Barmherzige Brüder vom hl. Johannes von Gott

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Krankensaal des ehemaligen Hospitals der Barmherzigen Brüder (französisch Hôpital de la Charité) in Paris (Anfang des 17. Jh. gegründet, 1935 abgerissen).
Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Breslau (polnisch Wrocław), Polen (Konvent 1711, Krankenhaus 1715 gegründet)
Konvent der Barmherzigen Brüder in Brünn (tschechisch Brno), Hauptsitz der Barmherzigen Brüder der Tschechischen Republik (Konvent 1747 gegründet, der Krankensaal dient heute als Konzertsaal)
Ehemaliges Krankenhaus der Barmherzigen Brüder (französisch Hôpital de la Charité, errichtet 1. Hälfte des 18. Jh.; 1833 geschlossen) in Senlis, Frankreich. Es dient heute teilweise dem Archiv des Departements als Zweigstelle.

Die Barmherzigen Brüder vom heiligen Johannes von Gott, eigentlich Hospitalorden des heiligen Johannes von Gott, lateinisch Ordo Hospitalarius Sancti Johannis de Deo (Ordenskürzel OH) sind ein katholischer Krankenpflegeorden, als dessen Ordensvater der heilige Johannes von Gott gilt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1539 gründete Johannes von Gott sein erstes „Spital“ in Granada.
  • 1547 gründete Johannes von Gott mit Hilfe des Erzbischofs Pedro Guerrero das Spital am Gomelez-Abhang in Granada.
  • 1552 gründete sein Nachfolger Antón Martín ein weiteres Spital in Granada und darauf in Madrid.
  • 1571 erkannte Papst Pius V. die Hospitalbrüder an und gab ihnen die Regel des hl. Augustinus.

Ordensprofil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Barmherzigen Brüder sind meist Laien, die neben den drei Gelübden (Armut, Gehorsam, Ehelosigkeit) noch das ordensspezifische Gelübde der Hospitalität (‚Gastfreundschaft‘)[1] ablegen.

Generalpriore[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Benedetto Menni (1911–1912)
  • Brian O’Donnell (1988–1994)
  • Pascual Piles Ferrando (1994–2006)
  • Donatus Forkan (2006–2012)
  • Jesús Etayo Arrondo (seit 2012)

Ordensprovinzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hauptsitz (Generalat) befindet sich in Rom. Der Orden ist in 53 Ländern der Erde in der Kranken- und Altenpflege, der Behindertenhilfe, der Obdachlosenfürsorge und in den letzten Jahren verstärkt in der Hospizarbeit und der Palliativmedizin tätig.

Im deutschen Sprachraum gibt es zwei Ordensprovinzen:

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die bayerische Ordensprovinz gilt als Pionier der Hospizarbeit in Bayern. Sie wurde 1851 von Pater Magnobonus Markmiller in Neuburg an der Donau gegründet, der auch ihr erster Provinzial war. Die erste bayerische Palliativstation befindet sich seit 1991 am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in München. In Regensburg betreiben die Barmherzigen Brüder das größte Ordenskrankenhaus in Deutschland.

Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Zeit der Habsburgermonarchie gehörte Feldsberg zu Niederösterreich, es liegt als Valtice heute in Tschechien: Hier wurde 1603 das erste Spital nördlich der Alpen und das erste in der Habsburgermonarchie gegründet.

Das Krankenhaus Krankenhaus Barmherzige Brüder in Wien Leopoldstadt wurde 1614 von Frater Gabriel Ferrara aus Mailand gegründet und erhielt 1625 die Erlaubnis zur Führung einer Apotheke. Sie kamen auf Wunsch des Fürsten von Liechtenstein, der in Italien von Ordensleuten gepflegt wurde. Beide Einrichtungen bestehen bis heute.

1615 wurde in Graz per Stiftungsurkunde des Erzherzogs Ferdinand III. ein Krankenhaus mit 12 Betten gegründet. Die Grundsteinlegung erfolgte am 20. Juni im Beisein von Pater Bernhard Fyrdram, dem späteren Prior, jenseits der Murbrücke auf der Lend am damals Lotterbrunnen genannten ehemaligen Platz der Richtstätte und des Gefängnisses. Das damals dort stehende Kruzifix befindet sich heute im Refektorium[2]. Ebenfalls 1615 wurde den Barmherzigen Brüdern das Privileg zur Haltung einer eigenen und öffentlichen Apotheke erteilt, die mehrmals erweitert und Apotheke "Zum Granatapfel" benannt wurde[3]. In den Jahren von 1632 bis 1636 entstand der an Krankenhaus und Apotheke angrenzende Vorgängerbau der heutigen, ab 1735 errichteten spätbarocken Grazer Barmherzigenkirche Mariä Verkündigung[4] (siehe dort).

Das Krankenhaus wurde im 2. Weltkrieg zum Lazarett und verblieb wie die Apotheke grundlegend zerstört und wurde vom Orden ab 1945/46 wieder aufgebaut. Die Apotheke "Zum Granatapfel" wurde 70 Jahre verpachtet und um 2015 wieder vom Orden selbst übernommen.

1757 erfolgte in Linz die Gründung des vorerst am Schillerplatz eingerichteten und im Jahr 1789 nach Auflassung des Karmelitinnenklosters in der Herrengasse dorthin verlegten Konventhospitals Barmherzige Brüder.

Krankenhäuser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Krankenhaus Eisenstadt
  • Krankenhaus Graz
    • 1. Standort 8020 Marschallgasse 12, Bezirk Lend. Angrenzend an Konvent mit Apotheke "Zum Granatapfel", und der Barmherzigenkirche (der Stadtpfarre), die beide mit Hausnummer 4 der Annenstraße anliegen; mit weiterer Zufahrt (und ab 2021 auch Gebäudefront) an der Kosakengasse. Um- und Ausbau 2003–2010. (Mit Transfer eines etwa 6 m hohen Sgraffitos aus 1955, den Ordensgründer darstellend, vom ehemaligen OP-Trakt,[5] der abgerissen wurde, an eine hohe Altbau-Nord-Wand des denkmalgeschützten Konventgebäudes nächst dem elliptischen neuen Eingangsgebäude). Eine weitere Um- und Ausbauphase ist für 2016–2021 geplant. Weitere nicht denkmalgeschützte Gebäude, etwa das angekaufte Gebäude der Arbeiterkammer an der Kosakengasse, sollen dafür abgerissen werden.[6][7] Seit dem 1. Januar 2014 sind beide Standorte organisatorisch zusammengeschlossen.
      • 5 Abteilungen: Anästhesiologie und Intensivmedizin + Chirurgie + Gynäkologie + Innere Medizin + Radiologie
    • 2. Standort 8020 Berggasse 27, Bezirk Eggenberg. Wird fortgeführt bis zur zukünftigen (geplant für etwa 2021) geografischen Zusammenlegung in die Marschallgasse.
      • 6 Abteilungen: Innere Medizin + Neurologie + Psychiatrie und Psychotherapie + Radiologie + Nuklearmedizin + Laborverbund
  • Krankenhaus der Elisabethinen Klagenfurt (beteiligt)
  • Krankenhaus Linz (bei Großanlagen kooperierend mit dem benachbarten KH der Barmherzigen Schwestern)
  • Krankenhaus Salzburg
  • Krankenhaus St. Veit/Glan
  • Krankenhaus Wien

Zur Provinz Österreich gehört auch das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Bratislava in der Slowakei.[8]

Miszellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum 350-Jahr Jubiläum in Österreich gab die Österreichische Post eine Briefmarke heraus.[9]

Im Jahr 2000 wurde in Wien Leopoldstadt (2. Bezirk) beim Krankenhaus Barmherzige Brüder der Johannes-von-Gott-Platz nach dem Ordensgründer benannt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Vera Schauber: Pattloch Namenstagskalender. Augsburg 1994, ISBN 3-629-00431-8.
  • Meinhard Sajovitz: Festschrift 1995 zum 500. Geburtstag des Ordensgründers der Barmherzigen Brüder, des heiligen Johannes von Gott (1495 - 1550). Provinzialat der Österr. Provinz der Barmherzigen Brüder, Wien 1995.
  • Meinhard Sajovitz: Die Barmherzigen Brüder in Österreich 1978-2000. Provinzialat der Österr. Provinz der Barmherzigen Brüder, Wien 1999, ISBN 3-9501183-0-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Brothers Hospitallers of St. John of God – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Deutschland:

Österreich:

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hospitalität – Unser Selbstverständnis. barmherzige-brueder.at
  2. 400 Jahre im Dienst der Hospitalität, Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Graz 1615-2015, herausgegeben vom Konvent der Barmherzigen Brüder Graz, Mai 2015, S. 20; online
  3. Vgl. 400 Jahre im Dienst der Hospitalität, S. 41
  4. Vgl. 400 Jahre im Dienst der Hospitalität, S. 34
  5. http://www.barmherzige-brueder.at/pages/graz400/geschichte/entwicklungenseit1950 Die Entwicklungen seit 1950, 2015, abgerufen 6. Januar 2016.
  6. http://www.barmherzige-brueder.at/site/graz/home/article/33978.html KH Barmherzige Brüder Graz: Barmherzige Brüder Graz 2020, Ausbauprojekt, 20. April 2015, abgerufen 5. Januar 2016.
  7. http://www.architekturwettbewerb.at/competition.php?id=1431 Bundeskammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten (bAIK): Ausschreibung Architekturwettbewerb, 7. August 2014 (Auslobung 1. Teil), abgerufen 5. Januar 2016.
  8. FCP – Fritsch, Chiari & Partner ZT GmbH: Barmherzige Brüder, Krankenhaus Bratislava, Errichtung einer Tagesklinik, Projektbeschreibung (PDF; 125 kB) o.J., abgerufen am 12. Jänner 2013
  9. Eintrag zu 350 Jahre Barmherzige Brüder in Österreich im Austria-Forum (als Briefmarkendarstellung)