Barenboim-Said-Akademie

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Barenboim-Said Akademie
Gründung 2015
Trägerschaft Barenboim-Said Akademie gGmbH
Ort Berlin
Land Deutschland
Direktor Michael Naumann
Studenten  ? (WS 2016/17)
Website barenboimsaid.de
Barenboim-Said-Akademie in der Französischen Straße

Die Barenboim-Said-Akademie (kurz: BSA) ist eine Musikhochschule in Berlin-Mitte. Sie ist nach dem argentinisch-israelischen Dirigenten Daniel Barenboim und dem amerikanisch-palästinensischen Literaturkritiker Edward Said benannt. Als früheres Kulissenmagazin der Staatsoper Unter den Linden befindet sie sich in deren rückwärtig angrenzendem Bereich an der Französischen Straße.[1]

Musikakademie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Edward Said und Daniel Barenboim, 2002

In der Musikakademie sollen bis zu 100 Stipendiaten aus den Ländern des Nahen Ostens unterrichtet werden. Der Unterricht begann mit dem Wintersemester 2016/2017.

Das Studium richtet sich an Studenten aus Israel, den Palästinensischen Autonomiegebieten, dem Libanon, Ägypten und der Türkei und wird für zwei Studiengänge angeboten:[2]

  • Bachelor of Music (undergraduate degree; Regelstudienzeit vier Jahre)
  • Artist Diploma (Regelstudienzeit zwei Jahre)

Initiator der Akademie war Daniel Barenboim, der zusammen mit Edward Said 1999 in Weimar bereits das West-Eastern Divan Orchestra mit palästinensischen und israelischen Musikern gründete. Träger ist die gemeinnützige Barenboim-Said Akademie gGmbH,[3] Gefördert wird das Projekt durch den Kulturstaatsminister sowie das Auswärtige Amt, das die Finanzierung der Stipendien übernimmt. Gründungsdirektor ist der frühere Kulturstaatsminister Michael Naumann.

Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebäude des früheren Kulissenlagers der Lindenoper wurde 1952–1954 nach Entwürfen des Architekten Richard Paulick erbaut und steht unter Denkmalschutz.[4] Als es in den Jahren 2014 und 2015 zunächst entkernt wurde, musste deshalb das gesamte Äußere das Bauwerks erhalten werden, während das Innenleben nach den Anforderungen einer Musikakademie nach pro bono erstellten Planungen des Architekten Frank Gehry und unter Beteiligung des Architektenbüros HG Merz GmbH völlig neu gebaut werden konnte.[5][6] Der Bauetat lag bei 33,7 Millionen Euro, wovon 20 Millionen Euro aus Bundesmitteln und der Rest überwiegend aus Spenden bestritten wurde. Zu den ersten Stiftern gehörte dabei der ehemalige italienische Staatspräsident Giorgio Napolitano.

Seit dem Umbau gibt es im Gebäude nun einen Hörsaal, mehrere Seminarräume, 21 Probenräume und seit März 2017 auch einen Kammermusiksaal, den nach dem französischen Dirigenten Pierre Boulez benannten Hauptsaal des Hauses.

Pierre-Boulez-Saal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Pierre-Boulez-Saal, Konzertsaal der Akademie
Hauptartikel: Pierre-Boulez-Saal

Als Herzstück der Akademie wurde im März 2017 abschließend auch der Pierre-Boulez-Saal eröffnet. Dieser soll als Spielstätte für die Studenten und als kommerzieller Konzertsaal genutzt werden und über besonders gute akustische Eigenschaften verfügen, was nicht zuletzt der Zusammenarbeit mit dem renommierten japanischen Akustiker Yasuhisa Toyota zu verdanken ist.[7][4]

Finanzierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebäude wird der Musikhochschule vom Land Berlin per Erbpachtvertrag für einen Betrag von einem Euro pro Jahr für 99 Jahre überlassen. Der Bund finanziert die Betriebskosten seit 2017 mit jährlich 5,5 Millionen Euro, ab 2019 mit sieben Millionen Euro pro Jahr.[8][9]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Barenboim-Said Akademie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Robert Jahrisch: „Ein Haus der Hoffnung“. Die Barenboim-Said-Akademie in Berlin. In: Franziskaner Mission. Jg. 2014, Heft 4, S. 20–21.
  2. Barenboim-Said-Akademie: Study
  3. https://barenboimsaid.de/Grundordnung
  4. a b Eröffnung des Pierre Boulez Saals in der Staatsoper, RBB. Abgerufen am 4. März 2017.
  5. Michael Naumann: Harmonie vor Notenständern. tagesspiegel.de, 15. Juni 2015, abgerufen am 8. April 2016.
  6. Barenboim-Said-Akademie: A Founding Vision (engl.) Aufgerufen am 10. März 2017.
  7. Eröffnungskonzert Pierre Boulez Saal. In: ard.de. Abgerufen am 4. März 2017.
  8. Private Musikhochschule eröffnet im Herbst, Bayerischer Rundfunk BR-Klassik, 9. Juli 2016, abgerufen am 10. Juli 2016.
  9. Die Barenboim-Said-Akademie ist fast fertig, Tagesspiegel, 8. Juli 2016, abgerufen am 10. Juli 2016.

Koordinaten: 52° 30′ 55,5″ N, 13° 23′ 46″ O