Bariumphosphat

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Strukturformel
3 Bariumion 2 Phosphation
Allgemeines
Name Bariumphosphat
Andere Namen

Bariumorthophosphat

Summenformel Ba3(PO4)2
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 13517-08-3
EG-Nummer 236-856-9
ECHA-InfoCard 100.033.491
PubChem 165803
Wikidata Q808224
Eigenschaften
Molare Masse 601,9 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

4,1 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

1605 °C[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),[4] ggf. erweitert[3]
07 – Achtung

Achtung

H- und P-Sätze H: 332​‐​302
P: ?
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Bariumphosphat (genauer: Bariumorthophosphat) ist das Bariumsalz der Phosphorsäure.

Herstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bariumorthophosphat kann aus Bariumhydrogenphosphat hergestellt werden, das zunächst durch Erhitzen auf 900 °C zu Bariumdiphosphat umgewandelt wird. Dieses reagiert mit Bariumcarbonat unter Abspaltung von Kohlendioxid zu Bariumorthophosphat.[2]

Es entsteht auch bei der Reaktion von Natriumphosphat mit Bariumchlorid.[5][6]

Ferner wurde die Reaktion von Dinatriumhydrogenphosphat mit Bariumchlorid in Gegenwart von Ammoniak beschrieben.[6][7]

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bariumorthophosphat existiert in zwei unterschiedlichen Kristallstrukturen. Der Phasenübergang findet bei 1360 °C statt.[2] Unter dem Umwandlungspunkt kristallisiert es im trigonalen Kristallsystem in der Raumgruppe R3m (Raumgruppen-Nr. 160)Vorlage:Raumgruppe/160 mit den Gitterparametern a = 7,696 Å und α = 42,58°. In der Elementarzelle befindet sich eine Formeleinheit.[8] Die Kristalle sind isomorph zu Strontiumphosphat.[8]

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bariumorthophosphat wird als Rohstoff zur Herstellung von Spezialglas[9] (z. B. Uviolglas) und als Trübungsmittel für Glas[10] verwendet.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jean D'Ans, Ellen Lax: Taschenbuch für Chemiker und Physiker. Springer, 1998, ISBN 978-3-540-60035-0, S. 328 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. a b c E. Radominska, T. Znamierowska, W. Szuszkiewicz: Phase equilibria in the system Rb3PO4–Ba3(PO4)2. In: Journal of Thermal Analysis and Calorimetry 2011, 103(2). S. 761–766. doi:10.1007/s10973-010-0962-y
  3. Eintrag zu Bariumsalze in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 1. Februar 2016 (JavaScript erforderlich)
  4. Nicht explizit in Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP) gelistet, fällt aber mit der angegebenen Kennzeichnung unter den Gruppeneintrag barium salts, with the exception of barium sulphate, salts of 1-azo-2-hydroxynaphthalenyl aryl sulphonic acid, and of salts specified elsewhere in this Annex im Classification and Labelling Inventory der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), abgerufen am 1. Februar 2016. Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.
  5. M. Berthelot: Recherches sur les phosphates. In: Compt. Rend. Hebd. 1886, 103, S. 911.
  6. a b R. Abegg, F. Auerbach: Handbuch der anorganischen Chemie. Verlag S. Hirzel, Bd. 2, 1908. S. 282.
  7. C. Rammelsberg: Ueber die Zusammensetzung einiger phosphorsauren Salze. In: Pogg. Ann. 1846, 68, S. 383ff.
  8. a b W. H. Zachariasen: The Crystal Structure of the Normal Orthophosphates of Barium and Strontium. In: Acta Cryst. 1948, 1, S. 263–265. doi:10.1107/S0365110X48000697
  9. Landesamt Sachsen: Merkblatt Glas
  10. Eidgenössische Zollverwaltung: Kapitel 28: Anorganische chemische Erzeugnisse; anorganische oder organische Verbindungen von Edelmetallen, radioaktiven Elementen, Seltenerdmetallen oder Isotopen, abgerufen am 17. Juni 2017.