Barnten

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Koordinaten: 52° 12′ 0″ N, 9° 48′ 55″ O

Barnten
Gemeinde Nordstemmen
Wappen von Barnten
Höhe: 66 m
Einwohner: 968 (31. Dez. 2011)
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 31171
Vorwahl: 05066

Barnten (niederdeutsch Barinthune, Barenthune, Barenten, Berneten, Bernethen, Berntten, Barndten und Bornden (Caspar Merian, 1654)) ist ein Dorf in der Gemeinde Nordstemmen im Landkreis Hildesheim in Niedersachsen. Der Ort hat etwa 1000 Einwohner.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Barnten auf einem Merian-Kupferstich von 1654, im Zentrum das Schloss Calenberg. In der Legende oben links als „Bornden“ unter dem Buchstaben H.[1]

Das Dorf Barinthune wird 1149 erstmals namentlich erwähnt. Seit 1181 heißt das Dorf bereits Barenten. Der heutige Name Barnten wird schon um 1331 und 1380 erwähnt und geht wahrscheinlich auf den Abt Heinrich von Barnten zurück. Mitte des 18. Jahrhunderts heißt es, „Barndten“ sei ein im „Amte Ruthe“ gelegenes Dorf „im Stifft Hildesheim“ und ein „Filial von Sarstedt“.[2]

Am 1. März 1974 wurde Barnten in die Gemeinde Nordstemmen eingegliedert.[3]

Bürgermeister der ehemaligen Gemeinde Barnten
  • 1761 Kreipe
  • 1793 Rößing
  • 1807 Röttger
  • 1813 Conrad Kücke
  • 1824 Röttger
  • 1828 Fricke
  • 1854 Lampe
  • 1858 August Kücke
  • 1882 Ernst Bruns
  • 1894 August Thiemann
  • 1912 Heinrich Baxmann
  • 1930 Hermann Bruns
  • 1945 Willi Moses
  • 1946 Wilhelm Böllersen (SPD)
  • 1948 Alfred Paulmann
  • 1950 Albert Lehmann
  • 1961 Ernst Lampe

Ortsbürgermeister:

  • 1974 Horst Böllersen und Erwin Mallohn
  • 1975 Herbert Lehmann

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Südseite der Kirche
Kirchturm

Die erste Erwähnung der Barntener Kirche in der Ortsmitte stammt aus dem 12. Jahrhundert. Seit 1542 ist die Gemeinde evangelisch-lutherisch. Die Kirche trägt seit 1999 den Namen „Katharinen“. Dieser wurde von der Gemeinde nach Luthers Ehefrau Katharina von Bora gewählt, die im Jahre 1999 ihren 500. Geburtstag hatte.

Bis 1953 gehörte Barnten als Kapellengemeinde zur Kirchengemeinde Sarstedt. Zum 1. Juli 1953 wurde sie aus diesem Verhältnis herausgelöst und mit der bisherigen Kapellengemeinde Giften zur Kirchengemeinde Barnten-Giften mit Amtssitz in Barnten vereinigt.[4]

1999 wurden Barnten und Giften getrennt. Barnten ist seither mit der St.-Peter-und-Paul-Kirchengemeinde in Rössing pfarramtlich verbunden.
Die Katharinengemeinde Barnten (ca. 700 Gemeindeglieder) unterhält im Dorf den evangelischen Kindergarten und den Friedhof.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Barnten wird von einem siebenköpfigen Ortsrat vertreten.

Ortsbürgermeister ist Manfred Hänsch (SPD).[5]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Barnten hat ein aktives Dorfleben mit zahlreichen Vereinen. Im Dorf gibt es den Sportverein „MTV Germania Barnten“[6] mit 500 Mitgliedern, die Freiwillige Feuerwehr, den Schützenverein, den Gesangsverein Orpheus, einen Kleingartenverein, einen Ortsverein der Arbeiterwohlfahrt, einen Ortsverein des DRK und einen Bergmannsverein.

Die Freiwillige Feuerwehr Barnten besteht seit 1930, aber schon seit 1852 hatte Barnten eine Feuerspritze. Am 29. April 1930 wurde das neue Spritzenhaus geplant, die Eröffnung war am 5. Oktober 1930. 1937 wurde ein gebrauchter Pkw in Handarbeit zum ersten Barntener Feuerwehrfahrzeug umgebaut. 1954 wurde ein Opel Blitz als zweites Feuerwehrfahrzeug angeschafft. 1979 wurde, drei Jahre nach dem großen Heidebrand, mit einem LF 8 ein neues Fahrzeug in Dienst gestellt. Seit 1986 gibt es eine Jugendfeuerwehr. Im August 2010 bekam die Freiwillige Feuerwehr Barnten ein neues Löschgruppenfahrzeug LF 8.

In Barnten gibt es eine Grundschule. Sie setzt ihren Schwerpunkt auf das Thema Umwelt, wofür sie schon mehrmals ausgezeichnet wurde. Der Höhepunkt der Umweltaktivitäten waren die Maisfeldlabyrinthe im Jahr 2000, 2001 und 2004. Außerdem veranstaltete die Grundschule im Jahr 2007 zum zweiten Mal einen Irischen Abend mit einer irischen Band und seit 2013 findet jährlich das „Krökeln für Kids “Kickerturnier statt. Finanziell unterstützt wird die Schule dabei von einem eigenen Förderverein, der u. a. eine Erneuerung des Schulhofes durchführen ließ.

2015 wurde erstmals die Barntener Lichternacht gefeiert.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Barnten

Barnten liegt an der Hannöverschen Südbahn; hier befindet sich die Abzweigstelle zur Bahnstrecke Lehrte–Nordstemmen. Die seit 2008 zwischen Hannover Hbf und Hildesheim Hbf stündlich verkehrende S-Bahn-Linie 4 hält am Bahnhof Barnten, der jedoch nicht barrierefrei ist.[7]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heiner Jürgens, Hans Lütgens, Joachim von Welck: Die Kunstdenkmale des Kreises Hildesheim. Hannover 1938. 231 Seiten mit 52 Textabbildungen und zahlreichen Abbildungen auf 72 Tafeln. (Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover II, 9). Verzeichnet sind die Denkmale der Ortschaften: Adlum, Ahrbergen, Algermissen, Asel, Barnten, Bavenstedt, Beelte (Wüstung), Bledeln, Bolzum, Borsum, Drispenstedt, Emmerke, Escherde, Giesen, Giften, Gleidingen, Gödringen, Groß Förste, Groß Lobke, Harsum, Hasede, Heisede, Himmelsthür, Hönnersum, Hotteln, Hüddessum, Ingeln, Klein Förste, Lühnde, Machtsum, Oesselse, Rautenberg, Ruthe, Sarstedt, Sorsum, Ummeln, Wätzum, Wehmingen, Wirringen, Steuerwald. Neudruck 1980, ISBN 3-87898-181-3.
  • Arbeitskreis Dorfchronik (Hrsg.): Barnten in Wort und Bild. Eine Aufzeichnung seiner Geschichte von 1149 bis 1997. Zusammengetragen von Günter Schulz. Unter Mitarbeit von Rosemarie Hirt, Horst Böllersen, Klaus Bruska, Herbert Lehmann, Günter Niksch, Barnten 1997.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Barnten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mitte des 17. Jahrhunderts wird in einem Werk von Caspar Merian das „Schloss und Amt Calenberg“ gezeigt. Aus nordwestlicher Blickrichtung (von Gestorf bzw. dem heutigen Schulenburg) befindet sich auf diesem Kupferstich die Burg Calenberg an der Leine im Zentrum. Rechts in der Ferne, jenseits dieses Flusses, ist das Dorf Rössing zu sehen. Links oben, unterhalb der Legende unter dem Buchstaben H ist das Dorf Barnten abgebildet, das in der Legende als Bornden geführt wird. Da weder Rossi (unter dem Buchstaben E auf dem Kupferstich) noch Bornden (Buchstabe H) Mitte des 17. Jahrhunderts übliche Bezeichnung der beiden Dörfer gewesen sind, ist dies ein Hinweis darauf, dass der Mann aus Frankfurt die Namen nicht mehr genau in Erinnerung gehabt haben dürfte, als er sein Kunstwerk vollendete.
  2. „Filial“ bedeutete an dieser Stelle, dass Barnten kirchenrechtlich zu Sarstedt, konkret zur dortigen, von alters her dem Heiligen Nikolaus geweihten, seit 1543 aber evangelisch-lutherischen Kirche St. Nicolai gehörte. – Barndten. In: Johann Heinrich Zedler: Grosses vollständiges Universal-Lexicon Aller Wissenschafften und Künste. Supplement 3, Leipzig 1752, Spalte 53.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 205.
  4. Kirchliches Amtsblatt für die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers, 30/1953, S. 164
  5. Ortsrat Barnten
  6. Webseite des MTV Germania Barnten, abgerufen am 12.Oktober 2011
  7. Barntener wollen nicht lockerlassen. Grüne KV Hildesheim, 17. September 2011