Bargum

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Bargum führt kein Wappen
Bargum
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bargum hervorgehoben

Koordinaten: 54° 42′ N, 8° 57′ O

Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Nordfriesland
Amt: Mittleres Nordfriesland
Höhe: 4 m ü. NHN
Fläche: 17,29 km2
Einwohner: 620 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 36 Einwohner je km2
Postleitzahl: 25842
Vorwahl: 04672
Kfz-Kennzeichen: NF
Gemeindeschlüssel: 01 0 54 010
Adresse der Amtsverwaltung: Theodor-Storm-Straße 2
25821 Bredstedt
Website: www.bargum.de
Bürgermeister: Bernd Wolf (WGB)
Lage der Gemeinde Bargum im Kreis Nordfriesland
AchtrupAhrenshöftAhrenviölAhrenviölfeldAlkersumAlmdorfArlewattAventoftBargumBehrendorfBohmstedtBondelumBordelumBorgsumBosbüllBraderupBramstedtlundBredstedtBreklumDagebüllDrageDrelsdorfDunsumElisabeth-Sophien-KoogEllhöftEmmelsbüll-HorsbüllEnge-SandeFresendelfFriedrich-Wilhelm-Lübke-KoogFriedrichstadtGalmsbüllGardingGarding  KirchspielGoldebekGoldelundGrödeGrothusenkoogHallig HoogeHaselundHattstedtHattstedtermarschHögelHolmHörnum (Sylt)HorstedtHudeHumptrupHumptrupHusumImmenstedtJoldelundKampen (Sylt)KarlumKatharinenheerdKlanxbüllKlixbüllKoldenbüttelKolkerheideKotzenbüllLadelundLangeneßLangenhornLeckLexgaardList auf SyltLöwenstedtLütjenholmMidlumMildstedtNebelNeukirchenNieblumNiebüllNorddorf auf AmrumNorderfriedrichskoogNordstrandNordstrandNorstedtOckholmOevenumOldenswortOldersbekOlderupOldsumOldsumOstenfeld (Husum)Oster-OhrstedtOsterheverPellwormPellwormPellwormPoppenbüllRamstedtRantrumReußenkögeRisum-LindholmRodenäsSankt Peter-OrdingSchwabstedtSchwabstedtSchwesingSeethSimonsbergSollwittSönnebüllSprakebüllStadumStedesandStruckumSüderendeSüderhöftSüderlügumSüdermarschSyltTatingTetenbüllTinningstedtTönningTümlauer-KoogUelvesbüllUphusumUtersumViölVollerwiekVollstedtWeltWenningstedt-Braderup (Sylt)Wester-OhrstedtWesterheverWestreWinnertWischWitsumWittbekWittdün auf AmrumWitzwortWobbenbüllWrixumWyk auf FöhrKarte
Über dieses Bild

Bargum (nordfriesisch: Beergem, dänisch auch: Bjerrum) ist eine Gemeinde am Übergang von Geest und Marsch im Kreis Nordfriesland in Schleswig-Holstein. Die dünn besiedelte Gemeinde ist seit 2005 Erholungsort.[2]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bargum liegt am westlichen Rand der Schleswig-Holsteinischen Geest an den nördlichen Ausläufern vom Stollberg. Nördlich angrenzend befindet sich das ins Hinterland hineinrückende Marschen­gebiet des Bargumer Koogs, welches im Jahr 1466 eingedeicht wurde.[3] Nach Osten erstreckt sich das Gemeindegebiet bis an die Kleine Au heran. Diese führt das Wasser aus südlicher Richtung östlich vom Stollberg heran.

Die Bedeichung der umliegenden Marschgebiete des Bargumer- und Alter Langenhorner Koogs erfolgte ausgehend von der Siedlung Bargum Barg. Auch heute ist der alte Deich noch gut zu erkennen. Am Deich sind zwei Wehlen vorhanden, die bei späteren Sturmfluten entstanden sind.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort gliedert sich in die beiden Dörfer West- und Ost-Bargum. West-Bargum ist ein Kirchdorf. Weitere Siedlungen sind die Häusergruppen Bargum Barg, Bohle sowie Sollbrück (dänisch: Soholmbro); weiter auch Bargum Diek sowie Ost-Bargum Feld.[4]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angrenzende Gemeindegebiete von Bargum sind:[5]

StedesandEnge-Sande
Langenhorn
(OT Efkebüll)
Nachbargemeinden Lütjenholm
LangenhornBordelum (OT Dörpum)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsname ist erstmals 1379 schriftlich dokumentiert. Der Name geht als Dativ Pluralis auf -um auf altdän. biargh zurück, mit der Senkung im Deutschen von -er- zu ar-.[6] Der Name verweist auf eine Anhöhe.[7]

Die Kirche wurde vermutlich um 1250 gleichzeitig mit der in Efkebüll errichtet. Efkebüll ging jedoch bei der Zweiten Marcellusflut 1362 unter. Die heutige Form der Bargumer Kirche stammt aus dem 15. Jahrhundert, das Deckengemälde mit Szenen aus dem Leben Jesu und dem alten Testament, sowie die Ausmalung von Kanzel und Emporen von 1702.

Bis zum Deutsch-Dänischen Krieg 1864 bildete der Ort den Mittelpunkt des Kirchspiels Bargum (Bjerrum oder Bargum Sogn) der Nordergoesharde innerhalb des zum Dänischen Gesamtstaat gehörenden Herzogtum Schleswig. Nach der Annexion Schleswigs und Holsteins durch Preußen wurde aus dem Gebiet des Kirchspiels Bargum eine Kirchspielslandgemeinde gebildet. Nach der Auflösung der Kirchspielslandgemeinden wurde Bargum am 1. Dezember 1934 mit dem Bargumer Koog zur Landgemeinde Bargum zusammengefasst.[8]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von neun Sitzen in der Gemeindevertretung hatte die Wählergemeinschaft WGB in der Wahlperiode 2008 bis 2013 fünf Sitze, die CDU drei und die SPD einen Sitz. Bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2013 erhielt die WGB 51,1 Prozent und damit vier Sitze. Die CDU kam auf 31,5 Prozent und drei Sitze. Auf die SPD entfielen 17,4 Prozent und zwei Sitze. Die Wahlbeteiligung betrug 60,8 Prozent.[9]

Nach dem Ergebnis der Kommunalwahl am 6. Mai 2018 besetzen nunmehr ausschließlich Vertreter der WGB alle neun Sitze.[10]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der ersten Gemeinderatssitzung nach der Kommunalwahl im Mai 2018 am 12. Juni 2018 wurde erneut Bernd Wolf (WGB) für die Amtszeit bis 2023 zum Bürgermeister gewählt.[11] Er hatte bereits in der voran gegangenen Wahlperiode (2013–2018) dieses Amt inne.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Denkmalliste Nordfriesland sind die folgenden in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein in Nordfriesland eingetragenen Kulturdenkmale vermerkt.[12] Hierin verzeichnet ist unter anderem auch die Schmiede und eine noch funktionstüchtige Holländerwindmühle.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist überwiegend landwirtschaftlich geprägt.

Bundeswehrstandort

Bargum war ein Bundeswehrstandort. Im Südosten der Gemarkung befand sich bis 2018 ein Materiallager, das mit rund 40 Mitarbeitern als Teil des Materialdepots Wilhelmshaven betrieben wurde. Die Entscheidung zur Schließung erfolgte im Stationierungskonzept 2011 der Bundeswehr.[13][14]

Mit Befehl des Generalinspekteurs vom 15. Januar 2019 soll dieser Standort ab voraussichtlich 2026 erneut als Materiallager mit voraussichtlich dann 65 Dienstposten (davon 60 zivil) reaktiviert werden.[15][16]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grob in Nord-Süd-Richtung führt die Bundesstraße 5 durch das Gemeindegebiet. Sie trennt die beiden Dorflagen von West- und Ost-Bargum. Daneben verläuft auch die schleswig-holsteinische Landesstraße 4 auf der Strecke von Stadum nach Bredstedt durch den weiter östlich gelegenen Ortsteil Soholmbrück.

Bargum liegt an der Bahnstrecke Elmshorn–Westerland. Nächstgelegener Haltepunkt ist Langenhorn (Schlesw). Hier halten, neben dem Sylt-Shuttle plus auch die regulären Züge der Regionalexpress-Linie RE 6 im Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein. Seit August 2019 zählt das Gemeindegebiet neben anderen zum Rufbusgebiet Langenhorn.[17]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Bargum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2019 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Aasbüttel - Bordesholm. In: Wolfgang Henze (Hrsg.): Schleswig-Holstein-Topographie : Städte und Dörfer des Landes. 1. Auflage. Band 1. Flying-Kiwi-Verl. Junge, Flensburg 2001, ISBN 3-926055-58-8, S. 204.
  3. vgl. Harry Kunz: Die Köge Nordfrieslands. 2. Auflage, Nordfriisk Instituut, Bräist/Bredstedt 1999, ISBN 3-88007-251-5.
  4. Wohnplatzverzeichnis Schleswig-Holstein 1987. Abgerufen am 10. Oktober 2020.
  5. Relation: Bargum (1416814) bei OpenStreetMap. Abgerufen am 10. Oktober 2020.
  6. Wolfgang Laur: Historisches Ortsnamenlexikon von Schleswig-Holstein, 2. Auflage, Neumünster 1992, S. 139.
  7. Johannes Kok: Det danske folkesprog i Sønderjylland, Band 2, København 1867, S. 81.
  8. Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein (Hrsg.): Die Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 1867–1970. Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein, Kiel 1972, S. 251.
  9. Ergebnis Gemeindewahl Bargum 2013 – Vorläufiges Endergebnis. Amt Mittleres Nordfriesland, archiviert vom Original am 22. Juni 2013; abgerufen am 10. Mai 2016.
  10. Bekanntmachung des Gemeindewahlergebnisses der Gemeinde Bargum. Abgerufen am 15. Januar 2019.
  11. SessionNetGemeindevertretung Bargum - 12.06.2018 - 19:30-20:40 Uhr. Abgerufen am 10. Oktober 2020.
  12. Dankmalliste Nordfriesland. Abgerufen am 15. Januar 2021.
  13. BMVg - Die Stationierung der Bundeswehr in Deutschland (Oktober 2011) (PDF 3,3MB)
  14. BMVg - Stationierungskonzept 2011: Realisierung und Schließung von Liegenschaften
  15. Tagesbefehl des Generalinspekteurs der Bundeswehr vom 15. Januar 2019. (pdf) Abgerufen am 10. Oktober 2020.
  16. Mehr Platz für mehr Bundeswehr. Abgerufen am 10. Oktober 2020.
  17. Nordfriesland / Haltestellenkarte. Abgerufen am 10. Oktober 2020.
  18. Interview in Wir sind Kaiser