Barleben

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Dieser Artikel beschreibt die Gemeinde in Sachsen-Anhalt. Zum gleichlautenden Nachnamen siehe Barleben (Begriffsklärung)
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Barleben
Barleben
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Barleben hervorgehoben
52.211.63333333333344Koordinaten: 52° 12′ N, 11° 38′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Börde
Höhe: 44 m ü. NHN
Fläche: 29,73 km²
Einwohner: 9075 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 305 Einwohner je km²
Postleitzahl: 39179
Vorwahlen: 039203 und 039202Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: BK, BÖ, HDL, OC, OK, WMS, WZL
Gemeindeschlüssel: 15 0 83 040
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
E.-Thälmann-Str. 22
39179 Barleben
Webpräsenz: www.barleben.de
Bürgermeister: Franz-Ulrich Keindorff (FDP)
Lage der Gemeinde Barleben im Landkreis Börde
Oebisfelde-Weferlingen Calvörde Oebisfelde-Weferlingen Altenhausen Oebisfelde-Weferlingen Calvörde Calvörde Oebisfelde-Weferlingen Calvörde Ingersleben Beendorf Bülstringen Oebisfelde-Weferlingen Oebisfelde-Weferlingen Ingersleben Oebisfelde-Weferlingen Calvörde Oebisfelde-Weferlingen Erxleben Hohe Börde Oschersleben (Bode) Angern Calvörde Hohe Börde Flechtingen Hohe Börde Hohe Börde Ingersleben Oebisfelde-Weferlingen Hohe Börde Eilsleben Oschersleben (Bode) Oebisfelde-Weferlingen Oschersleben (Bode) Hohe Börde Hötensleben Eilsleben Hohe Börde Altenhausen Burgstall Angern Oebisfelde-Weferlingen Oebisfelde-Weferlingen Flechtingen Hohe Börde Wanzleben-Börde Hohe Börde Sommersdorf Zielitz Calvörde Wanzleben-Börde Hohe Börde Calvörde Ingersleben Erxleben Loitsche-Heinrichsberg Oebisfelde-Weferlingen Calvörde Hohe Börde Eilsleben Flechtingen Wefensleben Eilsleben Calvörde Wanzleben-Börde Eilsleben Wanzleben-Börde Hötensleben Oebisfelde-Weferlingen Calvörde Oebisfelde-Weferlingen Westheide Wanzleben-Börde Am Großen Bruch Ummendorf Wanzleben-Börde Erxleben Oebisfelde-Weferlingen Altenhausen Wolmirstedt Oebisfelde-Weferlingen Westheide Altenhausen Erxleben Wanzleben-Börde Oebisfelde-Weferlingen Hohe Börde Haldensleben Harbke Sommersdorf Oschersleben (Bode) Loitsche-Heinrichsberg Bülstringen Wanzleben-Börde Völpke Burgstall Angern Westheide Oschersleben (Bode) Angern Wanzleben-Börde Rogätz Hohe Börde Hohe Börde Barleben Erxleben Am Großen Bruch Hötensleben Ausleben Burgstall Calvörde Wolmirstedt Kroppenstedt Flechtingen Wanzleben-Börde Burgstall Gröningen Colbitz Niedere Börde Oebisfelde-Weferlingen Sülzetal Oschersleben (Bode) HaldenslebenKarte
Über dieses Bild

Barleben ist eine Einheitsgemeinde im Landkreis Börde in Sachsen-Anhalt.

Geographie[Bearbeiten]

Die Einheitsgemeinde liegt direkt nördlich von Magdeburg und südlich von Wolmirstedt an der Bundesautobahn 2 (Hannover–Berlin). Nördlich durchquert der Mittellandkanal das Gemeindegebiet.

Der Mittellandkanal
Gemeindegliederung

Als Ortsteile der Gemeinde sind ausgewiesen:

Als Wohnplätze der Gemeinde sind ausgewiesen:

  • Darrkrug

Geschichte[Bearbeiten]

In ihrer heutigen Form entstand sie am 1. Juli 2004 aus dem freiwilligen Zusammenschluss der bis dahin selbständigen Gemeinden Barleben, Ebendorf und Meitzendorf, die zuvor die Verwaltungsgemeinschaft Mittelland bildeten. Der ursprüngliche Name der neuen Gemeinde war ebenfalls „Mittelland“,[2] doch wurde die Gemeinde am 2. Juni 2005 in Barleben umbenannt.[3] Dabei änderte sich auch der amtliche Gemeindeschlüssel.

Geschichtsdenkmale[Bearbeiten]

  • Sammelgrab aus dem Jahre 1945 auf dem Alten Friedhof für zehn französische Häftlinge des KZ Dora-Mittelbau, die beim Todesmarsch im April 1945 von SS-Männern ermordet wurden
  • Grabstätte aus dem Jahre 1945 auf dem Neuen Friedhof in der Bahnhofstraße für einen unbekannten ungarischen KZ-Häftling des gleichen Todesmarsches

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Seit der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 hat der Stadtrat 20 Mitglieder und den getrennt gewählten Bürgermeister. Die Wahlbeteiligung lag bei 48,9 %. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:[4]

Rathaus Barleben
Partei / Liste Sitze Stimmenanteil
CDU 6 29,9 %
Die Linke 1 6,8 %
SPD 2 10,9 %
FDP 4 18,8 %
Piraten 1 2,9 %
FWG 4 30,7 %*
Barleber Bürger-Bündnis (BBB) 1
Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) 1

* In der Landeswahlstatistik werden die Wählergruppen zusammengefasst.

FWG und Piraten sowie Linke, BBB und UWG (LBU) haben sich jeweils zu einer Fraktion zusammengeschlossen und bilden mit den Fraktionen von CDU, FDP und SPD sowie dem Bürgermeister den Stadtrat.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister Franz-Ulrich Keindorff wurde erstmals am 13. Juni 2004 als Bürgermeister der Einheitsgemeinde gewählt und am 20. März 2011 mit 68,5 % der abgegebenen gültigen Stimmen im Amt bestätigt.[5]

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 29. August 2005 durch den Landkreis genehmigt.

Blasonierung: „In Rot eine schräggelegte Barte mit goldenem Stiel, darunter eine silberne Rose.“

Im Zuge der Flaggengenehmigung wurde es in Anlehnung an das historische Wappen vom Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch neu gezeichnet. Statt der Zinnenmauer führt es jetzt eine heraldische Rose.

Historisches Wappen

Das Wappen wurde in veränderter Symbolik bereits am 5. Oktober 1937 durch den Oberpräsidenten der Provinz Sachsen verliehen.

Blasonierung: „In Rot über silberner Zinnenmauer ein schräggestelltes silbernes Beil (Barte) mit goldenem Stiel.“

Der Ort, bis ins 16. Jh. Bardeleben genannt, ist der Stammsitz der Familie von Barleben. In Anlehnung an deren Wappen und an die alte Namensform wurde die Barte als redendes Wappenbild gewählt. Die Mauer bezieht sich auf das nach 1403 wieder verschwundene Schloss der Magdeburger Erzbischöfe in Barleben.

Flagge der Gemeinde Barleben

Das ursprüngliche Wappen wurde von dem Magdeburger Staatsarchivrat Otto Korn gestaltet.

Flagge[Bearbeiten]

„Die Flagge ist rot-weiß-rot (1:4:1) gestreift (Hissflagge: Streifen senkrecht verlaufend, Querflagge: Streifen waagerecht verlaufend) mit dem mittig aufgelegten Wappen der Gemeinde.“ Sie wurde vom Heraldiker Jörg Mantzsch gestaltet und ins Genehmigungsverfahren geführt.

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten]

Partnergemeinden mit Partnerschaftsvertrag sind die Gemeinden Wittmund (Deutschland/Niedersachsen), Notre-Dame-d’Oé (Frankreich), Lukavac (Bosnien und Herzegowina) und Zarewo (Bulgarien). Als Partnergemeinde mit partnerschaftlichen Beziehungen wird die Gemeinde Nebelschütz (Deutschland/Sachsen, Lausitz) geführt.

Darüber hinaus gibt es partnerschaftliche Beziehungen zur Ortschaft Ebendorf der Stadt Mistelbach an der Zaya (Österreich).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Alte Kirchstraße
Barleber Kirche

Die Kulturdenkmale der Gemeinde sind im örtlichen Denkmalverzeichnis eingetragen. Der historische Ortskern von Barleben umfasst eine Fläche von etwa 31 ha und hat 13 Einzeldenkmale, darunter die Sankt-Peter-und-Paul-Kirche. Mit Hilfe des Förderprogrammes „Städtebauliche Sanierung im ländlichen Bereich“ wurde der Ortskern seit dem Jahre 2000 saniert. Insgesamt wurden seitdem etwa 6,5 Mio. € investiert.

In Barleben bestehen etwa 80 Vereine, die das Kulturleben maßgeblich gestalten. Als Mittelpunkt für kulturelle Veranstaltungen steht eine moderne Mehrzweckhalle, die Mittellandhalle, direkt im Zentrum von Barleben zur Verfügung. Die 2004 eröffnete Multifunktionshalle bietet nicht nur Möglichkeiten für sportliche Aktivitäten, sondern wird auch als Veranstaltungshalle genutzt. Unter anderem ist sie Spielstätte der 2. Bundesliga-Frauenmannschaft des HSC 2000 „Barleber Bandits“.

Seit dem Mai 2008 bietet der Heimatverein Barleben eine historische Führung durch den alten Ortskern in alten Trachten an.

Mit der Insel der Alternativen e.V. und dem Kids Club verfügt Barleben über zwei Jugendclubs. Weiterhin bestehen drei Seniorentreffs und eine Gemeindebibliothek mit fast 10.000 Medien.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Insgesamt wurden nach der politischen Wende 1990 fünf Gewerbegebiete erschlossen.
Der Technologiepark Ostfalen (TPO) hat per Bebauungsplan 300 ha verfügbar, und er ist bis auf 900 ha erweiterbar. Zurzeit ist dort eine Fläche von ca. 90 ha mit rund 120 Unternehmen und ca. 2300 Arbeitsplätzen belegt. Der größte Arbeitgeber im TPO ist die Salutas-Pharma GmbH, ein Unternehmen der Sandoz-Gruppe, die in einer modernen Produktionsstätte Arzneimittel herstellt und ca. 1400 Mitarbeiter beschäftigt.

Im Gewerbegebiet Kurze Sülte stehen 17 ha Gewerbefläche vollerschlossen zur Verfügung, davon sind ca. 74 % belegt. 35 Unternehmen mit ca. 300 Mitarbeitern haben sich dort angesiedelt. Unter anderem wird hier im Bauer-Verlagsdruckhaus die Tageszeitung für das nördliche Sachsen-Anhalt, die Volksstimme, gedruckt.

Das Gewerbegebiet Kurze Sülte Nord mit 4,2 ha Gewerbefläche, ist fast ausgelastet. Zurzeit befinden sich dort drei Unternehmen mit ca. 50 Mitarbeitern.

In der Ortschaft Meitzendorf befinden sich zwei weitere Gewerbegebiete.
Das Gewerbegebiet Meitzendorf I ist zu 98 % ausgelastet, auf der 27,3 ha großen Fläche haben sich ca. 20 Unternehmen angesiedelt. Unter anderem ist das Discounter-Unternehmen Aldi-Nord mit einer ihrer Regionalniederlassungen ansässig, zuzüglich eines großflächigen Zentrallagers.
Des Weiteren gibt es das Gewerbegebiet Meitzendorf II mit einer Fläche von 7,91 ha.

Insgesamt bestehen in der Gemeinde Barleben ca. 830 gewerbliche Anmeldungen. Neben der verkehrsgünstigen Lage ist vor allem die Nähe zur Landeshauptstadt Magdeburg ein wesentlicher Grund für die Gewerbeansiedlungen. Diese Konkurrenz zu Magdeburg wird von Seiten der Stadt Magdeburg häufig kritisiert und führte auch zur Empfehlung, Barleben nach Magdeburg einzugemeinden.

Verkehr[Bearbeiten]

Folgende wichtige Verkehrswege tangieren die Gemeinde: Bundesautobahn 2 Berlin–Dortmund mit zwei Anschlussstellen, Bundesautobahn 14 Dresden–Magdeburg mit einer Anschlussstelle, Bundesstraße 189 und die Bundesstraße 71, die Bahnstrecke Oebisfelde–Magdeburg mit zwei Bahnhöfen (Barleben, Meitzendorf) in der Gemeinde sowie die Bahnstrecke Magdeburg–Wittenberge.

Bildung und Soziales[Bearbeiten]

Kindereinrichtungen[Bearbeiten]

Es bestehen zwei Kindertagesstätten mit insgesamt 145 Plätzen (0 Jahre bis Schulanfang), ein Kindergarten mit insgesamt 120 Plätzen (von 3 Jahren bis Schulanfang) und eine Kinderkrippe mit insgesamt 67 Plätzen (von 0 bis 3 Jahren). Neben den 4 gemeindlichen Einrichtungen, betreibt das Bodelschwing-Haus e.V. eine Kita mit 124 Plätzen (Kinderkrippe und Kindergarten). Dafür wurde ein altes historisches Herrenhaus in der Alten Kirchstraße aufwendig saniert und somit der historische Ortskern aufgewertet.

Zur Hortbetreuung von Kindern nach dem Unterricht stehen in der kommunalen Grundschule 125 Plätze zur Verfügung. Eine weitere Horteinrichtung befindet sich in freier Trägerschaft des Bodelschwingh-Hauses Wolmirstedt e.V. an der Internationalen Grundschule.

Schulen[Bearbeiten]

Neben einer kommunalen Grundschule und einer kommunalen Sekundarschule gibt es die Internationale Grundschule Pierre Trudeau und das Internationale Gymnasium Pierre Trudeau in freier Trägerschaft der Ecole-Stiftung. Das Gymnasium ist in einem alten Industriegelände untergebracht, welches völlig saniert wurde. Vorher befand sich das Gymnasium in einer alten Herrenvilla neben der Mittellandhalle.[6] Seit Ende Januar 2010 kann an dem Internationalen Gymnasium das AbiBac abgelegt werden. Das Internationale Gymnasium in Barleben ist damit bislang das einzige Gymnasium in Sachsen-Anhalt, wo dies möglich ist.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Barleben – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31.12.2013 (PDF) (Fortschreibung auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2004
  3. Gemeinde Barleben (Hrsg.): Geschichte. (online auf: barleben.de) (16. Januar 2011)
  4. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt und Website Barleben
  5. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt
  6. Internationales Gymnasium eröffnet offiziell die Pforte. auf: ecole-stiftung.de, 2. September 2011.