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Barmenia

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Barmenia Versicherungen a.G.
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Rechtsform VVaG
Gründung 1904 in Leipzig
Sitz Wuppertal, Deutschland
Leitung Andreas Eurich, Oliver Schoeller

Die Barmenia Versicherungen a.G. (kurz Barmenia) ist ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit, der zum BarmeniaGothaer-Konzern gehört. Bis 2024 war die Barmenia eine eigenständige Versicherungsgruppe mit zuletzt rund 3.600 Mitarbeitern und Beitragseinnahmen von 2,9 Mrd. Euro.[1] Seit dem Zusammenschluss von Barmenia und Gothaer wird das Versicherungsgeschäft über die BarmeniaGothaer AG koordiniert, die von beiden Versicherungsvereinen gemeinschaftlich geführt wird.[2]

Verwaltungsgebäude in Wuppertal

Die heutige Barmenia Krankenversicherung AG wurde 1904 ursprünglich als Gewerbekrankenkasse zu Leipzig gegründet. Das Geschäftsgebiet war zunächst auf die Kreishauptmannschaft Leipzig begrenzt. 1905 firmierte die Kasse auf Friedrich August Bürgerliche Versicherungsbank a. G. zu Leipzig um. 1909 erweiterte die Kasse ihr Geschäftsgebiet auf das gesamte Königreich Sachsen und nannte sich Friedrich August Sächsische Versicherungsbank a. G. zu Leipzig. Zur Vereinigung mit der Gewerbe- und Handwerkerkrankenkasse für das Königreich Sachsen – Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (VaG) zu Leipzig kam es 1923. Der Versicherungsverein hieß von da an Versicherungs-Anstalt für Beamte und freie Berufe VaG. Schließlich fand 1930 eine Umbenennung in Leipziger Verein für Krankenversicherung der Beamten und freien Berufe a. G. statt. Die Lebensversicherung erhielt den Namen Leipziger Verein für Lebensversicherung auf Gegenseitigkeit.

1922 ging als weiterer Zweig der in Barmen (heute zu Wuppertal) ansässigen größten deutschen Krankenkasse, der Barmer Ersatzkasse, die Barmenia Versicherungsbank für Mittelstand und Beamte VaG zu Barmen als späterer Namensgeber hervor. Im Jahr 1926 folgte die Gründung der Barmenia Lebensversicherung-AG zu Barmen und 1928 die Gründung der Leipziger Fürsorge Lebensversicherung a. G. 1931 fusionierten die beiden Kranken- und Lebensversicherungsunternehmen. Die Unternehmen Leipziger Verein-Barmenia Krankenversicherung für Beamte, freie Berufe und Mittelstand a. G. und Leipziger Verein-Barmenia Lebensversicherung a. G. hatten ihren Sitz in Leipzig.

Die Geschäftspolitik der Leipziger Verein-Barmenia Krankenversicherung war durch einen starken Antisemitismus geprägt. So bezeichnete im Jahr 1931 das Vorstandsmitglied Max Teichmann Juden als das „denkbar schlechteste Risiko“,[3] da sie angeblich Krankheitssymptome bewusst übertrieben. Die Krankenversicherung gehörte ab 1932 zu den Förderern des Nationalen Krankenversicherungsvereins, der vor allem Mitglieder der NS-Bewegung versicherte. Die Bezirksdirektion Hamburg beschäftigte ab Dezember 1933 keine Juden mehr und schloss keine neue Versicherungen mehr mit Juden ab.[4] In den folgenden Jahren wurde jüdischen Versicherten die Gewinnbeteiligung vorenthalten und Anfang 1939 begann die Leipziger Verein-Barmenia Krankenversicherung, mit 800.000 Versicherten größter privater Versicherer in Deutschland, mit dem Ausschluss durch Leistungsverweigerung. Die entsprechende Anweisung erließ das Reichsaufsichtsamt erst im April 1940. Der „nationalsozialistische Musterbetrieb“ erhielt Zulassungen für den neuen Reichsgau Danzig-Westpreußen, Luxemburg und Belgien und eröffnete Geschäftsstellen in Kattowitz und Prag.[5]

Die Folgen des Zweiten Weltkriegs waren für beide Unternehmen schwerwiegend. Private Versicherungsunternehmen wurden verboten, ihr Vermögen beschlagnahmt.

Das Verwaltungsgebäude in Wuppertal, im Vordergrund der damals im Bau befindliche Neubau (Mai 2008)

In der sowjetischen Zone war ein Weiterarbeiten der Unternehmen unmöglich geworden. 1951 verlagerte die Lebensversicherung ihren Sitz nach Hamburg, die Krankenversicherung zog nach Wuppertal. In Wuppertal wurde 1958 die Barmenia Allgemeine Versicherungs-AG gegründet. Im Jahre 1966 zogen die Barmenia Krankenversicherung und die Barmenia Allgemeine an den heutigen Standort in der Kronprinzenallee. 1971 verlegte schließlich auch die Barmenia Lebensversicherung a. G. ihren Sitz von Hamburg nach Wuppertal. Nach der Wiedervereinigung konnte die Barmenia wieder an ihren Stammsitz in Leipzig zurückkehren, wo sie im Jahr 1990 eine Bezirksdirektion eröffnete.[6] 2010 wurde der Neubau der Hauptverwaltungen an ihrem angestammten Platz in der Kronprinzenallee in Wuppertal eröffnet[7], der seit Mai 2012 auf dem betreffenden Teilstück Barmenia-Allee[8] heißt.

Seit 2016 war die Barmenia Haupt- und Trikotsponsor des Fußball-Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen.[9] Ab der Saison 2025/26 wurde das Sponsoring unter der Marke BarmeniaGothaer fortgeführt.[10]

Im Jahr 2019 hat die Barmenia ihre Gruppenstruktur geändert. Die Barmenia Krankenversicherung a. G. (heute Barmenia Versicherungen a. G.) übertrug am 2. September 2019 den Geschäftsbetrieb und Versicherungsbestand auf ihre 100-prozentige Tochtergesellschaft, die Barmenia Krankenversicherung AG. Die Barmenia Krankenversicherung AG trat in sämtliche Rechte und Pflichten der von der Barmenia Krankenversicherung a. G. übernommenen Versicherungsverträge ein. Die Vereinsmitgliedschaft dagegen verbleibt bei der Barmenia Versicherungen a. G. als Obergesellschaft.

2020 erwarb die Barmenia eine Sperrminorität von 25,1 % am 2000 gegründeten Liechtensteiner Lebensversicherer PrismaLife.[11] Anfang 2023 übernahm sie die Mehrheit am Unternehmen, der von der Barmenia gehaltene Anteil wurde um 50 % auf 75 % aufgestockt.[12]

2024 ging das Versicherungsgeschäft der Barmenia auf die BarmeniaGothaer über

2024 schloss sich die Barmenia mit der Gothaer zur BarmeniaGothaer zusammen. Offiziell vollzogen wurde der Zusammenschluss, nach Genehmigung durch das Bundeskartellamt und die BaFin, im September 2024.[13]

Unternehmensstruktur

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Die Barmenia Versicherungen a. G. ist ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit, gehört also den Versicherungsnehmern. Gemeinsam mit der Gothaer steht die Barmenia der 2024 gegründeten BarmeniaGothaer vor.[14] Die Barmenia hält 36 % an der Versicherungsgruppe. Die Satzung schreibt Parität vor, Entscheidungen werden also im Einvernehmen getroffen.[15]

Am 4. September 2012 zeigte das Magazin Panorama eine Dokumentation, in der kritisiert wurde, dass durch die Barmenia-Unfallversicherung die Zahlung von Versicherungsleistungen verhindert oder verzögert werde.[16]

Commons: Barmenia Versicherungen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Geschäftsberichte: Barmenia Allgemeine Versicherungs-AG 1.133 (GB, S. 8), Barmenia Krankenversicherung AG: 2.508 (GB, S. 9), Barmenia Versicherungen a. G.: 5 (GB, S. 8), abgerufen am 15. Dezember 2025.
  2. BarmeniaGothaer Konzern. Bericht über das Geschäftsjahr 2025. (PDF) BarmeniaGothaer, abgerufen am 18. Juni 2026.
  3. Max Teichmann, Das Risiko in der privaten Krankenversicherung, in: Assekuranz-Jahrbuch 50 (1931), S. 126. Zitiert nach Ingo Böhle: Juden können nicht Mitglieder der Kasse sein – Versicherungswirtschaft und die jüdischen Versicherten im Nationalsozialismus am Beispiel Hamburg, S. 24
  4. Ingo Böhle: Juden können nicht Mitglieder der Kasse sein – Versicherungswirtschaft und die jüdischen Versicherten im Nationalsozialismus am Beispiel Hamburg, S. 24 (PDF; 710 kB)
  5. Tobias Romberg: Als die Barmenia braun war. In: Die Zeit. 13. November 2008, S. 37
  6. Barmenia Krankenversicherung a. G.: Die Geschichte der Barmenia. Wuppertal 2004.
  7. aib: Projektsteuerung Erweiterung, Umbau und Sanierung der Hauptverwaltung Barmenia Versicherungen Wuppertal (Memento vom 21. Februar 2014 im Internet Archive) In: aib-online, abgerufen am 3. Februar 2014.
  8. Henrik Günther: Die Barmenia hat eine eigene Allee. In: Westdeutsche Zeitung, 4. Mai 2012, abgerufen am 19. September 2012.
  9. Björn Bergfeld: Barmenia verlängert Partnerschaft mit Bayer 04 Leverkusen. In: Versicherungsbote. 5. August 2019, abgerufen am 17. November 2025.
  10. Versicherungsbote.de: BarmeniaGothaer ziert Trikots von Bayer 04 Leverkusen. 1. Juli 2025, abgerufen am 15. Dezember 2025.
  11. Versicherungswirtschaft: „Barmenia steigt bei Prisma Life ein“ (11/2020, S. 10)
  12. cash-online.de: „Barmenia übernimmt Mehrheit an Prisma Life“ (3. Februar 2023)
  13. Michael Fiedler: Barmenia und Gothaer planen Fusion. In: Versicherungsbote. 29. September 2023, abgerufen am 15. Dezember 2025.
  14. BarmeniaGothaer: Es ist vollbracht. In: versicherungsmagazin.de. 4. September 2024, abgerufen am 15. Dezember 2025.
  15. Bastian Hebbeln: Was auf Gothaer und Barmenia nach der Fusion zukommt. In: private-banking-magazin.de. 26. August 2024, abgerufen am 15. Dezember 2025.
  16. Christian Deker, Christoph Lütgert, Sabine Puls, Kristopher Sell: Die Nein-Sager. Panorama auf der Website des Norddeutschen Rundfunks, 4. September 2012, abgerufen am 14. April 2019.

Koordinaten: 51° 15′ 5″ N,  9′ 33″ O