Barilla

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Barilla S.p.A.
Logo von Barilla
Rechtsform Società per Azioni
Gründung 1877
Sitz Parma, Italien

Leitung

Mitarbeiter 8.136 (2014)[2]
Umsatz 3,25 Mrd. EUR (2014)[3]
Branche Nahrungsmittel
Website www.barillagroup.com

Die Barilla-Gruppe ist ein italienischer Nahrungsmittelkonzern mit Hauptsitz in Parma, welcher Weltmarktführer im Pasta-Segment ist.[4] Zum Barilla-Konzern gehören zahlreiche Lebensmittelmarken, die fast ausschließlich im Bereich der Getreideprodukte angesiedelt sind (Nudeln, Brote, Keksgebäcke, Snacks).

Zusammen mit Birkel und Buitoni (beides Marken der italienischen Newlat Group) ist Barilla eines der „drei großen B“. In Deutschland beispielsweise beherrschen diese 25 % des Nudelmarktes.[5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pietro Barilla Senior

Der Konzern wurde 1877 von Pietro Barilla Senior in Parma gegründet. Von 1971 bis 1979 befand sich das Unternehmen im Besitz des US-Unternehmens W.R. Grace und wurde dann von der Familie Barilla zurückgekauft.[6] 1999 wurde die schwedische Firma Wasa gekauft.

Erwerb von Kamps und Verkauf in Teilen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2002 erwarb Barilla für 1,8 Milliarden Euro die deutsche Bäckereikette Kamps. Im August 2010 wurden die drei Bäckereien und 900 Filialen von Kamps (Umsatz 2009: 300 Mio. Euro) jedoch an den Finanzinvestor ECM Equity Capital veräußert. Der restliche Teil (die Marken Lieken Urkorn und Golden Toast), blieben vorerst bei Barilla.[7] Dieser Teil wurde als Lieken AG 2013 an die tschechische Agrofert-Gruppe verkauft.[8]

Unternehmensstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Barilla-Werk in Celle

Barilla besitzt 49 Produktionsstandorte, darunter zahlreiche Getreidemühlen für eine eigene Produktionsversorgung. Diese befinden sich schwerpunktmäßig in Italien (15 Standorte), es gibt allerdings nicht zuletzt durch Unternehmenszukäufe auch Produktionsstandorte in Deutschland, Griechenland, Norwegen, Schweden, in der Türkei und in den USA.

80 Prozent des Unternehmens befinden sich im Besitz von Guido Barilla (Vorsitzender), sowie dessen Geschwistern Luca, Paolo und Emanuela (Geschäftsführung). Die restlichen 20 Prozent der Geschäftsanteile gehören den Erben der Schweizerin Hortense Anda-Bührle.

Marken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Logo der Pastamarke Barilla

Zum Barilla-Konzern gehören folgende Marken:[9]

  • Barilla (Pasta, Nudeln, Nudelsoßen)
  • Academia Barilla (Gastronomie- und Kochschule)
  • Filiz (türkischer Pasta-Produzent)
  • Gelit (Tiefkühlkost)
  • Gran Cereale (Vollkorn-Kekse, Cracker)
  • Harrys (französischer Toastbrot-Produzent)
  • Misko (griechische Nudeln)
  • Mulino Bianco (Cracker, Grissini, Kekse, Kuchen)
  • Pan di Stelle (Kekse)
  • Pavesi (Cracker, Kekse)
  • Vesta/Yemina (mexikanische Pasta-Produzenten)
  • Voiello (italienischer Pasta-Produzent)
  • Wasa (Knäckebrot)

Kontroversen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende September 2013 kam es zu Boykottaufrufen gegen Barilla, weil deren Chef Guido Barilla in einem Radio-Interview mit dem italienischen Sender Radio24 sagte: „Wir werden keine Werbung mit Homosexuellen schalten, weil wir die traditionelle Familie unterstützen. Wenn Homosexuellen das nicht gefällt, können sie Pasta eines anderen Herstellers essen.“ Er betonte, sein Unternehmen unterstütze ausschließlich die „heilige Familie“.[10][11][12]

Im Oktober 2013 entschuldigte sich Barilla, nachdem er sich mehrmals mit Homosexuellenorganisationen und Aktivisten getroffen hatte. Der Firmensprecher Luca Virginio kündigte offenere und ganzheitlichere Werbekampagnen an.[13] Außerdem wurde ein Beirat eingerichtet, der „Diversität“ und „Gleichstellung“ in der Unternehmenskultur hinsichtlich sexueller Orientierung, Geschlecht und Multikulturalität sicherstellen soll.[14]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Barilla – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. barillagroup.com - Corporate Governance
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatAnnual Report 2014. Barilla, S. 80, abgerufen am 16-2-2016 (PDF 2.44MB).
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatAnnual Report 2014. Barilla, S. 80, abgerufen am 16-2-2016 (PDF 2.44MB).
  4. gutfuerdichgutfuerdenplaneten.de - BARILLA GRUPPE
  5. Stiftung Warentest: Buitoni bietet die besten. 24. März 2011
  6. Vincent Boland: Barilla-Chef im Interview: „Pasta? Ich würde jedem davon abraten“. In: Financial Times Deutschland. 30. Dezember 2009, archiviert vom Original am 8. Februar 2010, abgerufen am 8. November 2013.
  7. Barilla verkauft Bäckereikette Kamps an Finanzinvestor. Reuters Deutschland, 11. August 2010, abgerufen am 8. November 2013.
  8. Barilla-Signs-Deal-To-Sell-Lieken, Pressemitteilung der Gruppo Barilla vom 25. Februar 2013
  9. barillagroup.com - Barilla Brands
  10. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatBarilla lehnt Homosexuelle ab. queer.de, 26. September 2013, abgerufen am 8. Oktober 2013.
  11. Guido Barilla: „Mai spot con una famiglia gay, sono per famiglia tradizionale“. Radio 24, 26. September 2013, abgerufen am 27. September 2013 (italienisch).
  12. Barilla-Chef gegen Homosexuelle. "Dann sollen sie eben andere Nudeln essen". In: Spiegel-online. 27. September 2013, abgerufen am 27. September 2013.
  13. Barilla-PR: „Italien ist wie eine Insel“. In: Spiegel-online. 4. November 2013, abgerufen am 8. November 2013.
  14. Kehrtwende bei Barilla: Jetzt Werbung mit Homosexuellen. In: kath.net. 8. November 2013, abgerufen am 16. Februar 2016.