Baron Furnivall

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Baron Furnivall ist ein erblicher britischer Adelstitel in der Peerage of England.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Familie Furnivall stammte ursprünglich aus der Ortschaft Fourneville in der Normandie. Nachdem einer ihrer Vorfahren Gerald (Gerard) de Furnivall König Richard Löwenherz auf dessen Kreuzfahrt ins Heilige Land begleitet hatte, siedelten sie sich in England an. Gerald vermählte sich mit Maud, einer Tochter William de Lovetots von Sheffield.[1] Bereits im Jahre 1270 erlaubte der englische König Heinrich III. deren Sohn Sir Thomas de Furnivall in Sheffield, Grafschaft Yorkshire, ein steinernes Schloss zu erbauen.[2] Thomas de Furnivall wurde am 28. Juni 1283 von König Eduard I. ins Oberhaus berufen. Er starb am 12. Mai 1291 und hinterließ einen gleichnamigen Sohn und Erben, der am 23. Juni 1295 als Thomas de Furnivall, 1. Baron Furnivall die erbliche Baronie begründete.[1][3][4]

Wie bei vielen alten Baronien der Peerage of England erfolgte die Erschaffung nicht durch Ernennung einer Person zum Peer (Letters Patent), sondern dadurch, dass die Person aufgefordert wurde, einen Sitz im Oberhaus einzunehmen (Writ of Summons). Eine Besonderheit dieser Baronien by writ ist, dass sie auch in der weiblichen Linie vererbt werden können, wenn keine Söhne vorhanden sind. Allerdings gilt zwischen mehreren Schwestern – anders als bei Brüdern – nicht der Grundsatz der Primogenitur. Da der Titel aber weder geteilt noch gemeinsam gehalten werden kann, ruht der Titel dann, wenn keine Söhne jedoch mehrere Töchter vorhanden sind (falls into abeyance). Jeder Mitberechtigte kann dann bei der Krone die Beendigung des Ruhens beantragen. Der neugeschaffene Titel verblieb zunächst in der Familie Furnivall bis 1407. Danach ging über die weibliche Erbfolge in die Familie Talbot Earls of Shrewsbury über, bis er 1616 mangels eines männlichen Erben in Abeyance fiel. 1651 wurde die Baronie für Alathea Howard als 13. Baronss Furnivall als einziger überlebender Erbin restituiert. Der Titel blieb dann in der Familie Howard bis 1777, als er nach dem Tod des 9. Herzogs von Norfolk erneut in Abeyance fiel.[5] Der Titel ruhte seit 1777, bis er 1913 von Mary Dent, 19. Baroness Furnivall, als Erbin erfolgreich wieder beansprucht wurde. Seit ihrem Tod im Jahr 1968 ist der Titel erneut ruhend.

Liste der Barone Furnivall (1295)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen der Familie Furnivall

Da Rosamond Dent als Nonne keine Erben hat, wird der Titel mit ihrem Tod entweder an Patricia Mary Bence oder ihren Sohn Francis Walton Petre Hornsby (* 21. April 1958) fallen.[6]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Charles Botolph Joseph Mowbray: History of the noble house of Stourton, of Stourton, in the county of Wilts. E. Stock, London 1899, OCLC 18969756.
  • George E Cokayne, Vicary Gibbs: The complete peerage of England, Scotland, Ireland, Great Britain and the United Kingdom: Extant, extinct or dormant. Band 4. St. Catherine Press, London 1916.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j k l m n o p q r Charles Botolph Joseph Mowbray: History of the noble house of Stourton, of Stourton, in the county of Wilts. S. 897–903. (books.google.de)
  2. The Complete Peerage. Band V, Alan Sutton, London, 1982, S. 580.
  3. The Complete Peerage. S. 581.
  4. George E. Cokayne, Vicary Gibbs: The complete peerage of England, Scotland, Ireland, Great Britain and the United Kingdom: Extant, extinct or dormant. S. 722 (737). (forgottenbooks.com)
  5. a b Leigh Rayment’s Peerage. Artikel Furnivall
  6. Who is Who Ausgabe 2913, Artikel Furnivall