezirk Köslin, der Provinz Pommern. Die Gemeindefläche war 2.013 Hektar groß. Die Gemeinde verfügte über insgesamt vier Wohnorte:[4]

  • Augusthal
  • Bartin
  • Kotlow
  • Marienthal

Vor 1945 gab es in Bartin einen Bahnhof (an der Eisenbahnstrecke Schlawe–Bütow), ein Krankenhaus, eine Apotheke, eine Schule, eine Niederlassung der Beßwitzer Elektrizitätsgesellschaft sowie verschiedene Handwerksbetriebe und Einzelhandelsgeschäfte. Das Gut befand sich zuletzt im Besitz der Familie Becker.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Dorf am 8. März 1945 von der Sowjetarmee besetzt. Durch Kriegshandlungen waren mehrere Gebäude zerstört worden. Die deutschen Dorfbewohner wurden vertrieben.

Das Dorf hat heute etwa 580 Einwohner.

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die vor 1945 in Bartin anwesende Bevölkerung war überwiegend evangelisch. Im Jahr 1925 wurden 1017 Protestanten (98,7 %), sieben Katholiken (0,7 %) und sechs Juden (0,6 %) gezählt.

Verweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 2, Stettin 1784, S. 783–784, Nr. 3.
  2. Leopold von Zedlitz-Neukirch: Der Preußische Staat in allen seinen Beziehungen. Band 2, Berlin 1836, S. 316.
  3. Handbuch über den Königlich Preußischen Hof und Staat für das Jahr 1841. berlin 1841, S. 312.
  4. Die Gemeinde Bartin im ehemaligen Kreis Rummelsburg (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011)